Schloss Buchegg
Eine Ausstellung in familiärer Atmosphäre

Im Schloss Buchegg sind unter dem «Begriff Kunst Begegnung Buchegg» Werke von sechs Künstlern und einem Gast zu sehen

Hans R. Fröhlich
Drucken
Teilen
Sie stellen gemeinsam im Schloss Buchegg aus: V. l. Roman Candio, Roberto Wiedmer, Franziska Moser, Bärnu Anderegg, Tanja Zimmermann, Therese Lehmann und Merwin Bader.

Sie stellen gemeinsam im Schloss Buchegg aus: V. l. Roman Candio, Roberto Wiedmer, Franziska Moser, Bärnu Anderegg, Tanja Zimmermann, Therese Lehmann und Merwin Bader.

Hanspeter Bärtschi

Unter dem Begriff «Kunst Begegnung Buchegg» haben sich ein zweites Mal sechs Kunstschaffende und ein Gast mit ihren Werken zu einer gemeinsamen Ausstellung in familiärer Atmosphäre im Sandsteinkeller Schloss Buchegg zusammengefunden.

Unter der Ägide von Bärnu Anderegg, Dispersionsbilder, als Organisator und Kommunikator der Gegend gelang es ihm auch dieses Jahr, mithilfe des Ortsvereins eine bunt gemischte Ausstellung zusammenzustellen. Mit ihm die ebenfalls ansässigen Malerinnen Therese Lehmann und Tanja Zimmermann, dazu Franziska Moser, Malerei/Skulpturen. Ebenfalls dabei sind Merwin Bader, Metallkunst, Lüterkofen, Roberto Wiedmer, Grafik/Bilder, Biezwil, und als Gast aus Solothurn Roman Candio, Malerei. Auf seine Bilder trifft der Besucher als Erstes unmittelbar nach dem Treppenabstieg im Eingang.

Eine festliche Familienszene im Freien zeigt Roman Candio als seine Spezialität grossformatig auf Tuch gemalt. Dazu einheitlich quadratisch gerahmt 18 Kleinformate aus seinem Themenkreis.

Bärnu Anderegg arbeitet in seiner Dispersionstechnik in zwei verschiedenen Stilrichtungen. Zum einen sind es Farbklänge und Formenspiele von organischen Formen dialogisch gestaltet aus einer Traumwelt. Zum Skizzieren und für Ergänzungen verwendet er Medizinalspritzen. Dazu kommen figurative Landschaften mit Sujets aus dem Bucheggberg. Davon liegt ein Buch auf.

«Hombre»: Der Bieler Peter Wüthrich zeigt handgeschmiedete Eisenplastiken. Es sind die Titel, die in diesen filigran wirkenden Eisenplastiken die wesentliche Wirkung, die erzählerische Note bestätigen. Die sich dabei allegorisch geben, poetisch oder augenzwinkernd. Denn diese schmalen, löffelartig flachen Figurationen, auf das absolut Rudimentäre einer menschlichen Figur reduziert, sind mehr als nur menschliche Gestaltungen. Sie erzählen von Befindlichkeiten, Haltungen, Erwartungen, von gesellschaftlichen Zuständen und Umständen. Sie sind Ausdruck menschlicher und zwischenmenschlicher Beziehungen, weiss doch Peter Wüthrich, der auch als Dozent für Kommunikation tätig ist, um das Menschlich-Allzumenschliche. Er kennt die Vielfalt an Haltungen, Beziehungen, Kommunikation und Komplikationen. Seine kleinen, in der alten Dorfschmiede Leuzigen liebevoll handgeschmiedeten, sich in der Ausgestaltung ähnelnden Figuren sind Schlüsselfiguren, die er immer neu zu arrangieren weiss: Menschen in der Eigendynamik der Masse einer «Rushhour», im Gegenüber eines Paares, im Smalltalk des «Neujahrsempfangs», im Zwiegespräch, als süffisantes «Wispern der Nonnen». Männer und Frauen im Miteinander und in der singulären Einsamkeit. Als starke «Madre» mit ihren zarten Kindern, oder ganz aktuell «König Fussball» – der Ball wie eine monarchische Trophäe, bestaunt von elf erwartungsvollen Spielern. Peter Wüthrich verzichtet auf allzu viele Details. Hin und wieder findet sich sinnbildartiges Beiwerk, das diese eisernen Begebenheiten dramaturgisch vertieft. Wüthrichs «Hombres», seine Menschen, treten an als kleine, eigenwillig inszenierte Momente, mit denen er all seinen Reflexionen und Gedanken zum Ich, Du, Wir Gestalt verleiht, und zwar hombres y mujeres – Männlein wie Weiblein. Auch wenn diese Figuren und Figurengruppen zuweilen martialisch wirken – sie sind geschwärzt, mit dezent polierten, im Licht reflektierenden Kanten. Manche sind durch vergoldete Elemente «ästhetisiert» –, so ist ihnen doch auch eine verletzliche Seite des Seins zu eigen, mit einer zwar leisen, dennoch nachwirkenden Beredsamkeit. (eb)

