«Bedrückendes Gefühl»
Brandserie im Wasseramt: Die Bevölkerung soll aufmerksam sein – aber nicht selber Polizei spielen

Erst brennt es an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden in Halten. An Ostern dann gleich zwei Brände in derselben Nacht in Kriegstetten. In einem gemeinsamen Schreiben richten sich die Gemeindepräsidenten von Halten, Kriegstetten und Oekingen nun an die Bevölkerung.

Online-Redaktion
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«Die Gemeinderäte der Gemeinden Halten, Oekingen und Kriegstetten sind erschüttert und besorgt über die Vorkommnisse in den letzten Wochen.» Das sind die einleitenden Worte eines gemeinsamen Communiqués, das die drei Gemeinden an die Einwohnerinnen und Einwohner verschickt haben.

Mit den Vorkommnissen meinen die drei Gemeindepräsidenten die vier Brände, die sich im Wasseramt innerhalb kurzer Zeit ereignet haben: Anfang April brannte es ein erstes Mal beim Clubhaus der Hornussergesellschaft Halten. Eine Woche später starben ebenfalls in Halten mehrere Schafe, als ihr Stall in Flammen stand. Und in der Nacht auf den Ostersonntag brannte es gleich zweimal in Kriegstetten. Eine Scheune wurde dabei komplett zerstört.

Vier Brände innert so kurzer Zeit? Wohl kaum Zufall, zu diesem Schluss kam auch die Polizei: Sie ermittelt schwerpunktmässig wegen Brandstiftung.

Den Gemeinderäten sei bewusst, dass die Ereignisse bei der Bevölkerung «ein bedrückendes Gefühl auslösen und das grundlegende Sicherheitsgefühl beeinflussen». Weiter heisst es im Communiqué: «Für uns als Gemeinden ist die Sicherheit und das Wohl der Bevölkerung das oberste Gebot.»

Die zerstörte Scheune in Kriegstetten:

14 Bilder

Hanspeter Bärtschi

Deshalb seien anlässlich eines konstruktiven Gesprächs am 19. April mit Gemeindevertretern von Halten, Oekingen und Kriegstetten sowie Angehörigen der Polizei und Feuerwehr die Problematik und Massnahmen diskutiert worden.

Über den Inhalt des Gesprächs könne aus ermittlungstaktischen Gründen zurzeit keine Auskunft erteilt werden, heisst es in dem Schreiben. Die Gemeinderäte bitten die Bevölkerung, aufmerksam zu sein und allfällige Verdachtsfälle umgehend der Polizei zu melden.

Im Vorfeld der Sitzung vom 19. April machten die drei Gemeindepräsidenten gegenüber dieser Zeitung deutlich, dass sie eine Bürgerwehr ablehnen. «Die Bevölkerung hat keine Kompetenz, um Sicherheitsaufgaben wahrzunehmen», gab Etienne Gasche, Gemeindepräsident von Oekingen, zu bedenken.

Das sei Sache der Polizei und von Sicherheitsdiensten mit entsprechender Ausbildung. Gasches Befürchtung:

«Wenn Bürgerinnen und Bürger anfangen, Polizei zu spielen, könnten Personen ungerechtfertigt unter Verdacht geraten.»

Ausserdem könne es gefährlich sein, sich mit einem Brandstifter anzulegen. Entsprechend appellieren die Gemeindepräsidenten an die Leute, verdächtige Beobachtungen der Polizei zu melden, das Heft aber nicht selbst in die Hand zu nehmen.