Messen

Nistkästen und gefrorene Mäuse: Durch seinen Einsatz wurde die Schleiereule wieder angesiedelt

Man nennt Max Moser auch den Eulenvater. Die Schleiereule hat es ihm besonders angetan. Aber er hat sich für alle Vogelarten im Bucheggberg eingesetzt.

Max Moser hatte schon immer ein spezielles Verhältnis zu Vögeln. Als er, Mitte der 70-er-Jahre, eines Abends zufällig erfuhr, dass sein Onkel eine Schleiereule aus seinem Bauernhaus verjagt hatte, liess ihm dies keine Ruhe. Statt, wie geplant, in die Ferien zu fahren, suchte er seinen Onkel auf. Er nahm eine ausgestopfte Schleiereule mit und bat den Onkel, einen Nistkasten aufhängen zu dürfen. «Das sind so schöne Tiere», meinte er und zeigte die Eule. Er musste dem Onkel aber auch noch versprechen, den Dreck wegzuputzen, den die Eule in der Scheune hinterlassen hatte. «Danach sind wir in die Ferien gefahren.» Nach den Ferien stellte Moser fest, dass die Schleiereule den Nistkasten besetzt hat. Im Frühjahr darauf schlüpften fünf junge Schleiereulen. «Von da an haben mich diese Tiere nicht mehr losgelassen.»

Population hat sich in kurzer Zeit vervielfacht

Anfangs wusste Max Moser wenig über die Schleiereulen. Durchschnittlich vier Abende hat Moser im Wald beim Beobachten von Vögeln verbracht. Schleiereulen jagen nur nachts. Den Tag verbringen sie schlafend. «Manchmal brauchte ich schon etwas Nerven», lacht Ehefrau Annemarie. Immerhin hatte Max Moser auch noch ein Baugeschäft und kümmerte sich um zwei Kühe, die auf dem Hof seines Vaters standen.

Bis heute hat Moser 157 Nistkästen für Schleiereulen im Bucheggberg und im benachbarten Bernbiet aufgehängt. «Damit haben wir viel erreicht. Schon nach wenigen Jahren konnten wir die grösste Population in der Schweiz nachweisen.» Moser hat deswegen auch die Erlaubnis der Vogelwarte Sempach erhalten, die Vögel selbst zu beringen. In der besten Brutsaison, die er erlebt hat, wurden 100 Jungtiere gekennzeichnet. Schleiereulen sind ortstreu. Trotzdem ist einer der Vögel, die Moser beringt hat, bis nach Frankreich ans Mittelmeer geflogen. «Immer wenn ein von mir beringter Vogel gefunden wurde, habe ich eine Meldung erhalten.»
Nachdem Moser mit der Ansiedlung der Schleiereulen so grossen Erfolg hatte, begann er auch damit Nistkästen für den Waldkauz aufzuhängen. Da ist es aber bei 33 geblieben. Auch die Turmfalken haben es ihm speziell angetan. Daneben kümmerte sich Moser natürlich auch um alle anderen Vogelarten, die es im Bucheggberg zu beobachten gibt. Im Jahr 2000 hat er gemeinsam mit Hansrudolf Fuhrer und Moritz Isch den Kultur- und Anerkennungspreis Bucheggberg für sein Engagement erhalten.

«Ohne die Unterstützung meiner Frau hätte ich mich nicht so intensiv den Vögeln und deren Beobachtung widmen können» ist Moser sich bewusst. Heute finde der Natur- und Vogelschutzverein Bucheggberg, dem Moser 1984 beigetreten ist, kaum mehr Leute, die bereit seien die Nistkästen so intensiv zu betreuen.

Mäuse im Tiefkühler als Vorrat für Notzeiten

Schleiereulen ernähren sich fast ausschliesslich von Mäusen. Noch heute lacht Max Moser, wenn er daran denkt, wie einige Leute darauf reagiert haben, dass er Mäuse eingefroren hat. «Diese habe ich in schweren Zeiten in die Nistkästen geworfen und so vor allem schwache Jungvögel vor dem Tod gerettet.» Die Mäuse hatte er von einem Landwirt, der diese so oder so getötet hätte. «Auch wen ich Schleiereulen sehr gerne habe. Die Mäuse habe ich in einer eigens dafür gekauften Truhe gelagert.»

Stimmt es, dass die Vielfalt der Vogelarten abgenommen hat? Moser kann dies nur bejahen. «Ich kenne den Messner Wald seit 60 Jahren. Einige Arten sind verschwunden. Beispielsweise die Lerchen.» Einzig der rote Milan sei heute weiter verbreitet als noch vor Jahren. Mit dem Aufhängen von Nistkästen könne man auch in den Privatgärten mithelfen, dass die Vielfalt der Vogelwelt erhalten bleibe.

Hunderte Präparate im Keller

Weil er Knieprobleme hat und beim Laufen auf einen Stock angewiesen ist, geht Max Moser heute seltener in den Wald. Aber im Keller seines Hauses hat er Hunderte von Vogelpräparaten und auch Wiesel, Hermeline und andere kleine Wildtiere. «Wann immer ich eine Vogelfeder gefunden habe, musste ich die auch nach Hause nehmen.» Gross ist darum auch seine Federnsammlung. Vogelnester und Gewölle hat er ebenfalls gesammelt. Anhand der Gewölle kann er viel über das Fressverhalten der Eulen erzählen. Vielen Schulklassen hat er in diesem Raum sein Wissen näher gebracht. «Einmal kam sogar der Gesamtregierungsrat bei mir vorbei.»

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