Deitingen

«Bahnweid» in Mitwirkung: Kleinwohnungen direkt beim Bahnhof

Die Bahnweid (links) soll überbaut werden. Im Hintergrund ist der Bahnhof Deitingen erkennbar.

Die Bahnweid (links) soll überbaut werden. Im Hintergrund ist der Bahnhof Deitingen erkennbar.

In Dietingen ist die Überbauung der Bahnweid geplant. Ein Gestaltungsplan für dieses Projekt existiert bereits. Die Mitwirkung für die Überbauung findet coronabedingt aber ohne öffentliche Informationsveranstaltung statt.

Die sogenannte «Bahnweid» liegt unmittelbar beim Bahnhof in Deitingen. Das 5430 Quadratmeter grosse Grundstück ist eine der letzten grossen unüberbauten Parzellen im Dorf. Die Personalvorsorgestiftung der Ärzte und Tierärzte will dort eine Überbauung mit drei Gebäuden und total 59 Wohnungen realisieren. Nun wurde ein Gestaltungsplan erarbeitet. Dieser geht zwar wie vorgesehen in die Mitwirkung, coronabedingt findet aber keine öffentliche Informationsveranstaltung statt.

Grosse Bauernhäuser und kleinere Einfamilienhäuser

Deitingen ist als Dorf geprägt von seiner Heterogenität. Das Dorf wird von der Jurasüdfuss-Linie und von zwei Armen der Oesch durchquert. Die vielen vorhandenen Grünflächen zeugen von der früher noch stärker landwirtschaftlich geprägten Tradition. In der «Bahnweid» selbst treffen grosse Wohn- und Landwirtschaftsgebäude im Westen auf kleine Einfamilienhaus-Strukturen im Osten. Im Süden grenzt das Grundstück an eine Landwirtschaftsparzelle. Die geplante Überbauung reagiert laut Beschreibung im Raumplanungsbericht mit ihrer Struktur auf diese beiden unterschiedlichen Bebauungsmuster.

An der Bahnhofstrasse ist ein sogenanntes Hofhaus geplant, das den Abschluss der Kernzone an der Bahnhofstrasse definiert. In diesem Haus werden vorwiegend Kleinwohnungen eingebaut. Sie liegen an einem geschlossener Innenhof mit Glasdach. Die Wohnungen werden via Treppe oder Lift mit offenen Laubengängen erschlossen. Die Nordfassade, die gegen die Bahnlinie hin gerichtet ist, wird wegen der Lärmbelastung durch den Zugverkehr nur mit einzelnen wenigen Öffnungen versehen.

Zwei kleinere Wohnhäuser in der Hostet nehmen Bezug zu ihrer grünen Umgebung. Dort sollen vorwiegend grössere Familienwohnungen erstellt werden. Umlaufende Balkone erweitern laut Bericht die Wohnungen nach aussen und in den Grünraum – die «Hostet». Auch zwischen den Neubauten sollen Obst- und Hochstammbäume das künftige Bild bestimmen. Vom Gemeinschaftsplatz her wird der bestehende Nachbargarten mit den Hochstammbäumen räumlich mit einbezogen. Weiter sollen grosszügige Blumenwiesen und gezielt positionierte Bäume und Sträucher den «Hostet»-Charakter verstärken.

Alle Häuser haben eine gleich materialisierte Fassade, sodass eine Einheit zu erkennen ist. Die Fassade lehnt sich bewusst an die bestehenden Bauernhäuser an, die das Dorfbild der Gemeinde heute noch prägen.

Mehrverkehr ist verkraftbar

Das beplante Grundstück liegt in der Wohnzone W2, kann also zweigeschossig überbaut werden. Mit dem Gestaltungsplan ist es allerdings möglich ein Unter- und drei Vollgeschosse zu erstellen. Die Gesamthöhe darf neun Meter nicht überschreiten.

Erschlossen wird die neue Überbauung für den motorisierten Individualverkehr ab dem Bahnweg. Der Langsamverkehr geht über den Bahnweg oder die Bahnhofstrasse ins Areal. Parkiert wird in zwei Einstellhallen. Oberirdisch werden nur Besucherparkplätze angeordnet. Insgesamt sollen 53 unter- und sechs oberirdische Parkplätze gebaut werden. Dazu kommen über 140 Plätze (ober- und unterirdisch) für Zweiräder. Im Raumplanungsbericht wird mit täglich rund 220 zusätzlichen Autofahrten gerechnet, die durch die neuen Bewohner in der Überbauung verursacht würden. Dieser Mehrverkehr könne vom bestehenden Strassennetz problemlos aufgenommen werden.

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