«Hombre»: Der Bieler Peter Wüthrich zeigt handgeschmiedete Eisenplastiken. Es sind die Titel, die in diesen filigran wirkenden Eisenplastiken die wesentliche Wirkung, die erzählerische Note bestätigen. Die sich dabei allegorisch geben, poetisch oder augenzwinkernd. Denn diese schmalen, löffelartig flachen Figurationen, auf das absolut Rudimentäre einer menschlichen Figur reduziert, sind mehr als nur menschliche Gestaltungen. Sie erzählen von Befindlichkeiten, Haltungen, Erwartungen, von gesellschaftlichen Zuständen und Umständen. Sie sind Ausdruck menschlicher und zwischenmenschlicher Beziehungen, weiss doch Peter Wüthrich, der auch als Dozent für Kommunikation tätig ist, um das Menschlich-Allzumenschliche. Er kennt die Vielfalt an Haltungen, Beziehungen, Kommunikation und Komplikationen. Seine kleinen, in der alten Dorfschmiede Leuzigen liebevoll handgeschmiedeten, sich in der Ausgestaltung ähnelnden Figuren sind Schlüsselfiguren, die er immer neu zu arrangieren weiss: Menschen in der Eigendynamik der Masse einer «Rushhour», im Gegenüber eines Paares, im Smalltalk des «Neujahrsempfangs», im Zwiegespräch, als süffisantes «Wispern der Nonnen». Männer und Frauen im Miteinander und in der singulären Einsamkeit. Als starke «Madre» mit ihren zarten Kindern, oder ganz aktuell «König Fussball» – der Ball wie eine monarchische Trophäe, bestaunt von elf erwartungsvollen Spielern. Peter Wüthrich verzichtet auf allzu viele Details. Hin und wieder findet sich sinnbildartiges Beiwerk, das diese eisernen Begebenheiten dramaturgisch vertieft. Wüthrichs «Hombres», seine Menschen, treten an als kleine, eigenwillig inszenierte Momente, mit denen er all seinen Reflexionen und Gedanken zum Ich, Du, Wir Gestalt verleiht, und zwar hombres y mujeres – Männlein wie Weiblein. Auch wenn diese Figuren und Figurengruppen zuweilen martialisch wirken – sie sind geschwärzt, mit dezent polierten, im Licht reflektierenden Kanten. Manche sind durch vergoldete Elemente «ästhetisiert» –, so ist ihnen doch auch eine verletzliche Seite des Seins zu eigen, mit einer zwar leisen, dennoch nachwirkenden Beredsamkeit. (eb)

Eva Buhrfeind

Tanja Zimmermann zeigt im Gegensatz dazu abstrakte Stimmungsbilder in Mischtechnik. Ihre Inspirationen entstammen der Natur und aus dem täglichen Erleben in der Kommunikation. Sie hat bereits eine längere Ausstellungstätigkeit hinter sich. Als gelernte Kindergärtnerin und intermediale Kunsttherapeutin hat sie sich in verschiedenen Kursen und Seminaren in Zeichnen und Malerei weitergebildet. Geboren in der Nachbargemeinde Brügglen ist Tanja Zimmermann wohl am tiefsten in der Gegend verwurzelt.
In ihrer ersten Ausstellung überrascht Franziska Moser mit Skulpturen auf Basis von Keramikformen senkrecht zu Skulpturen gestapelt. Ihre Bilder sind geometrisch konzipiert und mit warmen Farben abgestimmt. Sie ist interessiert und fasziniert von allem, was mit den Händen berührt werden kann. Aufgrund dessen hat die Künstlerin verschiedenste Kurse in Töpferei, Skulptur aus Naturmaterialien, Scherenschnitte und vieles mehr besucht. Die Acrylmalerei hingegen hat sie sich frei nach Martin Thomas, Deutschland, autodidaktisch beigebracht.

Käfer, Hahn und Chamäleon sind Themen der Malerei von Roberto Wiedmer. Andererseits stilisiert der an der SfG Bern diplomierte Lithograf keltische Symbole, die er in geometrischen Formen und einheitlichen Formaten in Acryltechnik/Guasch auf Bütten gestaltet. Aufgewachsen als Bilingue in Biel, hat Roberto Wiedmer – seit 1987 freischaffender Lithograf – mehrere Jahre in Italien, inzwischen seine zweite Heimat, als Grafiker gearbeitet.

Therese Lehmann arbeitet in ihrem malerischen Schaffen tagebuchartig inspiriert von visuellen Impressionen. Trotz ihrem Bestreben: weg von der Figuration, ist gerade dieser Stil ihre Stärke. Zum Thema Türschlösser und Ketten sind meisterhafte Arbeiten entstanden. Als Kontrapunkt auch verträumt idyllische Landschaften, Acryl auf Leinwand. Ihre Ausbildung ist weitgehend autodidaktisch.

Merwin Bader arbeitet als gelernter Maschinenschlosser mit verschiedenen Metallen und gestaltet Themen aus der Natur wie ein riesiges Spinnennetz oder der Drachentöter. Seine Metallbilder auf verrostetem Metallgrund sind mit verschiedenfarbigem Feilstaub verbrämt. Der in Deutschland aufgewachsene Künstler hat sich in der Schweiz an der SfG Zürich weitergebildet.

Öffnungszeiten: So, 21. Juni, 14–18 Uhr, Fr 26. Juni, 18–20 Uhr, Sa, 27. Juni, 16–20 Uhr, So, 28. Juni, 14–18 Uhr. Fr, 3. Juli, 18–20 Uhr, Sa,
4. Juli, 17–20 Uhr. Finissage: 5. Juli, 14–18 Uhr.

Aktuelle Nachrichten