Kriegstetten
Die Bänklete trumpfte mit schlauem Humor und einer Prise Frechheit auf

Die Bänklete Kriegstetten bot einen bunten Reigen mit Versen, Klängen, Rhythmen und vielen Pointen.

Hans Blaser
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Bänklete Kriegstetten 2018
16 Bilder
Die Chrisvierteler Huttwil
Die Oberin von Kriegstetten
Bänklischliffer aus Baselland
Bänklischliffer aus Baselland
Der Ober von Kriegstetten
Die Baukis
Die Zunftmusik
Der Meggeri aus Basel
Gruppe Schrott aus Bätterkinden
Gruppe Schrott aus Bätterkinden
Baukis mit Kunst in Klang und Gesicht. Bänklete Kriegstetten
Die Schnäderpänsli aus Wiedlisbach
Die Sänklochtoucher
Fulminantes Schlussbouquet der Drei Musketiere aus Bern.
Die drei Musketiere aus Bern

Bänklete Kriegstetten 2018

Hans Blaser

Wie üblich eröffnete die Zunftmusig die Kriegstetter Bänklete – erstmals in geänderter Besetzung. Die beiden Trompeten erhielten Unterstützung durch eine Posaune, und den Boden durch ein Sousafon. Dadurch wurden sowohl dem Klarinettisten wie dem Akkordeonisten mehr Power abverlangt. Die Posaune steuerte einen kühleren, vielleicht aggressiveren Klang bei. Gefallen hat sie so gut wie bisher. Weitere musikalische Beiträge bereicherten den Abend.

Auch die Baukis gehören natürlich an die Bänklete. Sie brachten nebst Musikinstrumenten auch diesmal Bauwerkzeuge mit. Erstaunlich, wie vielfältig sich normale Bauschaufeln akustisch einsetzen lassen. Ihr Auftritt wirkte musikalischer als auch schon. Jedenfalls war er dynamisch dem Lokal und seinem Belegungsgrad besser angepasst als 2017.

Gefehlt haben diesmal die Tambouren aus Biberist. Sie wurden durch eine Gruppe des Tambourenvereins Solothurn vertreten. Sie erhielt ihren grössten Applaus typischerweise nach den Vorträgen im Dunkeln. Als Solothurner beschränkten sie sich dabei nicht nur auf die roten Sticks. Jeder Tambour hatte in der einen Hand einen roten und in der anderen einen weissen Leuchtstick.

Ein Sujet fehlte

Im Jahr eins nach Manfred Küng fehlte an der Bänklete natürlich ein bedeutendes und ergiebiges Sujet. Schon immer gab es aber auch andere lokale Themen. Die sind natürlich die Domäne der einheimischen Schnitzelbänkler, also der Chräbszunft und der Sänklochtoucher.

Sie haben das ganze Jahr über Gelegenheit, Motive zu sammeln. Das haben sie getan und einheimische Opfer gefunden. Beide haben es wieder geschafft, aus harmlosen Missgeschicken spassige Verse zu schaffen. Als Meister, nicht nur des Dehnens und Erweiterns sondern auch des Ergänzens haben sich dabei die Senklochtoucher profiliert. Das ist auch kein Wunder, das machen sie seit 25 Jahren. Zu viert bedächtig, aber klar und deutlich gesungen, erhielt jede ihrer Zeilen viel Gewicht. Verdient ist die Geburtstagstorte, die ihnen auf der Bühne überreicht wurde. Erstmals dabei waren die Schrott aus Bätterkinden – im Gegensatz zu den Chrisvierteler aus Huttwil und Schnäderpänsli aus Wiedlisbach. Einen feinen Auftritt hatten die Bänklischliffer und der Meggeri. Trump, Constantin, der FC St Gallen und der besondere Raumwunsch auf Thorberg waren dominante Themen des Abends.

Mit Berner Finale

Das erwartete fulminante Schlussbouquet lieferten wieder die Drei Musketiere aus Bern. Sie waren die zweiten Jubilare an der Bänklete. Seit 20 Jahren touren die drei Männer zusammen durch die Berner aber auch andere Fasnachten. Seit einigen Jahren schon sind sie die Lieblinge des Bänklete-Publikums. Ihnen hilft ihr gutes Aussehen, das durch ein ansprechendes Kostüm unterstrichen wird. Gerade so wichtig sind aber noch andere Dinge. Da ist einmal schon der Dialekt, der gemeinhin als der beliebteste der Schweiz gilt.

Enorm wichtig ist sicher die Stimme, aber auch die präzise und deutliche Aussprache des Vortragenden. Ihre Auftritte sind einzigartig. Viel Intelligenz, Humor, Witz, Raffinesse und Fantasie ist bei ihnen gepaart mit List, Verschlagenheit und der nötigen Dosis Frechheit. Bei ihnen kommt jedoch noch auch eine gesunde Prise Perversität dazu. Diese blieb aber bisher immer auf einem durchaus angenehmen und heiteren Niveau. Sie kamen natürlich auch nicht an Trump vorbei.

Und auch bei ihnen war der FC St. Gallen und deren Zuzüge im Führungsstab ein Thema. Als einzige bearbeiteten sie aber die Personen Hugh Hefner und den Bundesrat, den sie Barmeläng nannten. Bei ihnen spielt auch ihr Zeichner eine Rolle. Die Zeichnungen sind selten aufwendig. Sie können wenig zeigen, aber oft so viel aussagen, dass keine Worte nötig sind. Zu einer Zeichnung reichte ein Name: Claudia Schiffer.

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