Kunst schaffen aus Tannzapfen, Zweig und Baumblatt. Kartoffeln kochen und mit den Zutaten würzen, die im Wald wachsen. Oder nach Glühwürmchen Ausschau halten – wie dies am vergangenen Wochenende einige Jungnaturforscher im Naturreservat Mürgelibrunnen machten. Es handelte sich hierbei um die frisch gegründete Jugendgruppe von Pro Natura Solothurn, kurz «Juna» genannt.

Mit Umweltbildung und Sensibilisierung bei den Kindern etwas auslösen, was zum Schutz des Planeten beiträgt – so die Losung der Gruppe, die damit die ersten drei Anlässe seit ihrer Gründung hinter sich hat. Geleitet und betreut wird die Juna Solothurn von Véronique Schifferle, Tobias Richter, Hannes Schraner und Silvan Paulmichl.

Wiedergeburt einer Gruppe

Rückblick: Es sind kaum drei Jahre her, als Pro Natura Solothurn von der «Junaktiv» Abschied nahm, also der Vorgängergruppe der heutigen Juna. Viele der Leiterpersonen waren aus ihrer Rolle heraus- und ins Studenten- oder Berufsleben hineingewachsen. Ein entsprechender «Nachschub» an Leitern blieb leider aus.

«Ich fand, dass es nicht sein darf, dass es keine solche Gruppe mehr gibt», erinnert sich Véronique Schifferle. In Eigeninitiative und ohne Anstoss der Solothurner Pro-Natura-Sektion nahm die Biologie-Studentin alsbald Kontakt mit Silvan Paulmichl von der Juna Laufental auf, den sie aus Primarschulzeiten kannte. Bald war ein Leiterteam gefunden und es wurden Testläufe für Exkursionen und andere Veranstaltungen durchgeführt. Im Sommer schliesslich gelangte die Gruppe an die Solothurner Sektion und stellte sich vor. Heute ist die Juna direkt der Projektleiterin für Umweltbildung Corinne Rutschmann unterstellt.

Im Dezember 2018 dann war die Gruppe soweit gereift, dass man auf dem Märetplatz die Werbetrommel rührte und alsbald einen Flyer mit den ersten drei Veranstaltungen streute. Angesprochen sind Kinder im Alter zwischen 8 und 14 Jahren. Zwar seien die ersten beiden Anlässe lediglich von einer Handvoll Kinder besucht worden. «Wir müssen daher ein wenig Geduld haben, bis unsere Gruppe bekannter geworden ist», zeigt sich Véronique Schifferle überzeugt. Herausfordernd sei insbesondere, dass es für die einzelnen Veranstaltungen keine Anmeldepflicht gebe.

Spielerisch soll das Angebot gestaltet sein, erklärt Schifferle, die selbst auch noch den J+S-Kurs in Lagersport und Trekking absolvierte. Und so sollen auch Hosensack-Spiele oder thematische Spiele zum Zuge kommen. Ebenso gehört das gemeinsame Kochen vor Ort zum Programm. Inskünftig werden auch direkte Umweltaktionen ins Auge gefasst. «Wir haben das Fötzele schon ausgetestet», sagt Schifferle. Als weitere Idee steht das Beseitigen von Neophyten auf dem Plan. Dazu steht die Gruppe auch in Kontakt mit dem Solothurner Werkhof.

«Wir wollen den Kindern einen gesunden, wertschätzenden Umgang mit der Natur aufzeigen und ihnen zu verstehen geben, wann sie eine Pflanze pflücken können und wann diese besser ungepflückt im Wald bleibt.» Dazu sei es wichtig, sich auch Zeit zu lassen, um in der Natur anzukommen – «damit die Kinder kreativ wirken können.»