Ständerat

Zanetti oder Imark im 2. Wahlgang unterstützen? Die CVP will keine Stellung beziehen

Hat gut lachen: Pirmin Bischof (rechts) wurde im ersten Wahlgang wieder in den Ständerat gewählt. Sein bisheriger Kollege Roberto Zanetti (links), muss in den 2. Wahlgang.

Einen ruhigen Parteitag hatte die kantonale CVP: Ihr Ständerat Pirmin Bischof wurde bereits wieder gewählt und muss nicht in den zweiten Wahlgang. Zu diesem gibt die Partei keine Wahlempfehlung ab. Ansonsten gab sie sich an der Versammlung zufrieden und kämpferisch - trotz erst kürzlich erlittenem Wählerverlust.

Für einmal traf sich die CVP nicht in einem grossen Saal. Das Lokal der Kantonsratsfraktion reichte für die Parteimitglieder, die sich trafen, um auf die Wahlen zurückzublicken. Etwas anderes hatten sie nicht zu tun – Ständerat Pirmin Bischof war im ersten Wahlgang wiedergewählt worden. Somit musste kein Kandidat für den zweiten Wahlgang nominiert werden. Auch eine Wahlempfehlung gab die Partei nicht ab – zum zweiten Wahlgang treten der bisherige Roberto Zanetti (SP) und Christian Imark (SVP) an.

Der Parteivorstand hatte bereits am Montagabend Stimmfreigabe beschlossen. Auch auf Nachfrage blieb Parteipräsidentin Sandra Kolly dabei: Die Basis solle selbst entscheiden. Und der wiedergewählte Pirmin Bischof wollte sich auch nicht dazu äussern, wen er am liebsten zum Ständerats-Kollegen hätte. Er verwies lediglich auf das, was er in seiner kurzen Rede vor der Versammlung ebenfalls erwähnt hatte: Er und «Röbu» könnten gut miteinander, so Bischof über den Bisherigen Zanetti. «Auch wenn wir nicht immer die gleiche Meinung haben – wenn es drauf ankommt, konnten wir noch immer zusammenspannen». Eine indirekte Empfehlung, wenn überhaupt.

Partei verliert Wähleranteil und ist trotzdem zufrieden

Ansonsten zeigte sich die CVP am Dienstagabend zufrieden, stolz, kämpferisch. «Es war ein langer, anstrengender Wahlkampf, der sich gelohnt hat», bilanzierte Parteipräsidentin Kolly. Dabei hat die CVP nicht etwa zugelegt. Wie die anderen bürgerlichen Parteien im Kanton hat sie verloren. 0.6 Prozent weniger Stimmen holte sie im Vergleich zu den letzten Wahlen. Doch dieser Verlust halte sich in Grenzen, so Kolly.

Die beiden erklärten Ziele, Ständerats- und Naionalratssitz zu halten, habe man erreicht. Das dritte Ziel, mehr Wähler zu gewinnen, nicht. Er sei fast ein bisschen enttäuscht gewesen, als er die Resultate am Sonntag gesehen habe, berichtete denn auch Glenn Steiger, Wahlkampfleiter und Parteisekretär. Doch: «Die grüne Welle war am Schluss ein grüner Sturm – und wir stehen noch.» Auch den Umfragen und «negativen Schlagzeilen» zum Trotz. So waren sich die Redner einig, habe man den Wähleranteil einigermassen halten können - und gehe als eigentliche Siegerin aus den Wahlen hervor.

2. Sitz im Nationalrat: Ziel für die nächsten Wahlen

Wunden lecken war also nicht angesagt, trotz Verlust. So meinte Kolly auch, der wiedergewählte Stefan Müller-Altermatt könne jetzt in Sachen Energiepolitik – dem aktuellen Thema – «noch mehr Gas geben». Der Nationalrat sitzt unter anderem in der Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie.

«Wir sagen, wo es durchgeht», kündete die Parteipräsidentin gar an. Als stärkste Mittepartei, sei man nun Meinungsmacherin in Bundesbern.

Ganz zufrieden waren die Anwesenden auch mit ihren jungen Mitgliedern. Diese waren mit zwei Listen zu den Wahlen angetreten – und als stärkste Jungpartei daraus hervorgegangen. «Sensationell», sagte die Parteipräsidentin dazu. Künftige Nationalräte sieht die Partei schon heute in den Reihen ihrer Jungen.

Mehr Nationalräte will die CVP nun auch. Mit der Abwahl von Urs Schläfli hat die Partei 2015 einen Sitz verloren und ist seither nur noch mit einem Nationalrat in Bundesbern vertreten. Realistisch gesehen sei dieses Wahljahr die Zeit für einen zweiten Sitz noch nicht reif gewesen, meinte die Parteipräsidentin. Aber: «Der zweite Sitz ist klar unser Ziel für in vier
Jahren.»

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