Langendorf
Auf einem alternativen Weg den Brustkrebs besiegen?

Vor sechs Jahren wurde der erste Brustkrebs bei ihr diagnostiziert. 2015 brach die Tumorkrankheit erneut aus. Für ihre Heilung suchte die Langendörferin Susanne Walliser jetzt einen alternativen Weg.

Gundi Klemm
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Mut geschöpft und eine Behandlung abseits der üblichen Wege gesucht: Susanne Walliser.

Mut geschöpft und eine Behandlung abseits der üblichen Wege gesucht: Susanne Walliser.

«Nach Operation und Bestrahlung der zweiten Tumorerkrankung habe ich die dringend empfohlene Chemotherapie abgelehnt», blickt Susanne Walliser zurück. Sie habe in der Chemotherapie nach dem ersten Brustkrebsbefall an starken Nebenwirkungen gelitten, begründet sie diesen Verzicht.

«Ich hatte alles, was man haben kann», zählt sie eine überstandene Gürtelrose, Anzeichen einer Schwächung ihrer Herzwand, die Schädigung ihrer Augen, Ohren und sogar Zähne auf. Dazu seien für sie, die beruflich als Nachtwache in einem Behindertenheim arbeitet, in der Folge unerträgliche Hüftschmerzen gekommen, die vor vier Jahren eine Operation nötig machten, weil, wie sie sich erinnert, Knochengewebe abgestorben war.

«Wenn ich meine damalige Belastung richtig einschätze, konnte ich mich jetzt nicht mehr zu einer neuerlichen Chemotherapie entschliessen», betont sie im vollen Bewusstsein, gegen ärztlichen Rat gehandelt zu haben.

Immunsystem wieder aufbauen

«Aus medizinischer Sicht, so mein Onkologe, hätte ich nach erfolgter Operation und Bestrahlung auch noch die Chemo zulassen sollen – als Mensch allerdings könne er aber meinen Entscheid verstehen», so Susanne Walliser. Für diese unausgesprochene Unterstützung sei sie sehr dankbar gewesen.

Denn als Patientin hatte sie sich inzwischen weiter informiert und Verbindung zu einem in der Innerschweiz praktizierenden indischen Arzt aufgenommen. Den Weg dahin gewiesen hatte eine an schwerem Rheuma erkrankte Person, die durch die Behandlung in dessen Klinik im indischen Bundesstaat Kerala deutliche Besserung erlangt hatte.

Walliser schöpfte, wie sie berichtet, beim Besuch in der Praxis des indischen Arztes sofort grosses Vertrauen und entschied sich für einen sechswöchigen Aufenthalt in der südindischen Therapiestation Vedasudha. «Vor allem ging es darum, mich mit den Mitteln der seit 5000 Jahren immer weiter entwickelten Ayurveda-Erfahrungsmedizin zu entgiften und mein völlig brachliegendes Immunsystem wieder aufzubauen.»

Keine Scharlatanerie

Die Behandlungen dort, die ihr in einem individuellen Therapieplan zuteil wurden, seien oft kräfteraubend und kein Sonntagsspaziergang gewesen. «Zu keinem Zeitpunkt jedoch kamen bei mir Zweifel auf, nicht am richtigen Ort zu sein», bekräftigt sie ihre Überzeugung, einen sinnvollen, alternativen Heilungsweg für sich gefunden zu haben. Sie glaubt sogar, dass eine nochmalige «Chemo» sie längerfristig an den Rand des Todes geführt hätte.

Natürlich höre sie auch kritische Stimmen, die gerne bei derartigen Behandlungsmethoden von Scharlatanerie sprechen. Darauf antwortet sie: «Wer die Konzepte und die aufopfernde Arbeit in Indien kennen lernt, wird nicht mehr so denken.»

Für sie selbst sei dieser Schritt, um ohne Chemie hoffentlich wieder gesund zu werden, richtig. Aber es liege ihr ebenso am Herzen festzuhalten, dass niemand der hiesigen medizinischen Fachpersonen ihr gegenüber etwas falsch gemacht habe.

Weitere Kontrolle

Im nächsten Jahr wird sich Susanne Walliser nochmals einer Behandlung in Indien unterziehen, um ihren Gesundheitszustand kontrollieren zu lassen und vor allem, um die Heilungschancen zu verstärken. Gegenwärtig, wo es ihr sichtbar gut geht, betrachtet sie die Zukunft mit viel Mut. «Denn ich will ja dauerhaft gesund sein.»

Alle diese Aufwendungen für ihre Gesundheit bezahlt sie selbst mit Unterstützung von ihrer Familie. Von ihrer Krankenkasse, die eine verordnete und teure Chemotherapie hierzulande selbstredend bezahlt hätte, erhält sie keinen Beitrag.

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