Biezwil
Da staunte selbst der Finanzverwalter: Biezwil über eine halbe Million im Plus

Die Gemeinde Biezwil im Glück: Die Rechnung schliesst mit einem Ertragsüberschuss von mehr als einer halben Million.

Gundi Klemm
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Die Biezwilerinnen und Biezwiler konnten in den Räumen der Turnhalle (hinten) ein Rekordergebnis für die Jahresrechnung entgegennehmen und erfuhren, wann der Dorfbrunnen, der auf dem Dorfplatz (im Vordergrund) zu stehen kommt, eingeweiht wird.

Die Biezwilerinnen und Biezwiler konnten in den Räumen der Turnhalle (hinten) ein Rekordergebnis für die Jahresrechnung entgegennehmen und erfuhren, wann der Dorfbrunnen, der auf dem Dorfplatz (im Vordergrund) zu stehen kommt, eingeweiht wird.

Hanspeter Bärtschi

«Ich habe fast selber nicht geglaubt, wie positiv die Jahresrechnung ausgefallen ist», eröffnete Finanzverwalter Heinz Schaad seine Erläuterungen zum Jahreshaushalt 2020. Denn der Ertragsüberschuss von 526'672 Franken ist vermutlich einmalig in der Biezwiler Gemeindegeschichte!

Das gute Ergebnis stammt aus zwei Grundstücksverkäufen, aus der Auflösung der Neubewertungsreserve mit 246'000 und aus um 148'755 Franken höheren Steuereingängen als budgetiert. Denn Biezwil ist einwohnermässig auf 342 Personen gewachsen. «Durch vermehrte Abgaben, die beispielsweise bei Zweckverbänden immer pro Kopf gerechnet sind, werden wir in der laufenden Periode schon wieder dafür büssen,» schwächte Schaad das Glücksgefühl.

Mit Gesamtsteuereinnahmen von 1,3 Mio. Franken bei einem Rechnungsgesamtertrag von 1,8 Mio. Franken wies die 35-köpfige Gemeindeversammlung den Gewinn dem Eigenkapital zu, das auf 785'277 Franken anwächst. Gut gepolstert mit Eigenkapitalien sind die Spezialfinanzierungen Wasser, Abwasser und Abfall. Beim Abfall konnte der Bilanzfehlbetrag ausgeräumt werden. Investiert wurde brutto für rund 32'000 Franken. Da mit 45'800 Franken die Einnahmen aber höher ausfielen, resultierte auch hier ein Plus von 13'500 Franken.

Biezwiler wollen keinen Extrazug» für die Spitex

Gemeindepräsidentin Rita Mosimann, die als frühere Geschäftsleiterin der Spitex Grenchen über viel Wissen im ambulanten Gesundheitswesen verfügt, gab eine kurze Zusammenfassung zum neuen Kantonalen Spitex-Mustervertrag, der den Wechsel von der Objekt- zur Subjektfinanzierung vollzieht.

Festgeschrieben sind darin auch einheitliche sowie erweiterte Leistungen. «Bisher zahlten wir einen pauschalen Pro-Kopf-Beitrag. Bei nach oben schwankenden Klientenzahlen könnte unsere finanzielle Beteiligung vermutlich teurer werden», machte die Gemeindepräsidentin aufmerksam. Dass man in Biezwil aber «keinen Extrazug» bezüglich Spitexangebot wolle, unterstützte die Versammlung mit einhelliger Zustimmung zum Mustervertrag, der jährlich kündbar ist.

Schulwegsicherheit ist wichtig

Zahlreiche Versammlungsbeteiligte äusserten sich zum Thema Schulwegsicherheit. 25 Kinder sammeln sich an der Bushaltestelle auf der Dorfstrasse, um in Kindergarten und Schule gefahren zu werden. Offenbar entstehen dort und auf dem Weg immer wieder kritische Situationen. An gefährdenden Stellen soll jetzt ein Geschwindigkeitsmessgerät für Fahrzeuge installiert werden, das im Dorf zirkulieren wird. «Wir wollen niemanden schikanieren, sondern für Gefahrenpunkte sensibilisieren», erklärte Mosimann.

Aus der Versammlung folgten in lebhafter Aussprache zahlreiche Anregungen, wie sich die Lage verbessern lasse. Vor allem den Eltern der Schulkinder wurde eine grössere Verantwortung für das Verhalten ihrer Sprösslinge im Verkehr zugewiesen. Zur Sprache kam auch das Thema «Tempo 30 im Dorf», mit dem sich laut Gemeindepräsidentin der neue Gemeinderat befassen muss.

Brunneneinweihung im Herbst

Auch wenn aus Vorsicht wegen Covid noch keine öffentliche Feier zum 1. August stattfinden soll, so vertröstete die Gemeindepräsidentin die Bevölkerung auf den Herbst, wo die Einweihung des sanierten historischen Dorfbrunnens festlich begangen werden soll.

Abschied von Gemeinderäten

Mit herzlichen Worten würdigte die Gemeindepräsidentin die drei nicht mehr angetretenen Gemeinderatsmitglieder Claudia Fringeli, Theo Studer und Bruno Ryser. Studer hatte zuvor über den Stand der Dinge bezüglich der undichten Kanalisation Bergstrasse informiert. In die Planung zu deren Neuverlegung ausserhalb der Schutzzone S2 mussten drei Frischwasser-Schächte einbezogen werden. Diese neue Verbindungsleitung soll in den Kanalisationsgraben mit eingebracht werden.

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