«Werkspielplatz» steht in bunten Lettern oberhalb des Eingangs des Holzhauses an der Dammstrasse. In den vergangenen 40 Jahren haben sich hier unzählige Kinder kreativ betätigt. Eine Umfrage der Spezialkommission Kinderspielplätze unter der ersten Präsidentin Elisabeth Frauchiger bestätigte im Jahr 1977 das Bedürfnis eines eigentlichen Robinsonspielplatzes. Nach einer Orientierungsversammlung bildeten sich vier Arbeitsgruppen – Planung und Bau, Materialbeschaffung, Betreuung, Administration und Information.

Werner Hofer, ein Mann der ersten Stunde, erinnert sich: «Der Werkspielplatz hätte wohl kaum realisiert werden können, wenn die Arbeitsgruppen nicht beträchtliche Fronarbeit geleistet hätten.» Die Einwohnergemeinde stellte ein Areal zur Verfügung und sprach einen Kredit. Als Aufenthaltsraum diente eine Baubaracke mit Elektroherd, Wassertrog und Werkzeugecke. Das Spielplatzareal mit Feuerstelle, Brunnen, Sandkasten, neu gepflanzten Bäumen und Sträuchern wurde mit einem Holzzaun umrandet. Die Bürgergemeinde lieferte Rundhölzer, die Papieri Abfallholz und Papier fürs Werken der Kinder.

Gelebter «Robinson»

Im Frühling 1978 fand die Eröffnungsfeier des Robinsonspielplatzes statt. Zwei Jahre später finanzierte die Pro Juventute neue Spielgeräte. Im Winter 1983 stellte die Einwohnergemeinde eine zweite Baracke zur Verfügung. Anfänglich war der Spielplatz im Sommerhalbjahr an zwei Nachmittagen geöffnet. «Die Buben und Mädchen durften ihre gewünschten Aktivitäten frei wählen», erzählt die ehemalige langjährige Betreuerin und Präsidentin Margrit Hofer. «Sie sägten, schraubten, hämmerten, kletterten, spielten mit dem Ball.»

Der Erfolg war gross, zählten doch die Betreuerinnen in den Jahren 1984 und 1985 je rund 1200 Kinder. In den Sommerferien lagen Spieltage im Angebot, die sogar zwei Tage dauerten, mit Themen wie Indianerleben, Geisterstadt, Hexenfest, Gaunerleben. An diversen Samstagen halfen die Väter, Holzhütten zu bauen. Beliebt waren auch der Spielzeug-Flohmarkt und die Teilnahme am Fasnachtsumzug.

Neue Klettergeräte

Mittlerweile haben sich die Freizeitangebote der Kinder geändert und die Anzahl der Betreuerinnen ist zurückgegangen, nicht zuletzt, weil die jungen Mütter heute vermehrt ausser Haus arbeiten. Geöffnet ist der Werkspielplatz aber weiterhin erfolgreich für zehn spezielle Anlässe wie etwa Oster-, Muttertags-, Herbst-, Advents- und Weihnachtsbasteln. Gut besucht ist nach wie vor das «Räbeliechtlischnitzen». Der Spielplatz finanziert sich mit einem Beitrag der Gemeinde sowie dem kleinen Entgelt, das die Kinder jeweils fürs Material bezahlen.

Das Betreuerteam hat diese Woche das Jubiläumsfest von Samstag, 2. Juni vorbereitet. «Ab 10 Uhr darf gespielt und gebastelt werden. Hergestellt wird zudem eine Piñata aus Papier und Karton, gefüllt mit Süssigkeiten», erzählt Carmen Eichhorn, verantwortlich fürs Ressort Kommunikation.»

Begeistern dürften zudem die neuen Klettergeräte, die als Jubiläumsgeschenk der Gemeinde von Präsident Stefan Hug-Portmann persönlich übergeben werden. Der Kinderchor der Musikschule singt unter der Leitung von Doris Stähli Widmer. Die Festwirtschaft lockt mit familienfreundlichen Preisen.