Zuchwil

Der Horror fürs Sportzentrum könnte noch lange dauern

Eingangstüre zum Sportzentrum Zuchwil: Der vollständige Stillstand kostet die Sportzentrum AG und damit Zuchwil viel Geld.

Eingangstüre zum Sportzentrum Zuchwil: Der vollständige Stillstand kostet die Sportzentrum AG und damit Zuchwil viel Geld.

Direktor Urs Jäggi informiert den Gemeinderat Zuchwil zur Lage im Sportzentrum und malt ein düsteres Bild.

Nachdem schon am Donnerstagmorgen die Sportzentrum Zuchwil AG in einer Medienmitteilung auf ihre ruinöse Situation sowie die Lösungssuche am runden Tisch hinwies, war dies auch am Donnerstagabend an der Gemeinderatsitzung ein bestimmendes Thema.

Er wolle dieses Thema in aller Offenheit und Transparenz behandeln, erklärte eingangs Gemeindepräsident Stefan Hug. Sportzentrum-Direktor Urs Jäggi gab in der Folge einen Überblick, was, wie und eventuell wann wieder möglich sein könnte. «Wir haben seit 37 Tagen einen Stillstand, und es werden voraussichtlich nochmals 46 Tage vergehen, bis eine Öffnung in Betracht gezogen werden kann, wenn überhaupt», so Jäggi. «Wir haben also noch nicht einmal die Mitte erreicht.»

Sorgen wegen künftigem Schutzkonzept

Sofort mit dem Stillstand habe man alle Renovationen und Unterhaltsarbeiten vorgezogen. Man arbeite mit einem Minimum an Personal. Es sei aber erschreckend, wie schnell die Anlage verfalle, wenn sie nicht in Betrieb sei. Grosse Sorgen bereite ihm, so Jäggi, das vom Verband der Hallen- und Freibäder ausgearbeitete Schutzkonzept für eine allfällige Öffnung. «Das ist ein Horror.» Es drohe Einbahnverkehr im Schwimmbecken. «Das hätte grosse Auswirkungen auf die mögliche Kapazität der Anlage und damit auf den Ertrag.» Damit die ganze Anlage in Betrieb genommen werden kann und damit auch die über 100 Angestellten, meist Teilzeitangestellte, beschäftigt seien, brauche es eine bestimmte Grundauslastung.

Auf der Suche nach Beiträgen und Kooperationen

Finanziell drohe eine Verschuldung. Damit diese nicht alleine die Einwohnergemeinde Zuchwil bewältigen müsse, versuche die Sportzentrum AG weitere Player, die von der Infrastruktur profitieren, mit ins Boot zu holen. In finanzieller Hinsicht denke man in erster Linie an Bund und Kanton. Der Bund leiste einen Beitrag mit der Kurzarbeitsbewilligung. Vom Kanton habe man positive Signale auf ein Gesuch hin bekommen. Längerfristig suche die Sportzentrum Zuchwil AG Kooperationen mit der Stadt Solothurn und der Interessengemeinschaft Sport Solothurn. «Da wurde Interesse signalisiert an einer gemeinsamen Betriebsorganisation.»

Restschuld von 536'000 Franken erlassen

«Zu beschliessen gibt es heute nichts, aber die Anträge zum Sportzentrum werden kommen», erklärte Gemeindepräsident Stefan Hug. Beispielsweise der Antrag zur Tilgung des Darlehens der Gemeinde an die Sportzentrum AG für die seinerzeitige Ausfinanzierung der Pensionskasse. Die Restschuld beträgt noch 536'000 Franken. «Wir sagten damals, dass die AG das Darlehen in den nächsten 20 Jahren abzuzahlen vermag.»

Die jetzige Krise zeige aber, dass das nicht möglich sein werde. «Da ist es sinnvoll, gegenüber Bund und Kanton ein Zeichen zu setzen, die Sportzentrum AG auf gesunde Beine zu stellen und diese Altlast zu tilgen. Aber dazu braucht es einen Gemeindeversammlungsbeschluss», blickt Hug nach vorne.

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