«Wir verdienen nach wie vor Geld, und es geht uns gut.» Das die gute Botschaft von Hans-Ruedi Wüthrich (Geschäftsführer Anzeigerverband Bucheggberg-Wasseramt) an die Adresse der Wasserämter Gemeindepräsidenten. Die schlechte: Auch am «Azeiger» geht die Situation auf dem Printmarkt nicht spurlos vorbei. Im Jahr 2009 erzielte der «Azeiger» einen Umsatz von 1,8 Mio. Franken, jetzt sind es noch 1,3 bis 1,4 Mio. Franken. Ein grosser Teil des Gewinns wird via Sponsoring an Vereine und Anlässe ausgeschüttet und kommt so der Region zugute. 2018 waren es 111 000 Franken.

Post ist günstiger

«Es ist anzunehmen, dass die Erträge weiterhin erodieren», so Wüthrich. Man habe deshalb nach Sparpotenzial gesucht. Und wurde fündig. Für den Anzeigerverband ist die Zustellung via Post nämlich günstiger, als via Gemeindeverträger. 30 000 Franken könnten eingespart werden, wenn der «Azeiger» künftig überall per Post verschickt würde. Bereits die Hälfte der Gemeinden hat heute die Postlösung.
Wüthrich war sich bewusst, dass dies ein heikles Thema ist. Er erklärte, dass der Anzeigerverband zwei Möglichkeiten sehe. Entweder eine Statutenänderung, mit der eine einheitliche Zustellung durch die Post festgelegt werde. Oder eine Reduktion der Entschädigung an die Gemeinden, die den «Azeiger» mit dem Verträger verteilen.
«Die Verträger in Zuchwil haben Herzblut für ihre Arbeit, die möchte ich ihnen keinesfalls wegnehmen», meinte Stefan Hug (Zuchwil) dazu. «Wir legen fast jede Woche Flyer oder Flugblätter in den ‹Azeiger›. Das können wir nicht mehr, wenn dieser per Post kommt», meinte Stefan Berger (Aeschi). «Wir wollen die Verträger behalten», erklärte auch Kuno Tschumi (Derendingen). «Wir sind heute bei der Post und zufrieden damit», meinte hingegen Biberists Gemeindepräsident Stefan Hug-Portmann.

Für Wüthrich war nach der kurzen Diskussion allerdings bereits klar, dass die Statutenänderung keine Lösung ist. Der Anzeigerverband werde deshalb eine Reduktion der Entschädigung vorschlagen. Diese sei bereits heute nicht kostendeckend, meinte Bruno Meyer (Etziken). Trotzdem sei der Verträger eine gute Sache.

Fusion wird greifbar

Andreas Dvorak (Socialdesign AG) zeigte in der Gemeindepräsidienkonferenz Wasseramt (GPKW) auf, wie weit die Fusion zwischen den Sozialregionen Wasseramt Ost und Süd in der Zwischenzeit gediehen ist. «Die beiden Dienste arbeiten seit Längerem zusammen und das funktioniert gut», erklärte er. Für ihn ist das Leitgemeindemodell, das jetzt schon gelebt wird, auch für die Zukunft die beste Variante. Damit könnten die Strukturen weitgehend übernommen werden. Auch vom Personal her müsste wenig verändert werden. «Allerdings wird es wohl künftig mehr Kaderleute brauchen, weil die Organisation doch grösser wird.»
Die Arbeitsgruppe hat auch den künftigen Standort diskutiert. Von der Lage her wäre Kriegstetten am besten geeignet. Allerdings braucht der neue fusionierte Sozialdienst viele Büroräumlichkeiten, die allenfalls auch noch ausgebaut werden könnten. Die Gemeinden sind gefordert. Ende März soll der Grundsatzentscheid über die künftige Organisationsform gefällt werden. Im Juni soll an den Gemeindeversammlungen informiert werden.

Etwas «Kosmetik» nötig

Auch bei den Familienberatungen im Wasseramt und im Bucheggberg geht es um einen Zusammenschuss. Dieser wurde bereits mehrmals in der GPKW traktandiert. In der letzten Sitzung wurde ein weiteres Mal bekräftigt, dass man hinter der Fusion stehe. Einige Gemeindepräsidenten fanden aber die Statuten, die vorgelegt wurden, noch zu wenig ausgereift. «Es sind nur Details, aber die sind wichtig», meinte Bruno Meyer. Deshalb soll an einer Sitzung mit den Vertreterinnen der Familienberatungen und einigen Gemeindepräsidenten aus dem Wasseramt und dem Bucheggberg nochmals über die unklaren Paragrafen diskutiert werden.

Martin Rüfenacht (Horriwil), Markus Sieber (Lohn-Ammannsegg) und Hardy Jäggi (Recherswil), stellten sich zur Wahl als Verwaltungsratsmitglied für die BSU (Busbetrieb Solothurn und Umgebung). Gewählt wurde im zweiten Wahlgang mit einer Stimme Vorsprung Hardy Jäggi.