«780 000 tausend Tonnen Kunststoffe gelangen pro Jahr in der Schweiz in die Abfallentsorgung», sagt Michael Kunz. Nur gerade 10 Prozent würden heute wiederverwertet. «Die Ressourcen sind beschränkt, ein Kilogramm Recycling-Kunststoff spart bis zu einem Liter Erdöl», rechnet Christof Neuenschwander vor. Die beiden jungen Männer haben sich in der Neuenschwander AG, Mulden-Service+Entsorgung, dem umweltgerechten Entsorgen verschrieben. Seit Anfang März bietet das Unternehmen, als erstes in der Region, einen gebührenpflichtigen Sammelsack für sämtliche Kunststoffe an. Die Vision der beiden Fachmänner ist es, die Bevölkerung zu animieren, den Kunststoff mit der gleichen Selbstverständlichkeit zu sammeln, wie heute Glas und PET. Darunter fallen etwa Plastiksäcke, Joghurtbecher, Pflanzentöpfe, Dusch- und Waschmittelflaschen, Getränkefolien, Lebensmittelverpackungen, Tetra Pak. In den Kehricht gehören weiterhin stark verschmutzte Verpackungen. Für PET-Getränkeflaschen ist der bisherige Entsorgungskreislauf nach wie vor angebracht.

Mehrmaliges Recycling von Kunststoff

Damit der mit Kunststoff gefüllte Sack dereinst wie Müll vor die Haustüre gestellt werden kann, sind die Fachmänner auf die Unterstützung der Gemeinden angewiesen. Im Moment laufen entsprechende Verhandlungen für den Verkauf der Säcke sowie für Sammelstellen in den Dörfern. Auch Poststellen werden zum Verkauf der Säcke animiert. In einigen Gemeinden seien die Abklärungen auf sehr gutem Weg, in andern würden die Verhandlungen harzen, sagen die Verantwortlichen Christof Neuenschwander und Michael Kunz.

Die Säcke können bereits bei der Neuenschwander AG an der Indusriestrasse 2 in Lohn-Ammannsegg gekauft und im beschrifteten Container an der Bibernbachstrasse, direkt neben dem Sammelplatz für die Einwohner der Gemeinde Lohn-Ammannsegg, entsorgt werden. Ein Sack à 60 Liter kostet zwei Franken. Das gesammelte Material wird schliesslich in einer Spezialfirma sortiert und zu Granulat verarbeitet. Rund 60 Prozent des Kunststoffs, welcher unendlich oft recycelt werden kann, wird so wiederverwertet. Der Rest landet
in der Kehrichtverbrennungsanlage. «Kunststoff kann unendlich oft recycelt werden», betonen die beiden Fachmänner. Bis jetzt wurden rund 3000 Säcke verkauft.

Weitere Informationen: www.entsorgung-neuenschwander.ch