An ein Kaleidoskop dachte der Musikverein Harmonie bei den Vorbereitungen zum Kirchenkonzert. So vielfältig und bunt ist es geworden. Da passten die zwei Beiträge des Ensembles der Kreismusikschule Gerlafingen wunderbar dazu. Unter der Leitung von Silvia Scartazzini spielten die Kinder gemeinsam zunächst «Carol of the Drum». Danach wechselten sie in den Bossa-Nova-Rhythmus. In den hatte Terry Kerry nämlich das bekannte Weihnachtslied «Jingle Bells» versetzt.

Noch als Student schrieb der Engländer Philip Sparke 1974 seine erste Komposition für Brass Band. Er benannte sie nach ihrem Verwendungszweck ganz einfach «Concert Prelude». Erst 1979 instrumentierte er sie auch für Blasorchester. Diese Version fand die Harmonie noch immer passend für diesen Zweck.

Eine auf dem Klavier geklimperte Melodie, die seiner Frau gefallen habe, soll der Ursprung der bekanntesten Komposition von Edward Elgar, den «Enigma-Variationen» sein. Entstanden sind 1898 vierzehn Variationen, die jede eine Bezeichnung oder einen Namen trägt. Dass sie meist einer bestimmten Person zuzuordnen sind, wurde erst später bekannt. Geschrieben sind sie für ein Orchester mit beachtlichem Bläseranteil. Die neunte und bekannteste ist «Nimrod». Waren es die bereits im Original vorhandenen Bläserstimmen oder war es die Komposition an sich, die Alfred Reed reizten. Jedenfalls schrieb der Amerikaner zu dieser Variation «Nimrod» eine Blasorchesterversion.

Mit ihr bereitete sich die Harmonie auf ihr Hauptwerk «Second Suite» vor. Geschrieben wurde diese 1979 nämlich von eben diesem Reed. Sie besteht nicht aus den üblichen drei, sondern aus vier Sätzen. Dabei scheint Reed sich ziemlich südwärts orientiert zu haben. Bei Son Montuno scheint er an Karibik und vielleicht Kuba gedacht zu haben. Guaracha kommt aus Argentinien. Das würde man bei Tango auch erwarten, ist aber weniger klar. Da verwirrt der Zusatz Saragossa Serenade etwas. Gar ein Gemisch zwischen Mexiko und Spanien könnte der vierte Satz Paso doble, sein. Eigentlich egal, viel wichtiger war die gefällige Präsentation des anspruchsvollen Vortrags.

Die wiehernde Trompete

Eine pädagogische Ader verriet der Österreicher Otto M. Schwarz bei seinem Arrangement zu «A Song for You». Er bearbeitete es so, dass Blockflötenschüler mitspielen können. Sie sollen Gefallen finden am Mitspielen und so früh Lust bekommen, ein Instrument aus der Blasmusik zu erlernen. So kamen die vier jungen Blockflöten-Solistinnen zu ihrem Auftritt mit der Harmonie.

Mit Adam Gorbs «Eine Kleine Yiddishe Ragmusik» entstand wieder eine andere Farbe im angedachten Kaleidoskop. Wieder anders erschien «Notturno» aus Felix Mendelssohns 1842 komponierter Schauspielmusik «Ein Sommernachtstraum». Das eröffneten die vier Waldhörner der Harmonie wirkungsvoll. Bei «Fairytale of New York» besorgte das genau so wirkungsvoll die Flöte. Darin haben später auch die seidenfeinen Pikkolo-Träumereien gefallen. Dazu hätte man sich gut ein irisches Grün im Kaleidoskop vorstellen können.

Keine bestimmte Farbe weckte hingegen «God of Our Fathers». Beim Kaleidoskop gruppieren sich die gespiegelten Farbsplitter ja auch von selbst. Spiegeln kann sich nur, was darin steckt. Bei der Harmonie steckte Musik drin. Die wurde – im übertragenen Sinn – ausgezeichnet gespiegelt. Begeistert hat auch die Zugabe «Sleigh Ride» (Schlittenfahrt). Sie wurde zwar schon in den 40er Jahren geschrieben. Sie wird aber noch immer in vielen verschiedenen Arrangements gespielt. Auch sie enthält mit der wiehernden Trompete am Schluss den typischen Leroy Anderson-Gag.