Verkehr

Zuchwil ist das Veloparadies des Kantons Solothurn

Alexander Stüdeli, Daniel Bachofner und Marius Christen (v.l.n.r) im Gespräch.

Alexander Stüdeli, Daniel Bachofner und Marius Christen (v.l.n.r) im Gespräch.

Dieses Jahr nahmen Grenchen, Zuchwil und Solothurn an der Umfrage zur Velofreundlichkeit der Schweizer Städte teil. Zuchwil hat mit der Note 4.4 am besten abgeschnitten. Darauf folgt Solothurn mit 4.3. Olten ist mit 3.8 knapp ungenügend.

Zum ersten Mal nahmen Solothurn, Olten, Grenchen und Zuchwil an der von «pro velo Schweiz» durchgeführten Umfrage zur Velofreundlichkeit der Schweizer Städte teil. Die Ergebnisse wurden gestern an einer Informationsveranstaltung mitgeteilt. Als Gastgeber stellte sich die Velostation Solothurn, die von «Pro Work Grenchen» betrieben wird, zur Verfügung.

Im Kanton Solothurn wurde die Umfrage durch die kantonale Beratungsstelle für Mobilität «so!mobil» koordiniert. Drei von vier beteiligten Städten erfüllten so die Mindestanforderung von 130 Teilnehmern für die Aufnahme in das Ranking.

Nur Olten erreichte mit 106 Teilnehmerinnen und Teilnehmern diesen Wert nicht, womit die Auswertung als nicht repräsentativ eingestuft wurde. Solothurn verzeichnete mit 2,5 Prozent der Einwohner eine vergleichsweise hohe Beteiligung.

Zuchwil und Grenchen lagen mit einer Beteiligung von 1,8 und 1,1 Prozent ebenfalls in einem, für diese Studie, repräsentativen Bereich. Insgesamt nahmen schweizweit 15 667 Personen teil.

Verbesserungspotenzial vorhanden

Trotz stetiger Investitionen in Infrastruktur und Angebote besteht nach wie vor Verbesserungspotenzial für einen Grossteil der Schweizer Städte. Bezogen auf die drei Teilnehmer des Kanton Solothurn, die sich im Ranking befinden, sind das vor allem die Bereiche «Velomitnahme im ÖV», «Furcht vor Diebstahl», «Velowerbung» und «Schneeräumung». In Zuchwil auffallend ist auch der Bereich «Überholabstand von Autos», in Grenchen ist die Furcht vor dem Diebstahl besonders gross.

Des Weiteren beklagen sich die Grenchnerinnen und Grenchner über die Befahrbarkeit von Einbahnstrassen und die Umfahrmöglichkeiten von Baustellen. Diese Tatsachen zeigen sich auch in den Gesamtnoten der jeweiligen Städte. Grenchen schneidet mit einer knapp ungenügenden Durchschnittsnote von 3.8 ab, Solothurn und Zuchwil bewegen sich mit den Noten 4.3 und 4.4 zwischen den Bereichen «genügend» und «gut». Bester Solothurner Teilnehmer war somit Zuchwil.

Nebst den zu bemängelnden Punkten gab es jedoch auch bei jeder Stadt Bereiche, in der die Befragten hohe Zufriedenheit zeigten. Überall positiv bewertet wird die Erreichbarkeit des Stadtzentrums.

In Grenchen und Zuchwil ist man besonders zufrieden mit dem Nebeneinander von Velofahrer und Fussgängern. In Grenchen wurde die grosse Rücksichtnahme der Velofahrer auf die Fussgänger speziell betont. Die Solothurner nahmen die Alltagstauglichkeit der Nebenstrassen als besonders gut war, während die Zuchwiler das Abstellangebot beim Einkaufen und die gute Wegweisung schätzen.

E- Bike als Hoffnungsträger

«Eine schweizweite Veränderung fand zwischen der ersten Umfrage 2006 und der darauf folgenden im Jahr 2010 statt», sagte Daniel Bachofner, Projektleiter «pro velo». Die aktuelle Umfrage zeige im Vergleich eine weniger markante Veränderung, und doch gehe es nach oben mit der Velofreundlichkeit der Schweiz.»

Marius Christen, Programmleiter von «so!mobil», wagte einen Blick in die Zukunft: «In der Stadt und Agglomeration Solothurn besteht grosses Potenzial, das man gezielt fördern sollte.»

Jedoch dürfe man sich nicht nur auf das Velo an sich konzentrieren, sondern auch auf das Zusammenspiel mit der Umgebung. Die Abstimmung zwischen ÖV und Velo sei dabei zentral.

«Eine weitere Chance sehe ich im E-Bike, da unsere Region weitläufig ist und grössere Distanzen damit problemlos überwunden werden können.»

Am Freitag um 15 Uhr findet die Preisverleihung in der Rythalle Solothurn statt. Es wurde bekannt gegeben, dass Solothurn und Zuchwil einen Podestplatz belegen.

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