Seilpark Balmberg

An Normalbetrieb ist im Seilpark nicht zu denken – hoffen auf weitere Lockerungen

Der Seilpark auf dem Balmberg öffnete am Wochenende seine Tore. An einen Normalbetrieb ist aber noch nicht zu denken.

Lust auf eine Mutprobe? Seit Samstag ist der beliebte Seilpark auf dem Balmberg wieder offen. «Es fühlt sich an wie damals bei der Gründung vor 13 Jahren», beschreibt Inhaber Bele Schmid seine Unsicherheit beim Neustart nach dem Lockdown. «Wir wissen nicht, ob die Leute wirklich zu uns kommen wollen oder ob sie wegen der Angst vor dem neuen Coronavirus zu Hause bleiben.»

Der Seilpark bietet in den Bäumen bei der Passhöhe auf knapp 1000 Metern über Meer zehn verschiedene Parcours mit insgesamt 186 Plattformen an. Vorkenntnisse sind keine nötig, von kinderleicht (ab vierjährig) bis expertenschwierig für Stammgäste gibt es jeden Schwierigkeitsgrad. Der Parcours fördert Beweglichkeit, Konzentration und fordert mehr oder weniger Überwindung.

«Wir hoffen, dass die Leute Geduld haben»

Doch wer hätte gedacht, dass die Mutprobe plötzlich weniger der Höhenangst als der Angst vor dem unsichtbaren Virus zuzuschreiben wäre? Für beide Gefahren gibt es schliesslich Sicherungsmassnahmen, die das Risiko praktisch auf Null verkleinern. Die Gäste sind mit zwei Karabinern an Seilen gesichert, die elektronisch miteinander verbunden sind. Wird ein Karabiner gelöst, kann der andere nicht mehr geöffnet werden und ein Absturz ist unmöglich. Gegen den Virus sollen die bekannten Massnahmen schützen.

«Wir arbeiten nur noch in Kleingruppen mit höchstens vier Gästen», erklärt Bele Schmid das Konzept. Ansonsten sehen die Sicherheitsvorkehrungen aus wie überall: Die Gruppen werden aus Besuchern gebildet, die sowieso zusammenleben und ansonsten sollen alle Gäste zwei Meter Abstand halten.

Routinemässiges Hände waschen, Material desinfizieren und wenn ein Instruktor an den Gurten oder den Karabinerhaken hantieren muss, dann so, dass er dem Gast nicht direkt ins Gesicht schaut. «Wir hoffen, dass die Leute Geduld haben, denn das Anziehen der Ausrüstung wird sicher etwas länger dauern», sagt Schmid.

Hoffen auf weitere Lockerungen

Bis auf weiteres öffnet der Seilpark nur am Wochenende und an Feiertagen. «Es fehlen die Anmeldungen der Pfadi, die Pfingstlager und Schulreisen, die in normalen Jahren zu uns kommen», erklärt Schmid den reduzierten Betrieb. «Wir hätten ja eigentlich seit Anfang April geöffnet und das Wetter wäre perfekt gewesen.» Die finanzielle Einbusse sei gewaltig und wenn er am Ende dieses Jahres eine schwarze Null schreiben könne, dann sei er mehr als zufrieden, meint der Betreiber. Einen Überbrückungskredit habe er ohne grosse Bürokratie erhalten, womit der Betrieb für dieses Jahr gesichert ist. Schliesslich gebe es fünf Angestellte und eine Vielzahl Helfer zu bezahlen.

Nun hofft Bele Schmid auf einen schönen Sommer ohne zweite Welle bei den Infektionen und weiteren Lockerungen der Vorschriften. «Wir müssen flexibel bleiben», ist das Motto. «Es ist nicht unser Verschulden und es geht allen gleich», gibt sich Schmid gelassen. «Ein Kletterer gibt nicht auf und lässt sich fallen. Irgendwie muss es immer nach oben gehen.» Ausser bei der über 150 Meter langen Tyrolienne, wenn es an einer Rolle über ein gespanntes Seil mit Höchstgeschwindigkeit talwärts geht.

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