Deitingen

Dritte Generation übernimmt: In dieser Schreinerei steckt Holz in den Genen

Die Gesichter der Schreinerei (v. l.): Hans Frei, Kurt Hediger, Andreas Rohn, Tobias Frei, Sebastian Issartel und Simon Frei.

Die Gesichter der Schreinerei (v. l.): Hans Frei, Kurt Hediger, Andreas Rohn, Tobias Frei, Sebastian Issartel und Simon Frei.

Die Schreinerei Frei in Deitingen wird ab heute Samstag offiziell von der dritten Generation übernommen.

Der Duft nach Holz und moderne Holzhäuser prägen das Bild und den ersten Eindruck, wenn man durch das Quartier bei der Raststätte «Silberkugel» in Deitingen geht. Quelle dieser spürbaren Holzpräsenz ist die Schreinerei Gebr. Frei, die bereits seit 1956 ihren Standort dort hat. Gegründet wurde das Unternehmen von Karl Frei – damals unter dem Namen «Schreinerei Karl Frei».

Sieben Jahre später folgte der erste Ausbau. Die durchschnittliche Belegschaft betrug damals rund drei Arbeiter – und einen Lehrling, heute sind es rund 25 Angestellte. «Die Lehrlingsausbildung ist ein wichtiger Bestandteil unserer Firmengeschichte», so der aktuelle Betriebsleiter Kurt Hediger. Und Patron Hans Frei ergänzt: «Im August beginnt der 75. Lernende seine Ausbildung bei uns.»

Die dritte Generation aufgebaut

Hans Frei hat 1993 zusammen mit seinem Bruder Gabriel den Betrieb vom Vater übernommen. 1997 kam der Namenswechsel: Fortan lief das Unternehmen unter dem Namen «Schreinerei Gebr. Frei AG». Es folgten Geschäftserweiterungen, der Aktualität angepasste Zertifizierungen und man versuchte immer mit der Zeit zu gehen: «Wir waren eine der ersten Schreinereien in der Region, die auf EDV umgestellt hat.»

Und immer wieder standen Diskussionen im Raum, wie die Zukunft des Betriebs aussehen sollte. Und so kommt es nun zu einem weiteren Generationenwechsel: «Ich musste nie, es war immer ein Wollen», so Tobias Frei, der Sohn des aktuellen Geschäftsführers Hans Frei. Er sei im Betrieb aufgewachsen und für ihn war klar: «Der Beruf des Schreiners gefällt mir.» So habe er die Lehre im Familienbetrieb gemacht – «ich war Lehrling Nr. 35» – und abgesehen von einer Weiterbildungspause ist er seit 1998 im Familien-Betrieb tätig: «Ich kenne die Kunden, die Mitarbeiter und die Firmengeschichte.»

«Es ist das Schönste überhaupt», kommentiert so auch Hans Frei den Stabwechsel, der am 1. August offiziell in Kraft tritt. «Zu wissen, dass das von meinem Vater aufgebaute und von mir weitergeführte Unternehmen in Familienhänden bleibt, macht mich stolz.»

Das Team ist seit Jahren eingespielt

Der 37-jährige Tobias Frei ist froh, dass er von der «alten Garde» beim Übergang begleitet wird und auf ein eingespieltes, junges Team zählen kann. So ist auch der neue Betriebsleiter Andreas Rohn bereits seit seiner Lehre im Unternehmen. Besonders wichtig sei für ihn aber auch der Support seiner Frau Andrea, welche für die administrativen Belange des Unternehmens verantwortlich ist.

Gerade in der jetzigen Zeit sei ein guter Zusammenhalt wichtig: «Das Coronavirus und seine Folgen setzen uns schon zu. Auch bei uns war Kurzarbeit ein Thema.» Die Schreinerei hat Aufträge von Privatkunden und von öffentlichen Institutionen, aber vor allem im Bereich Industrie sei der Lockdown nachhaltig spürbar. Da schaut Senior Hans Frei schon etwas wehmütig auf grosse Aufträge wie im Burgerspittel in Bern oder im «La Couronne» in Solothurn zurück.

Aber jetzt freut man sich vor allem auf den schon lange geplanten Übergabe-Anlass am 1. August, der auch coronabedingt nur im kleineren Rahmen stattfinden wird. Grosse Veränderungen werde der Wechsel an der Spitze des Unternehmens sowieso nicht mit sich bringen: «Nur hier und dort werde ich wohl ein paar kleinere Anpassungen in die Wege leiten», so Tobias Frei, aber das sei auch schon vorher immer nötig gewesen: «Ohne Flexibilität geht in der heutigen Zeit nichts mehr.»

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