Luterbach

Bald wird Testphase abgeschlossen: Neue Biogen-Anlage schafft rund 600 neue Jobs

In Luterbach werden Medikamente für Patienten mit chronischen Krankheiten hergestellt. (Symbolbild)

In Luterbach werden Medikamente für Patienten mit chronischen Krankheiten hergestellt. (Symbolbild)

Das in Luterbach tätige Unternehmen Biogen hat einen neuen Leiter der Anlage – und sucht vor dem Abschluss des Testbetriebs weitere Fachleute.

Der US-Biotechkonzern Biogen mit Produktionsstandort in Luterbach erlebt derzeit eine wahre Aktienrally. Ausschlaggebend dafür sind kontroverse Einschätzungen über die Wirksamkeit des Alzheimer-Wirkstoffs Aducanumab.

Zuerst äusserte sich die Zulassungsbehörde FDA positiv über die Aussichten, ehe ein Expertenkomitee der gleichen Behörde Fragezeichen hinter die Daten der laufenden klinischen Studie setzte. Mit Folgen auf den Aktienkurs, der wahre Bocksprünge vollführte. Ein definitiver Entscheid über die Zulassung wird für den kommenden Frühling erwartet.

Warten ist derweil auch in Luterbach angesagt: Auch hier fehlt das grüne Licht der Zulassungsbehörde Swissmedic für die entstehende biopharmazeutische Produktion. Die Vorbereitungen für die Inbetriebnahme liefen allerdings auf Hochtouren, bestätigt Firmensprecher Tristan Schmitz. «Die Anlage wird bald fertiggestellt sein und dann wichtiger Teil des Biogen-Produktions-Netzwerks sein», sagt er.

Erstmals gibt es auch Hinweise darauf, welche Medikamente in Luterbach hergestellt werden: Es geht um Wirkstoffe für Patienten mit chronischen Krankheiten – wie Alzheimer beispielsweise.

Schon viele Mitarbeiter vor Ort

Auch personell tut sich offenbar einiges vor Ort. Demnach wurde der bisherige Leiter der Produktionsanlage, Michael Polscheidt, unlängst abgelöst. Auf seinen eigenen Wunsch hin, weil er sich beruflich weiterentwickeln wollte, sagt Schmitz. Polscheidts Nachfolge hat Jose Sanchez angetreten, der laut Biogen «umfassende Kenntnisse im Bereich der Biologica-Herstellung» hat. Sanchez war zuvor bei Novartis, Lonza Biologics und Genentech tätig.

Die 1,5-Milliarden-Franken-Anlage in Luterbach ist personell übrigens schon ziemlich belebt. Auch wenn es sich vorläufig noch um einen Testbetrieb handelt. Nach Aussage von Schmitz arbeiten rund 500 Personen vor Ort. Fachkräfte in den Bereichen Produktion, Maintenance, Quality und Automation werden laufend gesucht. Die Rede ist insgesamt von rund 600 neuen Arbeitsplätzen, die geschaffen werden sollen.

Modular aufgebaute Anlage

Die Anlage in Luterbach wird zu den Biogen-Vorzeigebetrieben gehören: Sie verbindet gemäss Angaben des Unternehmens «die neusten Konzepte zur Zellkulturtechnologie und zur Proteinaufreinigung». Dies ermögliche die Produktion von Biopharmazeutika im grossen Umfang.

Die Anlage ist dabei modular aufgebaut. Das heisst: Die Produktion erfolgt in Fertigungszellen mit jeweils 4 Fermentern à 18'500 Liter. Geplant sind für den Start deren zwei, je nach Entwicklung der Nachfrage können weitere Fertigungszellen erstellt werden.

Auf dem Areal wird denn auch bereits die Sanierung der Deponie Späckmatte planerisch vorbereitet – eine Vorinvestition für einen möglichen Ausbauschritt, der allerdings noch nicht spruchreif ist. Zur Illustration der Dimension: Bisher wurden in Luterbach 13'000 Tonnen Stahl – zweimal der Eiffelturm – und 29'000 Kubikmeter Beton– fünfmal der Turm von Pisa – verbaut.

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Autor

Balz Bruder

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