Bellach
Lea Schluep-Stüdeli wird die erste Gemeindepräsidentin von Bellach

Die Kandidatin der FDP setzt sich in der Gemeindepräsidiumswahl klar gegen Patrik Müller (SVP) durch.

Fabio Vonarburg
Drucken
Teilen
Von Anhängerinnen und Anhängern umringt: Lea Schluep-Stüdeli (FDP).

Von Anhängerinnen und Anhängern umringt: Lea Schluep-Stüdeli (FDP).

Hanspeter Bärtschi

Zum ersten Mal ist eine Frau an der Spitze der Gemeinde Bellach. Die 40-jährige Lea Schluep-Stüdeli hat die Gemeindepräsidiumswahlen für sich entschieden. Die Kandidatin der FDP holte 1060 Stimmen und damit weit mehr als Gegenkandidat Patrik Müller (SVP), der ein Resultat von 536 Stimmen erzielte. Das absolute Mehr lag bei 827 Stimmen, die Wahlbeteiligung bei 51,8 Prozent.

«Mein Telefon läuft gerade heiss», sagt Schluep-Stüdeli, kurz nachdem ihr Wahlsieg bekanntgegeben wurde. «Soeben hat mir etwa Gemeindepräsident Fritz Lehmann (SVP) gratuliert.» Ihre Freude sei riesig. «Ich hätte nicht gedacht, dass das Resultat so klar wird.» Eine mögliche Erklärung: «Es war sicher mit ausschlaggebend, dass die Grünen und die SP mich zur Wahl empfohlen haben.»

Es ist wieder so, wie man es sich lange gewohnt war

«Enttäuscht bin ich sicher», sagt der unterliegende Kandidat Patrik Müller, der weiterhin Mitglied im Gemeinderat ist. Für eine genaue Analyse sei es noch etwas früh. «Eine Rolle hat aber sicher gespielt, dass Lea Schluep-Stüdeli Mitglied der wählerstärksten Partei in Bellach ist und die SP die zweitstärkste Fraktion im Gemeinderat stellt. Damit standen zwei starke Akteure im Dorf hinter ihr, und damit war die Ausgangslage für mich schwierig.»

Der unterlegene Patrik Müller spricht von einer «schwierigen Ausgangslage».

Der unterlegene Patrik Müller spricht von einer «schwierigen Ausgangslage».

Hanspeter Bärtschi (Archiv)

Mit seiner Nicht-Wahl geht das Präsidium in Bellach wieder von der SVP auf die FDP über. So wie es vor der Wahl von Fritz Lehmann im Jahr 2018 eigentlich seit jeher in Bellach der Fall war.

«Frischen Wind» erhofft man sich von der Gewählten

«Ein FDP-Gemeindepräsidium ist unser Anspruch, den wir als wählerstärkste Partei und grösste Fraktion haben», sagt Lukas Jäggi von der FDP. Der Fraktionspräsident freue sich nun auf den frischen Wind, den Lea Schluep-Stüdeli ins Gemeindepräsidium bringe.

Ähnlich klingt es auch von Seiten der SP Bellach, welche die FDP-Kandidatin offen unterstützte. Sie seien zuversichtlich, dass es nun eine neue Art geben werde, das Gemeindepräsidium auszuführen, sagt Heli Schaffter, Co-Präsidentin der SP Bellach. «Nun hat eine deutlich jüngere Person das Amt inne und erst noch eine Frau.» Dass nun eine Frau Gemeindepräsidentin ist, sei zwar schön, aber zweitrangig, so Heli Schaffter. «Wir haben Lea Schluep-Stüdeli wegen ihr als Person unterstützt.» Einig ist sie mit allen anderen befragten Akteuren: Die Klarheit des Wahlsieges sei überraschend.

Zurück zur Wahlsiegerin: Lea Schluep-Stüdeli hat ihren Sieg im Klubhaus des FC Bellachs gefeiert. Es sei zwar nicht wichtig, aber schon speziell, dass sie die erste Frau an der Spitze von Bellach sei. Und sie hofft, dass ihre Wahl zur Gemeindepräsidentin dazu beiträgt, dass mehr Frauen in Bellach als bisher den Schritt in die Lokalpolitik wagen. Denn in Bellach haben es die Parteien vor Gemeinderatswahlen jeweils schwer, Kandidatinnen zu finden, was sich in der Besetzung des Gemeinderats widerspiegelt. Bei den letzten Wahlen waren unter 33 Kandidierenden nur fünf Frauen, drei von ihnen wurden in den 13-köpfigen Gemeinderat gewählt.

Aktuelle Nachrichten