Aktionärsversammlung
Pandemie: Während 176 Tagen war das Sportzentrum Zuchwil geschlossen

Die Coronapandemie hat der Sportzentrum Zuchwil (SZZ) AG stark zu schaffen gemacht. Nur dank zweier Rettungspakete kann die Anlage weiter betrieben werden.

Rahel Meier
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Die 50-Meter-Bahn in der Traglufthalle wird als Trainingsort sehr geschätzt.

Die 50-Meter-Bahn in der Traglufthalle wird als Trainingsort sehr geschätzt.

Hanspeter Bärtschi

Wegen der Coronapandemie fand die Aktionärsversammlung der Sportzentrum Zuchwil AG auch dieses Jahr auf schriftlichem Weg statt.

Finanziell gesehen war das vergangene 39. Betriebsjahr (1. April 2020 bis 31. März 2021) der Sportzentrum Zuchwil (SZZ) AG bedingt durch die Pandemie, ein Desaster. Das schreibt Verwaltungsratspräsident Manfred Tschui im Jahresbericht. Dank des Rettungspaketes, an dem sich die Gemeinde und die Sportförderung des Kantons Solothurn, beteiligt haben, konnte der Fortbestand der SZZ AG gesichert werden.

Wegen des zweiten Lockdowns sei das Unternehmen aber auf weitere Unterstützung angewiesen. Die Krise habe gezeigt, dass die Wirtschaftlichkeit des Sportzentrums nachhaltig weiterentwickelt und verbessert werden müsse. Die vorhandene Infrastruktur müsse konsequent genutzt und betrieben werden können Für die Erhaltung der bestehenden Substanz seien deshalb auch in Zukunft jährlich regelmässig Investitionen nötig.

Die Fixkosten belasten das Unternehmen

Für Direktor Urs Jäggi ist klar, dass auch das kommende Geschäftsjahr (2021/22) ein schwieriges werden dürfte. Trotzdem dürfe die Infrastruktur nicht vernachlässigt werden und es seien diverse Projekte geplant – unter anderem die Sanierung der finnischen Herrensauna. Problematisch war für die SZZ AG vor allem, dass während des Lockdown zwar weniger Unterhaltskosten für die Anlagen anfielen, die Fixkosten aber trotzdem hoch geblieben sind.

Immerhin war der Sommer 2020 für das Freibad erfolgreich. Der neu erstellte Kleinkinderbereich zog viele kleine Gäste und ihre Eltern an. Neu verfügt das Freibad über zwei Rasenmäherroboter, die täglich ausserhalb der Öffnungszeiten im Einsatz sind und das Personal entlasten. Obwohl nur kurz in Betrieb, bewährt sich laut Jäggi die Traglufthalle. Die 50-Meter-Bahn werde sehr geschätzt.

Hallenbad, Wellness-Pool, Sauna, Eisbahn, Kunstrasen und Sporthalle konnten nur bedingt genutzt werden. Immerhin war das Sporthotel dank Betrieb in einer «Bubble» teilweise besetzt. In der Gastronomie wurde die Zeit genutzt, um neue Produkte zu lancieren. So gibt es im Restaurant neu hausgeräucherte Produkte: Norwegischen Lachs, Speck wie zu Grossvaters Zeiten, Entenbrust und Rinds- und Pferdetrockenfleisch wurden produziert und sind auch weiterhin im Angebot.

Zirkularweg

Alle Anträge angenommen

Alle Anträge wurden von den Aktionären einstimmig angenommen. Damit sind der Jahresbericht und die Jahresrechnung für das Geschäftsjahr 2020/21 genehmigt und der Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung sind entlastet.

In den Verwaltungsrat sind Reto Affolter (Zuchwil, bisher); Karen Bennett (Zuchwil, bisher Beirätin); Thomas Jäggi (Oekingen, bisher); Beatrice Schibler (Zuchwil, bisher); Roger Siegenthaler (Lüterkofen-Ichertswil, bisher) und Manfred Tschui (Zuchwil, bisher und bestätigt als Verwaltungsratspräsident) gewählt worden.

Im Beirat nehmen Daniel Grolimund (Zuchwil, neu); Patrick Marti (Zuchwil, bisher); Thomas Rüeger (Zuchwil, neu); Peter Baumann (von Amtes wegen, Leiter Bau und Planung Zuchwil) und Michael Mari (ebenfalls von Amtes wegen, Leiter Abteilung Finanzen, Zuchwil) Einsitz. (rm)

Verlust dank Rettungspaket ausgeglichen

Alles in allem hat das Sportzentrum in der letzten Saison ein betriebliches Ergebnis (vor Finanzerfolg und Steuern) von -1,57 Mio. Franken erwirtschaftet. Nur dank zweier Rettungspakete sieht der Jahresgewinn mit einem Plus von 222'077 Franken etwas besser aus.

Das erste Rettungspaket besteht aus einem Forderungsverzicht der Gemeinde Zuchwil auf das Darlehen für die Ausfinanzierung der Pensionskasse Solothurn von 410'000 Franken. Zudem wurde an der Gemeindeversammlung im Juni 2020 ein à-fonds-perdu Beitrag in der Höhe von maximal 800'000 Franken genehmigt. Zusätzlich hat der Kanton Solothurn mit einem Regierungsratsbeschluss im Juni 2020 ebenfalls einen à-fonds-perdu Beitrag von 500'000 Franken gesprochen.

Im Jahr 2021 hat der Kanton Solothurn einen weiteren Unterstützungsbeitrag von 605'400 Franken gesprochen,davon sind 305'400 Franken im Geschäftsjahr 2020/2021 enthalten. Der im Geschäftsjahr 2021/22 infolge Covid-19 anfallende Verlust wird auf 254'000 Franken geschätzt. Dieser wird durch den Restanteil des kantonalen Unterstützungsbeitrags von 300'000 Franken abgedeckt.

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