Inkwilersee

Die Sanierung ist erfolgreich abgeschlossen worden

Der Inkwilersee verlandet schneller als andere Seen. Mit der Sanierung dürfte er weiteren Generationen als Erholungsraum dienen.

Die Sanierung des Inkwilersees ist erfolgreich abgeschlossen. Deshalb luden die Gewässerschutzstellen der Kantone Solothurn und Bern zu einem Abschlussanlass. «Der Inkwilersee ist eine Perle in der Landschaft», meinte Markus Zeh (Amt für Wasser und Abfall, Kanton Bern). Tatsächlich ist der See einerseits Erholungsraum für die Menschen aus der Umgebung, aber auch Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarten. Der See begleitet Zeh schon seit er seine Arbeit beim Kanton Bern vor 26 Jahren aufgenommen hat. «Kleine Seen verlanden. Der Inkwilersee macht das noch schneller als andere. Wir haben mit der Sanierung versucht, den See für kommende Generationen zu erhalten.» Für Markus Zeh war immer klar, dass beim Inkwilersee nur eine sogenannte «technische« Sanierung, nämlich das Ausbaggern der Sedimente, hilft. Gleichzeitig musste der Nährstoffeintrag in den See verringert werden. «Es gab viele Hindernisse und es gab auch Momente, in denen ich zweifelte, ob die Sanierung je ausgeführt wird.»

Hauptmassnahme: Entnahme von Sediment

Zeh erinnerte in diesem Zusammenhang an Daniel Schrag, der bis 2015 im Amt für Umwelt des Kantons Solothurn arbeitete und sich mit viel Herzblut für die Sanierung des Inkwilersees eingesetzt hat. Er war auch massgeblich beteiligt an der Erarbeitung des Sanierungskonzeptes aus dem Jahr 2011. Das Ziel des Sanierungskonzeptes war klar definiert: «Die Verlandungsrate minimieren und damit die Lebensdauer des Inkwilersees maximieren sowie die standortheimische Flora und Fauna mit ihren besonders zu schützenden Arten erhalten und fördern.» Dazu wurden drei Hauptmassnahmen definiert. Die wichtigste: Die Entnahme von Sediment. Philipp Staufer (Amt für Umwelt Kanton Solothurn) blickte auf die ausgeführten Massnahmen zurück. Wichtig war die Mitwirkung durch Private, Institutionen und Gemeinden. «Wir haben viele Inputs erhalten.» Ebenfalls wichtig war der Probelauf für die Sedimententnahme im Jahr 2014. Danach war klar, dass der See vor Entnahme der Sedimente entkrautet werden muss.

Im Herbst 2018 begannen die eigentlichen Arbeiten. Rund 500 Kubikmeter See- und Teichrosen wurden mit einer «Seekuh» gemäht und die Rizome (Wurzeln) der Pflanzen teilweise «abgerecht». «Manche Wurzeln waren armdick«, meinte Staufer. Insgesamt wurden 375 Tonnen Grünmaterial aus dem See geholt. Weil das Material Nährstoffe enthielt, wurde es in der Landwirtschaft verwertet: 125 Kilogramm Phosphor und 600 Kilogramm Stickstoff wurden so in die Böden eingebracht. Weiter war Kalk, Kalium und Magnesium enthalten. Zudem wurden Tausende von Teichmuscheln umgesiedelt. Danach wurde mit der Entnahme des Sedimentes begonnen. Der Saugbagger war täglich zwischen 10 bis 12 Stunden im Einsatz. Rund 14 000 Kubikmeter Sediment wurden abgesaugt. Das Material wurde in sogenannten Geotubes gelagert und dort entwässert. Am Schluss blieb knapp 6000 Kubikmeter Material übrig, das der Landwirtschaft als Dünger zugeführt wurde. «Das Material wurde immer wieder kontrolliert. Es war leicht basisch und konnte in der näheren Umgebung des Sees verwertet werden», erklärte Staufer.

Sanierung kostet total 1,3 Millionen Franken

Noch sind die Arbeiten rund um den Inkwilersee nicht ganz abgeschlossen. Die Tiefenwasserableitung, die im Jahr 2012 verlegt wurde, ist kaputt und wird in den nächsten Wochen ersetzt. «Auch hier hilft uns der Fischereiverein Inkwil wieder tatkräftig mit», so Markus Zeh. Noch nicht umgesetzt ist die Ersatzmassnahme im Kanton Solothurn, der in der sogenannten Seehostet ein Stück Drainage freilegen und so ein Feuchtgebiet schaffen will. Auch der Kanton Bern hat noch eine Pendenz: Das Ufer entlang des Sees soll neu unter Schutz gestellt werden.

Die Sanierung des Inkwilersees kostete rund 1,3 Mio. Franken. Eine halbe Million hat der Alpiq Ökofonds bezahlt, ein weiterer grosser Betrag kam von Fonds der BKW. Die Gemeinden Bolken, Etziken und Inkwil zahlen weitere 100 000 Franken und der Rest wird von den Kantonen Solothurn und Bern getragen.

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