Unterleberberg
Die Gemeindepräsidenten wurden über Strassen- und Bahnbauten informiert

Die Kantonsstrasse T5 war Thema an der Gemeindepräsidentenkonferenz Unterleberberg.

Urs Byland
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Die Kreuzung Hinterriedholz erhält eine Lichtsignalanlage.

Die Kreuzung Hinterriedholz erhält eine Lichtsignalanlage.

Oliver Menge

Was der Kanton und die Aare Seeland mobil (asm) auf und entlang der Kantonsstrasse T5 planen, erfuhren die Gemeindepräsidentinnen und Gemeindepräsidenten im Unterleberberg aus erster Hand. Es sind einige Projekte, die Peter Portmann, Amt für Verkehr und Tiefbau (Leiter Projektmanagement), Markus Flück (asm) sowie Nicolas Bürgi (asm) vorstellten. Eines wurde in dieser Zeitung bereits vorgestellt: Der Doppelspurausbau der Aare Seeland mobil bei der Kreuzungsstelle St. Katharinen.

Die Haltestelle erhält ein Mittelperron. Anschliessend wird das Trassee 225 Meter in Richtung Feldbrunnen zweigleisig geführt, damit künftig die Züge kreuzen können, wenn der Viertelstundentakt auf der Strecke Solothurn bis Flumenthal eingeführt wird. Mit der Einführung des Viertelstundentakts soll die absehbare Überlast auf dieser Strecke abgebaut werden, was der Bund fordert.

«Wir wollen mitreden»

Der Viertelstundentakt beschäftigte die Gemeindepräsidentinnen und Gemeindepräsidenten besonders. Mit dessen Einführung wird die Buslinie auf den Balmberg nicht mehr nach Solothurn geführt, sondern in Flumenthal oder Riedholz ans «Bipperlisi» angebunden.

Christoph Heiniger (Flumenthal) macht sich speziell Sorgen, dass der nunmehr einzige Bahnübergang in seiner Gemeinde künftig mehr als 30 Minuten in der Stunde geschlossen sein wird. Markus Flück ist aber überzeugt davon, dass dies nicht der Fall sein werde. Mit der neuen Anbindung und Linienführung der Postautolinie muss der Kanton ein neues Konzept erarbeiten.

«Wir Gemeinden müssen in die Erarbeitung des Buskonzeptes miteinbezogen werden», fordert Pascal von Roll (Balm bei Günsberg). Die Kreuzung St. Katharinen und der Doppelspurausbau soll ab 2022 realisiert und 16 Mio. Franken kosten. «Wir wissen, wie wichtig ein guter öV ist, aber wie lange schliessen die Schranken? Und kann der Fahrplan eingehalten werden, wenn sich in Solothurn auf der Rötibrücke die Autos stauen?», fragte Anita Panzer (Feldbrunnen-St. Niklaus). Peter Portmann beruhigte und erklärte, dass Studien zeigen: «Es wird funktionieren.»

Ganz kurz streifte Portmann das Bauprojekt der Strassensanierung Baselstrasse in Solothurn. Das Projekt sieht aktuell einen sogenannten «Mischverkehr» vor, das heisst zwei Geleise auf der Baselstrasse in Solothurn für das Bipperlisi. Gebaut werden soll im ab 2022.

In den GWUL-Wirrungen

Ein weiteres grosses Informationsthema war die Reorganisation Gruppenwasserversorgung Unterer Leberberg (GWUL). GWUL-Präsident Rainer Hug informierte zum Stand der Dinge. Die Neustrukturierung der GWUL sei in der Umsetzungsphase und aktuell in der Vernehmlassung bei den Gemeinden. Man hat sich in der Verwaltungskommission auf einen Weg geeinigt, der den Aufbau eines Zweckverbandes zum Ziel hat. Alle Primäranlagen sollten in den Besitz der GWUL übergehen. Ziel der Restrukturierung sei eine Trägerschaft (heute sind es deren acht) und damit ein gestärkter Verband. Alle sollen die gleichen Leistungen zum gleichen Preis beziehen, dazu brauche es eine Solidarität unter den Gemeinden. Sechs Gemeinden, so Hug, wollten einen Primärversorger. Die Bürgergemeinde Rüttenen auch, aber sie hat grosse Vorbehalte wegen der Rechtsform des Zweckverbandes und fürchtet einen Verlust der Einflussmöglichkeiten. Attiswil überlegt sich einen Austritt, will aber einen Wasserlieferungsvertrag abschliessen. Grundsätzliche Vorbehalte kommen aus Luterbach, das finanziell die grössten Mehrbelastung hätte. (uby)

Ampeln im Hinterriedholz

Erstmals hörte man etwas zum Knoten Hinterriedholz. Hier liegt das Auflageprojekt in der Vernehmlassung bei den Behörden in Flumenthal und Riedholz. Der Verkehr auf der Kreuzung, die einen Unfallschwerpunkt darstellt, soll mit einer Lichtsignalanlage gelöst werden. Dabei werden die Fahrzeuge künftig auf der T5 in beiden Richtungen mit drei Spuren an die Kreuzung herangeführt. Die neue Schrankenanlage der Aare Seeland mobil wird mit der Strassenampelanlage koordiniert. Die Realisierung soll 2019 erfolgen. Gerechnet wird mit Kosten von 3,6 Mio. Franken für die Strassenarbeiten und 250'000 für den Bahnübergang.

Weiter informierte Portmann zur Günsbergstrasse nach Hubersdorf. Sie soll bergwärts einen Radstreifen erhalten. Zudem wird die Dorfeinfahrt Hubersdorf umgestaltet. Die Realisierung erfolgt 2020. Und das Projekt kostet vermutlich 2,5 Mio. Franken. Auch auf der anderen Seite der Kreuzung Hinterriedholz soll die Waldaustrasse auf Gemeindegebiet Flumenthal saniert werden. Sie wird mit einem Rad- und Gehweg bergwärts ausgestattet, ab 2025 realisiert und die Kosten werden auf 2 Mio. Franken geschätzt.

Bleibt noch die grundsätzliche Sanierung der in den Jahren 1959 bis 1961 gebauten Betonstrasse. Diese erfolgt in zwei Etappen. Der Kanton möchte die Etappe West am liebsten parallel mit der Baustelle Baselstrasse, also 2022/23 sanieren. Die Etappe Ost folgt ab 2024. Die Kosten werden auf 11,5 Mio. Franken geschätzt. Jasmine Huber bat die Verantwortlichen darauf zu achten, dass es keine Totalsperrung der Strasse gibt. «Ich möchte das nicht mehr erleben, zumindest nicht in meiner Amtszeit.»

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