Solothurner Filmtage
Wohnzimmer und Kino: Fürs Online-Festival werden zwei besondere Studios eingerichtet

Im Kino Uferbau und im Kino Canva sind für die Dauer der Solothurner Filmtage Online-Studios eingerichtet, aus denen Filmgespräche gesendet werden.

Fränzi Zwahlen-Saner
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Vorbereitungsarbeiten im Haupt-Onlinestudio der Solothurner Filmtage im Uferbau
16 Bilder
Das Studio ist als Wohnzimmer eingerichtet
Viel Technik vor Ort
Filmtage-Direktorin Anita Hug kommt für einen Augenschein vorbei
Die Akkus sind geladen
Die Techniker verbessern Details
Anita Hugi gibt die Richtung vor
Das "Wohnzimmer" wird getestet
Im Kino Canva wird ebenfalls ein Online-Studio eingerichtet
Die letzten Scheinwerfer werden gerichet
In einem Probelauf wird noch einmal alles getestet

Vorbereitungsarbeiten im Haupt-Onlinestudio der Solothurner Filmtage im Uferbau

Hanspeter Bärtschi

Die 56. Ausgabe der Solothuner Filmtage finden nur online statt. Das ist bekannt. Wer nun aber glaubt, dass deshalb in Solothurn gar nichts Filmisches mehr vor sich geht, irrt. Vor Ort werden wie bisher Filmgespräche, Podiumsdiskussionen oder Workshops stattfinden, auch wenn das Publikum dafür nur von zu Hause aus zusehen kann.

Es sind beispielsweise rund 70 Filmgespräche zu den Langfilmen des Programms «Panorama Schweiz» geplant, über die jeweils am Folgetag des Filmstarts ein moderiertes Gespräch mit dem Filmteam durchgeführt wird. Das Publikum kann von zu Hause aus direkt Fragen stellen. Die Filmgespräche sind frei zugänglich und stehen nach der Live-Ausstrahlung auf der Website zur Verfügung.

Auch die beliebte Veranstaltungsreihe «Film-Brunch», die regulär im Barock-Café stattfindet, lädt ab Donnerstag, 21. Januar 2021 täglich um 10 Uhr live zum informellen Austausch mit Festivalgästen und zur angeregten Diskussion über Filme und prägende Themen. Nebst anderem finden Gespräche mit dem Rencontre-Gast Villi Hermann; eine Begegnung mit Filmpionierinnen der Siebziger Jahre oder ein Workshop mit der erfolgreichen Regisseurin Petra Volpe statt.

Wohnzimmeratmosphäre soll es im Uferbau sein

Am Dienstag Nachmittag gab es sozusagen den letzten Schliff in den beiden zu Produktionsstätten umgebauten Räumen, im Uferbau und im Kino Canva. «Für uns ist es nicht unbedingt etwas ganz Neues, die technische Einrichtung dieser Räume», sagte Aufnahmeleiterin Ines Meyer im Uferbau. «Wir richten ja sonst in den Kinosälen Technik ein.» So seien für diese Arbeit ihre eingespielten Teams im Einsatz.

Im Uferbau galt es, einen Raum mit Wohnzimmeratmophäre zu schaffen, wo auf Sofas - im Solheure-Dekor - Gespräche mit ausreichendem Abstand durchgeführt werden können. Kameras, das Licht, der Ton wird auf die Gesprächsteilnehmer gerichtet. Das alles wurde am Dienstag Nachmittag minutiös geprobt. Filmtage-Direktorin Anita Hugi nahm Platz und gab als vermeintliche Regisseurin einer fingierten Moderatorin Auskunft. «Bitte etwas mehr nach rechts sitzen.» «Die Lampe etwas schieben» - solche Feinjustierungen galt es festzulegen.

Zu denken ist bei allen Arbeiten immer an die Fünf-Personen-Corona-Regel. Das sei ein Umstand, der die ganzen Arbeitsabläufe schon etwas verlangsame, sagten die Beteiligten. «Doch wir können uns auf keinen Fall leisten, dass jemand in Quarantäne muss». Darin sind sich alle einig.

Kinoatmosphäre soll es im Canva sein

Im Kino Canva bietet sich ein etwas anderes Bild. Hier soll für die Online-Teilnehmer wahre Kinoatmosphäre zelebriert werden. Dazu wurde mitten im Kinosaal eine Plattform geschaffen, auf der drei rote Sessel - in genügendem Abstand - platziert sind.

Kameras aus unterschiedlichen Positionen filmen auch hier die Gesprächsteilnehmer, während im Hintergrund, auf der grossen Kinoleinwand ein Loop mit unscharfen Filmtrailern läuft.

Hinweis: Die 56. Solothurner Filmtage dauern vom 20. bis 27. Januar 2021.