Counter-Strike, League of Legends oder Hearthstone – während vier Tagen verwandelte sich das beschauliche Lüterkofen ins Zentrum der Schweizer Gaming-Szene. «Butterlan», die einst als kleiner Hinterhofevent startete und sich mittlerweile zu einer festen Grösse in der Schweizer LAN-Szene gemausert hat, rief zu ihrer 13. Ausgabe. Bereits im Vorfeld waren die 260 Plätze in der Mehrzweckhalle restlos ausverkauft.

Auch wer kein LAN-Ticket für die Halle zu ergattern vermochte, musste nicht in die Röhre gucken. Am Samstagmorgen wurde nach dem letztjährigen Erfolg nun zum zweiten Mal das Hearthstone-Tavernenevent im Foyer durchgeführt. Bei Hearthstone handelt es sich um ein Online-Sammelkartenspiel, in dem taktisches Vorgehen unter Zeitdruck gefragt ist. «Um den Gegner nicht einfach durch lange Wartezeiten zu vergraulen, hat man für jeden Zug nur anderthalb Minuten Zeit», erklärt OK-Mitglied Tobias Lüdi. Anders als bei den meisten anderen Turnieren braucht es für das virtuelle Kartenspiel auch keinen leistungsstarken Rechner. Antreten konnte jeder, der einen Laptop, ein Tablett oder das Handy dabeihatte.

Ein Spiel dauert im Durchschnitt bis zu 15 Minuten – bei den Strategie-Profis aber auch gerne mal deutlich länger. Mit Barbetrieb und Livebands am Abend ist die Butterlan zudem auch für Nicht-Gamer ein beliebter Treffpunkt. Besonders am Freitagabend, als die offizielle Eröffnungsshow stattfand, war der Event mit zusätzlichen 100 bis 120 externen Gästen gut besucht.

Zwei Mitglieder des Vereins Butterlan erklären Redaktorin Rahel Meier wie man Online-Games spielt

Zwei Mitglieder des Vereins Butterlan erklären Redaktorin Rahel Meier wie man Online-Games spielt

Lauro Frei und Daniel Moser spielen auf der Redaktion «Rocket League» und «Hearthstone»

Mit dem Internet am Anschlag

Auch sonst lassen sich die Verantwortlichen jedes Jahr Einiges einfallen, um ihre Eventteilnehmer auch abseits der Turniere bei Laune zu halten. So kreierte die Butterlan-Crew, in Anlehnung an die berühmten Endzeit-Horror-Thriller «28 Days Later» und «28 Weeks Later» sowie passend zum diesjährigen Motto «13 Butterlans Later», ein Zombie Survival Game. Hierfür wurde eine Geschichte entworfen, welche die Teilnehmenden durch das Lösen von Rätseln weiterspinnen mussten, um gemeinsam die Menschheit vor den Untoten zu retten.

Dies geschah einerseits am Computer, indem mittels Minispielen wie Memory oder einer Zombievariante des Spiele-Klassikers «Moorhuhn» Punkte gesammelt werden konnten. Andererseits mussten die Besucher ihre Rechner aber auch verlassen und den, in der ganzen Halle versteckten, Hinweisen nachgehen, um die begehrten «Codes» zu erhalten. Für dieses Event hatten die Spieler 24 Stunden Zeit. Die Teilnahme an diesem speziellen und nicht gerade typischen Ereignis sei von Anfang gross gewesen, wie Vereinspräsidenten und -gründer Daniel Moser erfreut berichtet.

Überhaupt, so Moser weiter, gehöre die Butterlan nicht unbedingt zu jenen E-Sports Events, die man besucht, um richtig kompetitiv zu spielen. Denn beim Treffen der Gamer in Lüterkofen stehe eher der Spassfaktor und das Familiäre im Vordergrund. Schliesslich kennen sich hier viele seit den Anfängen aus dem Jahre 2003. Daneben macht der Vereinspräsident inzwischen aber auch wieder eine wachsende Anzahl jüngerer Teilnehmer aus. Nichtsdestotrotz trifft man natürlich aber auch an der Butterlan hartgesottenen Pro-Gamer. Schlussendlich gibt es an den verschiedenen Wettkämpfen Preisgelder im Wert von mehreren Tausend Franken zu gewinnen. Noch immer eine klare Minderheit stellen hingegen die Frauen dar. Aber auch deren Anteil sei in den letzten Jahren merklich gestiegen.

Die anhaltend rege Nachfrage an dem E-Sport-Event im Bucheggberg zeigt aber auch anderweitig ihre Auswirkungen. So musste der Event im Vergleich zum Vorjahr technisch aufgerüstet werden. «Wir hatten sehr alte Hardware im Einsatz, die im letzten Jahr zu leichten Problemen führte», sagt Moser. Am Standort möchten die Verantwortlichen jedoch auch in Zukunft unbedingt festhalten, obwohl bereits jetzt klar ist, dass die Herausforderungen für die Organisatoren eher zunehmen werden. «Was uns hier irgendwann einmal zum Verhängnis werden wird, ist das Internet», erklärt Moser.

Denn von Jahr zu Jahr würden die Anforderungen steigen und man befinde sich bereits jetzt am Anschlag. Moser hofft daher auf einen Glasfaserausbau, andernfalls müsse wohl oder übel die Teilnehmerzahl runtergeschraubt werden. Für den Moment gibt es allerdings Entwarnung: «Die nächsten drei bis vier Jahre sollten bis anhin keine Probleme darstellen, denn wir haben noch ein paar Asse im Ärmel», so der Vereinspräsident.