Lüterswil-Gächliwil
FDP will Fusionsverhandlungen mit anderen Gemeinden

In Lüterswil-Gächliwil wird die Unternehmenssteuerreform massgebende Auswirkungen auf die Finanzen haben.

Marlene Sedlacek
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Sinkende Steuereinnahmen machen einigen Bürgerinnen und Bürgern Bauchweh.

Sinkende Steuereinnahmen machen einigen Bürgerinnen und Bürgern Bauchweh.

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Bei der Präsentation der Jahresrechnung Lüterswil-Gächliwil fielen Rückstellungen für Forderungen in der Höhe von 99'542 Franken auf. Ein Kredit, den die Gemeindeversammlung genehmigen musste. Dies seien Wertberichtigungen von Debitorenforderungen, die teils mehrere Jahre zurückliegen, erklärte Finanzverwalter Kurt Burkhalter. Er ist sich bewusst, dass früher auf der Verwaltung nicht sauber gearbeitet wurde, was das Ausstellen von Rechnungen betraf. Dies ging auch aus einigen heftigen Kommentaren aus der Versammlung hervor.

Burkhalter ist jedoch zuversichtlich, dass mit dem geplanten harten Mahnregime etliche ausstehende Forderungen hereinkommen werden. Ansonsten wies die Rechnung einen Ertragsüberschuss von 6700 Franken aus. Budgetiert war ein Verlust von knapp 32'000 Franken. In fast allen Bereichen seien Kosteneinsparungen erfolgt, legte Burkhalter dar. Die Neubewertung des Verwaltungsvermögens bewirkte einen höheren Finanzertrag. Dafür fielen die Steuereinnahmen tiefer aus.

Steuereinnahmen werden wegbrechen

Die sinkenden Steuereinnahmen machten einigen Bürgerinnen und Bürgern Bauchweh. Kurt Stuber rechnete vor, dass die Ausgaben für die Verwaltung in den letzten 20 Jahren um insgesamt 220 Prozent gestiegen seien. Die Steuereinnahmen hingegen hätten nur um 167 Prozent zugenommen. Er legte dem Gemeinderat nahe, sich mit anderen Gemeinden zusammenzutun. Eduard Lysser gab zu bedenken, dass aufgrund der Unternehmenssteuerreform die Spar- und Leihkasse Bucheggberg einen Drittel weniger Steuern bezahlen werde.

«Das können wir alleine nicht verkraften», argwöhnte er. Erwin Mollet überreichte Gemeindepräsidentin Silvia Stöckli eine Motion der FDP. Diese fordert vom Gemeinderat Fusionsverhandlungen mit anderen Gemeinden.

Der Souverän genehmigte mehrere Kredite

Zeitgleich mit der Sanierung der Wasserleitung in der Hauptstrasse in Lüterswil will die Gemeinde die Hausanschlussleitungen anpassen. Der im 2018 genehmigte Kredit über 70000 Franken reicht aber bei weitem nicht aus. Das ursprüngliche Projekt basierte auf einer alten Wasserversorgungsplanung. In der Zwischenzeit wurden Projektperimeter und -umfang erweitert. Die Anpassungen der Hausanschlussleitungen und die Erneuerung des Hydrantennetzes wird nun 390'000 Franken kosten. Die 36 Anwesenden genehmigten den Kredit mit einer Enthaltung.

Einem weiteren Kredit von 60'000 Franken für die Behebung des Wassereintritts in der Mehrzweckhalle stimmte die Versammlung ebenfalls zu. Baukommissionspräsident Beat Wehrle erklärte bildlich, dass die Halle sozusagen nasse Füsse hätte, und Stiefel brauche. Das Gebäude stehe auf der Betondecke der Zivilschutzanlage, wo sich stets Wasser sammle, welches die Backsteinmauern aufsaugen. Wehrle hofft, den Mangel mit einer angemessenen Abdichtung beheben zu können.

Schon seit September läuft die Wärmezentrale

Das Traktandum Überbrückungskredit für den Wärmeverbund Lüterswil-Gächliwil AG in der Höhe von 207000 Franken fiel weg. Der Baurechtsvertrag wurde am 10. September unterschrieben und somit wurde der geplante Bankkredit ausgelöst. Der Wärmeverbund wird in erster Linie von der Bürger- und der Einwohnergemeinde getragen, die rund 90 Prozent der Aktien – und zwar je zur Hälfte – halten.

Nach dem Spatenstich im Januar konnte im September in der Wärmezentrale zum ersten Mal eingeheizt werden.

Nach dem Spatenstich im Januar konnte im September in der Wärmezentrale zum ersten Mal eingeheizt werden.

Hanspeter Bärtschi

Gerhard Arni, Vertreter der Bürgergemeinde im Wärmeverbund freute sich, dass Anfang September das erste Räuchlein aus dem Kamin der Fernwärmeanlage aufstieg. Er schätzt, dass damit 70'000 bis 80'000 Liter Heizöl jährlich eingespart werden können. Weniger erfreut zeigten sich dafür einige Anwohner, die sich lautstark über den Lärm und den Staub beschwerten, den die Bautätigkeit verursacht hatte.

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