Die neuen Arbeiten erweisen sich durchwegs von hohem handwerklichem Niveau, und dies einmal mehr bei vorwiegend autodidaktischer Ausbildung. Für alle drei Ausstellenden gilt eine grosse Produktivität bei hobbymässigem Betreiben ihres künstlerischen Schaffens.

Mit ihren Papierbildern erzählt Hedy Bürki von den Schönheiten ihres Landlebens in Röthenbach, wo sie auch aufgewachsen ist. Nach den Schulen in Herzogenbuchsee absolvierte sie das Handarbeitslehrerinnenseminar und war anschliessend zwanzig Jahre lang als Lehrerin tätig.

Bereits während ihrer Lehrtätigkeit stets auf der Suche nach neuen Ideen experimentierte sie auch mit Papier und Schere. So entstand 1981 ihr erster Scherenschnitt. Hedy Bürki zeichnet ihre Gedanken auf Papier und schneidet mit der kleinen spitzen Schere Löcher hinein, bis alles Unnötige weg ist, und das Wesentliche noch zusammenhält.

Vor allem bei symmetrischen Sujets ist die Exaktheit das Wichtigste. Je nachdem werden mehrere Bildteile zu einer reichhaltigen Komposition zusammengesetzt. Viele Bilder hat die Künstlerin paarweise in oft spitzwinklige, alte Fenster eingesetzt. Besonders knifflig, aber umso faszinierender erweist sich das Einsetzen kleinster Scherenschnitte durch ausgebrochene «Fenster» auf die Innenseite von Gänse-, Enten- oder Hühnereiern.

Tiere und Engel

Die beiden Kunstschaffenden Jessica Stampfli und Selma Alber wohnen in einem der ältesten Häuser von Oekingen. Da sie hier gemeinsam ausstellen, haben sie ihre Arbeiten thematisch koordiniert. Das Malen bedeutet für Jessica Stampfli ein Zusammenspiel von inneren und äusseren Welten. Sie malt ausschliesslich lebende Wesen. In ihrem Themenkreis finden sich Raben, ein Silberreiher, Kaninchen und Hühner. Die Farbe hilft ihr, das Unsichtbare sichtbar zu machen. Dabei hat die Künstlerin eine Vorliebe für weisse Tiere. Dazu setzt sie den Kontrapunkt Schwarz.

Esel und Pferd trifft Jessica Stampfli formal und im Ausdruck meisterhaft, ohne jemals einen Malkurs besucht zu haben. Hier erst erscheinen warme Farben. Mit ihrem Hauptthema Engel ist wiederum Weiss am Zug und ihre figürliche Malerei im weiteren Sinne umrissen. Eigentlich ein bis zum Filigranen führendes Pinselzeichnen. Die Engel in der üblichen Vorstellung mit gefiederten Flügeln seien sowohl himmlisch wie irdisch zu verstehen, erläutert Stampfli.
Keramikerin mit viel Erfahrung

Die Keramikerin Selma Alber hat bereits eine dreissigjährige Ausstellungstätigkeit hinter sich und präsentiert stets eine neues Sortiment, wie sie betont. Auch gibt sie seit vierzig Jahren Kurse. Ihr anspruchsvolles Metier des Modellierens hat Selma Alber ursprünglich in verschiedenen Ateliers gelernt. Bereits hinter ihren hohen zylindrisch modellierten Engeln verbirgt sich eine grosse Erfahrung in der Handhabung des Tones.

Alle Objekte werden von Hand ohne Scheibe im Hochbrand hergestellt. Das Aufschlicken von Blüten und Blättern auf Schüsseln und Hohlgefässe ist ihre Spezialität und erfordert höchste Einfühlung, und Konzentration. Für Selma Alber bedeutet Tonschaffen Ertasten und zugleich Meditation.

Bis 19. März. Öffnungszeiten: Sa/So 14–17, Mi/Fr 18–20 Uhr. Im NäijereHuus Hersiwil zeigen die drei Künstlerinnen Hedy Bürki, Scherenschnitte, Jessica Stampfli, Malerei und Selma Alber, Keramik.