Antoni Barisic ist sehr stolz auf seinen Fang. 115 Zentimter lang und 11 Kilogramm schwer war der Wels, den er am 15.Mai 2018 zusammen mit seinem Vater aus der Aare bei Luterbach gezogen hat. 

Auf Facebook hat der Artikel über den Fang einige Reaktionen ausgelöst. Auch David Gerke, Präsident des Fischereivereins Solothurn und Umgebung, hat sich gemeldet. «Ein 115-cm-Wels in der Solothurner Aare ist ziemlich unspektakulär. Solche werden jedes Jahr zu Dutzenden gefangen», schreibt er. 

Auf Nachfrage betont er, dass er den Fang der beiden Zuchwiler sicherlich nicht schmälern möchte. Er relativiert lediglich. «Ein solcher Fang ist nicht gerade Alltag, aber passiert im Jahr mehrfach. Er ist also nicht aussergewöhnlich.» 

In den letzten 20 Jahren hätte die Anzahl Welse in der Aare deutlich zugenommen. Der Wels profitiere von der Gewässererwärmung und er habe auch kein Problem damit, dass die Aare durchs Kraftwerk gestaut werde.

«Heute haben wir sehr viele Welse in der Aare», so David Gerke, auch bekannt als Mister Biber aus dem Wasseramt. Zudem ist er Präsident der Gruppe Wolf Schweiz. Die überwiegende Mehrheit der Welse sei deutlich kleiner als 115 Zentimeter. «Die meisten gefangenen Welse sind um die 50 Zentimeter», weiss Gerke, der auch oft mit Jungfischern unterwegs ist. 

Die Fischer, die gezielt auf den Wels fischen würden, hätten immer wieder grössere Welse an der Angel. Die Aare im Kanton Solothurn sei bekannt fürs Wels-Fischen. Da würden auch oft Fischer aus anderen Kantonen hier ihr Glück versuchen. 

In der Nacht aktiv

Für den Wels gibt es keine Schonzeiten. Er könnte also das ganze Jahr hindurch gefangen werden. Da das Tier im Winter inaktiv ist und sich erst wieder zeigt, sobald das Wasser wärmer wird, ist die Hauptsaison für Wels-Fang von Frühling bis Herbst. Die häufigste Methode zum Wels-Fischen ist Grundfischen. Man fange sie jedoch auf ganz unterschiedliche Weisen, so David Gerke.

Wichtig: Wer einen Wels fangen möchte, sollte unbedingt in der Nacht zum Fischen ausrücken, denn dann ist der Wels auf Beutezug. Er ist ein Raubfisch, der am liebsten Tierisches isst. Als Köder werden deshalb Würmer, tote Fische und auch Cervelat oder Wienerli eingesetzt.

Gerke betont, dass der Wels dem weniger guten Ruf zum Trotz ein guter Speisefisch sei. Pangasius, eine Wels-Art, würde bei uns ja auch viel gegessen. Und bei Fischen aus der sauberen Aare sei die Fleischqualität sehr gut.   

Bei den beiden Zuchwiler Fischern lag der Wels gleich am Tag nach dem glücklichen Fang auf dem Teller. (ldu)