Der Gemeinderat macht in der Schulraumerweiterung vorwärts. An seiner Sitzung genehmigte er einen Projektierungskredit über 220'000 Franken zuhanden der Gemeindeversammlung. Mit dem Geld soll ein Projekt erarbeitet werden für die unbestrittene Sanierung der Schulgebäude sowie den im Gemeinderat heftig diskutierten Anbau.

Eigentlich wähnte sich der Gemeinderat schon am Ziel. Einerseits warten Schulhaus und Turnhalle auf die nötige Sanierung, andererseits braucht die Schule insbesondere wegen des neuen Lehrplans 21 zusätzliche Räumlichkeiten für Gruppenarbeiten. Wenn man nun an den Schulgebäuden anpackt, müssten diverse andere ungenügende Räume verbessert oder umgenutzt und vor allem ein hindernisfreier Zugang gewährleistet werden. «Sobald ein Baugesuch aufliegt, wird dieses von Behinderteninstitutionen geprüft, da muss man sich nichts vormachen», erklärt dazu Planer Reto Vescovi.

Nach monatelangen Rechen- und Verschiebespielen, Überlegungen, wie Zimmer platziert und Nutzungen abgeändert werden könnten, einigte man sich auf die Variante mit einem Anbau, erklärte Gemeindepräsidentin Anita Panzer (FDP). Deshalb habe sie sich gewundert, als Gemeinderat Urs Schweizer (FDP) vor der Sitzung eine zusätzliche Variante gerechnet haben wollte.

Eine zweite Variante soll gerechnet werden

Schweizer konnte aber an der Gemeinderatssitzung nicht teilnehmen. Er wurde von Ersatz Felix Truninger (FDP) vertreten, der in mehreren Punkten begründete, weshalb er und Schweizer eine zusätzliche Variante gerechnet haben wollen. «Die Schule braucht rund 125 Quadratmeter zusätzlichen Schulraum. Es hat diverse vorhandene Raumoptionen, die man nutzen kann. Wir wollen, dass man ebenso seriös eine Variante ohne Anbau rechnet», so Truninger. Vescovi erklärte, man könne nicht einfach aufgrund des Flächenbedarfs eine Rechnung anstellen. Es brauche interne Erschliessungen, und vor allem müssten die schulischen und andere Bedürfnisse berücksichtigt werden. So müssten die neuen Gruppenräume beispielsweise nahe der Klassenzimmer sein.

Truninger machte geltend, dass eine Umnutzung bestehender Räumlichkeiten machbar sei, diese schneller erfolgen könne als ein Umbau und etwas günstiger sei. Da er insbesondere Diskussionen in der Finanzkommission erwähnte, in der er Mitglied ist, wurde schnell klar, dass es sich beim Anliegen, eine zweite Variante zu rechnen, um ein Sparanliegen handeln muss.

«Wir wollen nicht Varianten mit unmöglichen Lösungen rechnen», erklärte aber Panzer. Der Gemeinderat habe seit Anfang Jahr verschiedene Varianten sorgfältig geprüft und abgewogen, es habe eine Begehung stattgefunden, wobei die Option Anbau und Optionen in bestehenden Kubaturen und auch die Option Feuerwehrmagazin für den Schülerhort abgewogen wurden. Letztere Option, mit dem Schülerhort im Feuerwehrmagazin, wäre etwa auf harten Widerstand bei einigen Vereinen gestossen, die die Lokalität nutzen.

Gemeindevizepräsident Hansjürg Geiger bestätigte: «Wir haben Varianten geprüft, ohne Kostenberechnungen zu machen.» Das Projekt mit dem Anbau sei klar die beste und sinnvollste Variante gewesen, alles andere Stückwerk.

Das Gesamtprojekt kostet 3,4 Mio. Franken

Dann ging es schnell. Die Gemeindepräsidentin schritt zur Abstimmung. Der Antrag für eine zweite Variante wurde mit 6 zu 1 abgewiesen, der Projektierungskredit von 220 000 Franken mit 6 Ja-Stimmen bei einer Enthaltung angenommen. Eine grobe Kostenschätzung geht von einem Betrag von 1,8 Mio. Franken für die Sanierung und 1 Mio. Franken für den Anbau aus. Als Reserve wurden 0,6 Mio. Franken angenommen.