Gemeindepräsident Stefan Schluep durfte 55 stimmberechtigte Einwohner in der Schnottwiler Schule zur Gemeindeversammlung begrüssen. Das Budget, die Sanierung der Flurwege, die Erhöhung der Stellenprozente der Gemeindeverwaltung und die Fusion der Spitex Bucheggberg mit der Spitex Aare Nord waren unbestritten. Bei diesen Geschäften wurden die Gemeinderats-Anträge einstimmig durchgewunken.

Das geänderte «Reglement über Grundeigentümerbeiträge und - gebühren» wurde aber erst nach intensiven Diskussionen und auf Antrag aus dem Plenum mit einer Senkung der Belastung für Liegenschaftsbesitzer genehmigt. Den Beteiligungssatz der Liegenschaftsbesitzer bei Neubauten der Infrastruktur auf 100 Prozent anzuheben, kam bei vielen Hausbesitzern schlecht an. «Jeder kann auf dem Trottoir vor meinem Haus spazieren, ohne mich zu fragen. Also soll auch der Steuerzahler einen Beitrag leisten, wenn die Strasse ausgebaut wird», war ein Votum. Die Stimmbürger folgten einem Antrag aus dem Plenum mit 39:11 Stimmen bei 5 Enthaltungen. Die Beteiligungssätze bleiben damit wie bisher zwischen 60 und 80 Prozent und nur der Wortlaut des Reglements wird geändert.

Budget und Stellenprozente

Vizegemeindepräsident Markus Wälti stellte das Budget 2019 vor und erklärte einige der grössten Änderungen. So habe bei der Sozialen Sicherheit der Kanton den Lastenausgleich von 360 auf 410 Franken pro Einwohner angehoben. «Diese Mehrausgaben von 22'000 Franken pro Jahr sind fremdgesteuert, da können wir gar nichts machen.» Mit nur noch 230'700 Franken sei dagegen die Unterstützung aus dem Finanzausgleich seit 2016 praktisch halbiert worden. Die Versammlung genehmigte einstimmig das rund 6.4 Millionen Franken umfassende Budget 2019, das mit einen Negativbetrag von 232'500 Franken abschliesst.

«Schnottwil ist von 972 Einwohnern im Jahr 2004 auf heute 1126 Einwohner gewachsen», begann Stefan Schluep die Begründung für die auf Anfang 2018 rückwirkend geltende Erhöhung der Stellenprozente auf der Gemeindeverwaltung. Die Arbeitslast habe stark zugenommen, und das Tagesgeschäft sei kaum mehr zu erledigen. Schnottwil habe deshalb eine neutrale Arbeitsplatzbewertung erstellen lassen. Die Versammlung stimmte dem Antrag des Gemeinderats einstimmig zu und erhöhte die Stellenprozente von bisher 195 Prozent auf neu 225 Prozent.

Flurwege werden saniert

«Unsere Flurwege sind 40 und mehr Jahre alt», begründete Gemeinderätin Sarah Hartmann den Kreditantrag von knapp 2 Millionen Franken. «Die landwirtschaftlichen Fahrzeuge sind breiter und schwerer geworden. Unsere Flurwege sind ein Flickwerk. Die Fugen sind Schwachstellen und die Randbereiche des Asphalts sind abgedrückt worden.» Das Ingenieurbüro Emch+ Berger habe eine detaillierte Studie erstellt. Die unter «Priorität 1» erfassten Flurwege sollten zwischen 2020 und 2030 saniert werden. «Um auf Beiträge von Bund und Kanton zählen zu dürfen, müssen wir ein Gesamtkonzept vorlegen. In dieser ersten Etappe sollen die Hauptzufahrten verbreitert und wo nötig für schwerere Fahrzeuge ausgebaut werden.

Die hohen Kosten sorgten angesichts der bereits angespannten finanziellen Lage des Dorfs für Diskussionen. «Wenn wir die zwei Millionen Franken des Gesamtkredits auf zehn Jahre verteilen, bricht uns das nicht das Genick», erklärte der Gemeindepräsident. Daraufhin wurde der Kredit einstimmig genehmigt und der Gemeinderat befugt, die Tranchen für die einzelnen Abschnitte selbstständig freizugeben.

Spitexfusion bewilligt

Die Fusion der Spitex Bucheggberg mit der Spitex Aare Nord zur Spitex Aare wurde einstimmig genehmigt. Der Sitz der Spitex bleibt in Hessigkofen und mit Martin Willi bleibt ein Bucheggberger Präsident. Die Fusion soll jährlich 35'000 Franken Ersparnis bei der Verwaltung bringen. Am 19. Dezember wird die Gründungsversammlung der Spitex Aare abgehalten, die 1. Januar 2019 ihre Arbeit aufnimmt.

Zum Abschluss der Versammlung wurde Vizepräsident Markus Wälti geehrt, der aus beruflichen Gründen auf Ende Januar 2019 zurücktritt. Seine Nachfolge im Ressort Finanzen wird Pascale Lauper antreten. Den neuen Vizepräsidenten wird der Gemeinderat an seiner ersten Sitzung im neuen Jahr wählen.