Günsberg
Ein Polster für anstehende Ausgaben schaffen

Die Traktandenliste der Gemeindeversammlung von Günsberg war reich befrachtet. Diskussionen gab es zu den Änderungen der Dienst- und Gehalts- und Gemeindeordnung.

Rahel Meier
Drucken
Teilen
Blick auf die Gemeinde Günsberg

Blick auf die Gemeinde Günsberg

Yves Wälchli

Erfreut nahmen 49 Stimmberechtigte zur Kenntnis, dass die Rechnung 2014 weitaus besser abschloss (Überschuss von 904 337 Franken), als budgetiert war (Überschuss 31 812 Franken). Dies bei Einnahmen von 6,484 Mio. und Ausgaben von 5,580 Mio. Franken. Die Verbesserung ist fast ausschliesslich im Bereich Steuern zu suchen. So wurden weit mehr Gemeindesteuern (plus 644 000 Franken) eingenommen als gedacht. «Ein Mitbürger hatte ein gutes Geschäftsjahr», erklärte Andreas Bühler (Ressort Finanzen). Auch aus den Vorjahren gab es mehr Zahlungen als erwartet (plus 166 935 Franken).

Im Weiteren wurde beschlossen

- bei der Ribi-Quelle eine Umkehrosmoseanlage für 125 000 Franken einbauen zu lassen. So können die Sulfatwerte verbessert und die Vorschriften des Kantons künftig eingehalten werden;
- falls dies von Kammersrohr gewünscht wird, Fusionsverhandlungen aufzunehmen;
- einen Bauverwalter auf Mandatsbasis anzustellen. Dies ist bereits seit Anfang Jahr so. Die Kosten werden mit einem Kostendach auf höchstens 50 000 Franken pro Jahr beschränkt;
- den Ahornweg für total 225 000 Franken zu erschliessen;
- ein räumliches Leitbild zu erarbeiten. Gleichzeitig sollen das Naturinventar aktualisiert und Planunterlagen digitalisiert werden. Der Kredit für die Arbeiten beläuft sich auf total 56 520 Franken. (rm)

Der Gemeinderat stellte den Antrag, 500 000 Franken für Arbeiten am neuen Schulhaus beiseite zu stellen; 200 000 Franken für Abschreibungen im Zusammenhang mit HRM2; 100 000 Franken für das alte Schulhaus und 104 337 Franken dem Eigenkapital zuzuschlagen. Die Investitionsrechnung schliesst mit Nettoinvestitionen von 971 399 Franken. Die Rechnung wurde einstimmig angenommen.

Stille Wahlen ermöglichen

Am Montagabend wurden zudem Änderungen an der Dienst- und Gehaltsordnung und an der Gemeindeordnung genehmigt. So werden künftig stille Wahlen sowohl bei Majorz-, als auch Proporzwahlen ermöglicht. Der Vizegemeindepräsident wird künftig durch den Gemeinderat gewählt und nicht mehr an der Urne. Weiter wird in Günsberg eine neue Kommission eingeführt. Die Seniorenkommission soll aus drei Leuten bestehen. Der Gemeinderat erhofft sich, dass damit das Weiterführen der heutigen Angebote gewährleistet ist, wenn sich die dafür Zuständigen einmal zurückziehen werden.

Nicht ganz unumstritten war der Antrag, künftig keinen Leistungs- und Erfahrungswert mehr auszuzahlen. «Das heisst nicht, dass wir diesen nicht gewähren, wenn es uns möglich und die Leistung des Arbeitnehmers gut ist», so Jenni. Aber der Gemeinderat möchte den Automatismus ausschalten. «In der Privatwirtschaft werden die Löhne auch eingefroren, wenn die Wirtschaftslage nicht gut ist.» Auf eine Frage aus der Versammlung erklärte Gemeindepräsident Thomas Jenni, dass der Zuschlag durchaus 150 bis 250 Franken pro Monat ausmachen könne.

Neu sind 170 Stellenprozent für die Verwaltung bewilligt – und es gab Stunk um deren Besetzung

Seit dem Jahr 2012 ist die Gemeindeverwaltung Günsberg nur noch mit 140 Stellenprozent besetzt. Gemeindeverwalterin Kathrin Windlin ist zu 100 Prozent angestellt, dazu kam eine zweite Angestellte mit einem 40-Prozent-Pensum. Diese hat nun per Ende Juni gekündigt. Weil bei der Gemeindeverwalterin Ferienguthaben auflaufen und ihre Stellvertretung nicht gewährleistet ist, hat der Gemeinderat beschlossen, das Pensum auf 170 Prozent zu erhöhen.

Nun ist es aber so, dass die Gemeindeversammlung den Stellenplan genehmigen muss. «Das ist seit 2001 nie mehr passiert», so Gemeindepräsident Thomas Jenni. Er zeigte zudem auf, dass die 170 Prozent nicht abwegig seien. Das Pensum schwankte in den letzten rund 15 Jahren von 120, zu 140, 160, dann 180, 190, herunter auf 150 und dann 140 Prozent. «Der Arbeitsaufwand ist hoch, die Tätigkeiten nehmen zu», so Jenni. Zudem werde Kathrin Windlin bald pensioniert und man wolle die Neueinstellung sauber aufgleisen.

Neue sind schon angestellt

Wie im «Günschbiger Hirsch» nachzulesen ist, sind bereits zwei neue Personen angestellt worden, mit Pensen von 50 und 20 Prozent. Diese Anstellungen stiessen der Rechnungsprüfungskommission sauer auf. Michael Pavlovic erklärte auch wieso. «Das Pensum von 170 Prozent unterstützen wir. Aber die beiden neuen Angestellten sind Ehefrauen von Gemeinderäten. Das wird problematisch.»

Tatsächlich sind sie der Gemeindeverwalterin unterstellt und diese wiederum ist dem Gemeinderat unterstellt. Offensichtlich gab es 30 Bewerbungen für die Stelle. Der Gemeinderat führte fünf Bewerbungsgespräche und entschied sich dann für die beiden Frauen aus der Gemeinde. Thomas Jenni rechtfertigte die Wahl. «Die Situation ist uns bewusst.»

In der Abstimmung zum Stellenplan stimmte eine grosse Mehrheit der Stimmbürger zu, eine Person sagte Nein und fünf Personen enthielten sich der Stimme. (rm)

Aktuelle Nachrichten