Zehn Mädchen in farbigen Leggings sitzen im Kreis um Kursleiterin Andrea Häberle herum. Die Vorfreude sieht man ihnen an: Gleich geht es ans Vertikaltuch. Die kommenden zwei Stunden dürfen die Ferienpässlerinnen sich in der Luftakrobatik versuchen, zuerst heisst es aber, sich aufzuwärmen. «Wenn man gut eingeturnt ist, spürt man sich viel besser und kann es dann auch besser», erklärt Häberle zwischen Froschsprüngen, Bärengang und Armkreisen.

Beim Ausrollen der Tücher staunen die Kinder das erste Mal: «Das ist ja mega viel Stoff!». «Russisch zu klettern» lernen die Mädchen als erstes – was deutlich einfacher aussieht, als es in Wahrheit ist. Nicht alle kommen das Tuch hoch, doch die Kinder helfen sich gegenseitig und probieren unermüdlich weiter, bis es schliesslich bei allen klappt.

Doch das war erst der erste Streich: Nun soll man sich im Rückwärtsklettern im Sturzhang versuchen! Häberle zeigt auch gleich drei Figuren vor, die Mädchen sind beeindruckt - können sie das wirklich auch selber? Sie können! Hartnäckig üben die Kinder den «Pelikan», die «Schere» und das «Brett». Im Dachstock des Bürgerhauses in Nennigkofen hört man Keuchen, Stöhnen und viel Lachen. Ab und zu verfängt sich jemand im Tuch, wird von der Kollegin aber immer befreit. Noch vor der Pause meistern viele die ersten Figuren.

In der kurzen Pause merkt man ihnen aber die grosse Anstrengung an, mit roten Köpfen knabbern sie erschöpft am Zvieri. «Es macht wirklich Spass, braucht aber auch sehr viel Kraft! Und das Vertikaltuch schneidet ein bisschen ein», erklärt eine Ferienpässlerin. Das weiss auch Häberle. «Das Wichtigste ist es, so zu tun, als wäre alles ganz einfach und bequem.»