Lüterkofen-Ichertswil
Das Stromnetz wird für zwei Jahre an die Regio Energie verpachtet

Die Neuverpachtung war an der Gemeindeversammlung in Lüterkofen-Ichertswil unbestritten. Allerdings gab es auch nur einen Interessenten, der eine Offerte eingereicht hat.

Rahel Meier
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Die Gemeinde Lüterkofen-Ichertswil hat der Kirchgemeinde den Friedhof abgekauft.

Die Gemeinde Lüterkofen-Ichertswil hat der Kirchgemeinde den Friedhof abgekauft.

Roy Matter

«Wir haben einen guten Deal gemacht», erklärte Gemeinderat Max Meier. Er führte an der Gemeindeversammlung durch das Traktandum «Verpachtung Stromnetz, Genehmigung Vertrag». Bekanntlich wurde der bestehende Vertrag mit der AEK Energie AG per Ende 2020 gekündigt. Danach hat eine Arbeitsgruppe mit Unterstützung von Thomas Blum (Pumag AG) nach einer Nachfolgelösung gesucht.

Vier regionale Energieanbieter wurden eingeladen, eine Offerte abzugeben. Letztlich lag aber nur eine auf dem Tisch der Arbeitsgruppe. Die städtischen Werke Grenchen und die Elektra Jegenstorf hätten verzichtet. Die AEK Energie AG habe zwar einen Brief geschrieben, dass sie bereit sei den bisherigen Vertrag fortzuführen. «Sie hat aber keine Offerte abgegeben.»

Strom wird für die Bezüger günstiger

Mit der Regio Energie fahre die Bevölkerung besser, der Strom sei günstiger, so Meier. Auch die Entschädigungen, die die Gemeinde erhält, seien besser. Als positiv hob er zudem hervor, dass das Standardprodukt der Regio Energie lokaler und erneuerbarer Strom sei. Nach einer kurzen Fragerunde wurde abgestimmt und der Vertrag wurde mit einer Enthaltung und 28 Ja-Stimmen für zwei Jahre, mit Option auf Verlängerung für ein Jahr, abgeschlossen.

Das Budget für 2021 sieht laut Ressortleiter Max Meier «nicht ganz so gut, aber auch nicht schlecht» aus. Ausgewiesen wird ein Aufwandüberschuss von 22'000 Franken. Die grosse Unbekannte für das nächste Jahr sei der Steuerertrag. Trotzdem rechnet man mit etwas mehr Einnahmen als in diesem Jahr. Im Bildungsbereich müsse man im kommenden Jahr mehr ausgeben, weil die Anzahl der Schüler aus Lüterkofen-Ichertswil, die die Schule im Schulverband Bucheggberg besuchen ansteigt. Ebenso seien die Ausgaben in den Bereichen Gesundheit und soziale Sicherheit höher. Dafür bekomme man in der Volkswirtschaft mehr Rückvergütungen.

Der Finanzplan zeige auf, dass man in Lüterkofen in den nächsten Jahren einiges investieren müsse und das Eigenkapital deshalb kleiner werde. Ab 2025 sollten sich die Finanzkennzahlen aber wieder verbessern. «Es kommen natürlich immer wieder allerlei Begehren. Alle können wir nicht berücksichtigen. Trotzdem müssen wir unsere Infrastruktur instandhalten und deshalb investieren», ergänzte Siegenthaler. Die Stimmberechtigten konnten diese Ausführungen offenbar nachvollziehen: Das Budget mit Investitionsrechnung und der Steuerfuss wurden einstimmig genehmigt.

Gemeinde kauft den Friedhof

In Lüterkofen-Ichertswil gilt seit zwei Jahren ein neues Reglement für das Begräbniswesen. Dieses wurde allerdings an der Gemeindeversammlung aufgehoben. Bisher wurde das Begräbniswesen von der Kirchgemeinde übernommen. Neu geht es an die Einwohnergemeinde über. Aus diesem Grund wurde ein neues Bestattungs- und Friedhofreglement erarbeitet, dem zugestimmt wurde.

Zudem hat der Gemeinderat entschieden, den Friedhof zu kaufen. Die 100'000 Franken sind im Budget enthalten und wie Siegenthaler später erklärte, sei die Überschreibung auf der Amtsschreiberei bereits erfolgt. Man habe zudem mit der Kirchgemeinde ein Vorkaufsrecht vereinbart, sollte die Kirche in Lüterkofen in den nächsten 25 Jahren verkauft werden, wenn sie nicht mehr genützt würde.

Schmale Umfahrungsstrasse wird bald saniert

Unter «Verschiedenes» informierte Roger Siegenthaler darüber, dass die Chrüzbaumstrasse im nächsten oder übernächsten Jahr saniert werden soll. Es handelt sich dabei um eine Kantonsstrasse, die zwar fünf Meter breit wäre, aber nur auf durchschnittlich 4,2 Metern ausgebaut ist. Die Strasse wird täglich von rund 440 Fahrzeugen als Umfahrung für das Dorfzentrum genützt. Dieses Jahr wurden die Löcher in den Banketten der Strasse mit Kies gefüllt.

Das verärgerte die Landwirte, die das Kies später auf ihrem Land, in den Landmaschinen und im Tierfutter hatten. Die Gemeinde hat den Kanton darum gebeten, dass die Strasse auf die vermarkten fünf Meter ausgebaut wird. Zudem wird eine Beschränkung für 18 Tonnen gewünscht, damit nicht alle grossen Lastwagen über diesen Weg ausweichen.

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