Gestaltungsplan

11,5 Meter hoch mit einer Lichtstatue: So soll die Zuchwiler Moschee aussehen

Zur Mitwirkung am Gestaltungsplan der geplanten Moschee an der Zuchwiler Schulhausstrasse fand ein Informationsanlass statt. Dabei wurden die Eckpunkte des Baus erläutert. Um nicht gegen das Minarettverbot zu verstossen, plant die Ahmadiyya Muslim Gemeinde eine Lichtstatue.

Wenn in einem Dorf eine Moschee gebaut werden soll, dann bewegt das die Gemüter. Das ist auch in Zuchwil nicht anders, wo am Montag rund 80 Personen im Lindensaal zur Informationsveranstaltung über die öffentliche Mitwirkung am Gestaltungsplan erschienen.

Der religiöse Verein Ahmadiyya Muslim Gemeinde Schweiz hat vor, an der Schulhausstrasse in Zuchwil eine Moschee zu bauen. Von den SBB konnte der Verein ein Grundstück mit einer Fläche von 893 Quadratmeter kaufen, auf dem eine Moschee mit einer Nutzfläche von 573 Quadratmetern geplant ist. Dieses liegt ganz am Ende der Schulhausstrasse, wo die Velounterführung unter der Bahnlinie und der Luzernstrasse beginnt, welche auch die nördliche und östliche Abgrenzung darstellen. Südlich und westlich der geplanten Moschee sind Häuser mit Gärten – und vor allem die Bewohner dieser Häuser brachten im Lindensaal ihre Sorgen um ihre Lebensqualität vor.

Mehr Parkplätze geplant als vorgeschrieben

Das Gebäude soll mit einem grossen Untergeschoss versehen sein. Die beiden Gebetsräume werden die beiden oberen Stockwerke bilden und auch eine grosse Terrasse ist vorgesehen. Zuoberst auf das rund 9 Meter hohe Gebäude kommt noch eine 2,5 Meter hohe Kuppel. Das Ganze wird also leicht höher als die Brücke der Luzernstrasse, erklärte Architekt Benno Probst, als er den Gestaltungsplan vorstellte.

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Aus dem Plenum wurde gefragt, warum es keine Einstellhalle gibt. «Es ist unmöglich, weil eine Hauptleitung der Wasserversorgung und eine der Elektroversorgung mitten durch das Grundstück führen, die wir nicht verlegen können», erklärte Peter Baumann, Leiter Bau und Planung von Zuchwil. «Der Kanton schreibt für den Normalbetrieb eines solchen Projekts rechnerisch 4,3 Parkplätze vor», ergänzte Verkehrsplaner Reto Affolter vom Ingenieurbüro WAM. «Nun haben wir sechs Parkplätze geplant und die rechtliche Vorgabe ist mehr als erfüllt.»

Den Vorschlag aus dem Plenum, ein Lenksystem einzurichten, das vorne auf der Schulhausstrasse anzeige, wenn hinten bei der Moschee alles besetzt ist, bezeichnete Baumann als hervorragende Idee, er werde sich dafür einsetzen. So könnten unnötige Fahrten durchs Quartier vermieden werden.

An einem Sonntag sind 70 Gläubige zu erwarten

Walid Tariq Tarnutzer rechnet mit zehn bis 15 Personen, die am Abend zum Gebet erscheinen werden. «Für das Freitagsgebet dürften es etwa 25 Mitglieder werden», sagte der Vertreter der Ahmadiyya Muslim Gemeinde. Einmal im Monat sei an einem Sonntag ein grösseres Fest möglich.

Die beiden Gebetssäle, einer für die Männer und einer für die Frauen, seien für je 35 Personen ausgelegt. Realistisch betrachtet muss also mit Verkehr gerechnet werden, wie er auch bei einem Restaurant vorkommt – und davon gibt es an der Schulhausstrasse gleich deren drei. Die Angst, dass bei grossen Festen viel mehr Leute kommen könnten, blieb im Plenum aber bestehen. «Bei Grossanlässen müssen die Veranstalter der Gemeinde Zuchwil ein Parkkonzept einreichen, zum Beispiel mit einem Shuttledienst zu den Parkplätzen im Riverside», ergänzte Peter Baumann. Die Grenze, ab wann ein Fest als Grossanlass zähle, lege die Baukommission fest.

Geplant ist auch eine zehn Meter hohe Dreieckmauer, die Richtung Himmel zeigt. Um nicht gegen das Minarettverbot zu verstossen, wurde die Ahmadiyya Muslim Gemeinde kreativ. Geplant ist eine acht Meter hohe Lichtstatue. Es werde keinen Muezzin geben, der lautstark zum Gebet ruft, nur die Lichtstatue werde für ein paar Minuten leuchten, erklärte Walid Tariq Tarnutzer.

«Unangebrachte» Frage aus dem Protokoll gestrichen

Diese muslimischen Symbole weckten im Plenum die Emotionen. «Wir handeln uns hier ein Gefahrenpotenzial ein. Wird das Schulhaus nicht ein Rekrutierungsort für zukünftige Terroristen?», war ein Votum. Diese Frage fand Gemeindepräsident Stefan Hug «unangebracht». «Wir sprechen hier nur über den Gestaltungsplan. Die Frage wird aus dem Protokoll gestrichen», sagte der Gemeindepräsident.

Bis am 2. Oktober können nun im Verwaltungsgebäude schriftlich die Anträge zur öffentlichen Mitwirkung eingereicht werden. «Wir wollen diese anschauen und wenn immer möglich einbeziehen», erklärte Baumann. «Im November dürfte der angepasste Gestaltungsplan dann öffentlich aufgelegt werden, und ab dann können während dreissig Tagen Rechtsmittel eingelegt werden.»

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