Videoüberwachung

«Wir sind eine friedliche Stadt»: Solothurner Städte sind auch ohne Überwachungskameras sicher

Gerade mal eine Überwachungskamera ist in der Stadt Solothurn zu finden. (Symbolbild)

Gerade mal eine Überwachungskamera ist in der Stadt Solothurn zu finden. (Symbolbild)

Gerade mal eine Überwachungskamera ist in der Stadt Solothurn zu finden. In Grenchen gibt es sogar gar keine. Trotzdem sind die Städte im Kanton Solothurn sicher. Im Nachbarskanton Aargau wird die Überwachung anders gehandhabt.

Überwachungskameras sind heutzutage vielerorts zu sehen, wie zum Beispiel bei Schulanlagen, Parkhäusern oder an öffentlichen Gebäuden. In der Stadt Solothurn befindet sich aber gerade Mal eine mobile Kamera, wie das Regionaljournal Aarau-Solothurn schreibt. Diese soll bei Schulanlagen Velodiebstähle verhindern. In Grenchen gibt es keine Videoüberwachung, die von der Stadt verwaltetet wird, heisst es weiter. Einzig in der Stadt Olten sind mehrere Videokameras montiert. 

Unter kommunaler Hoheit stehen mehrere Überwachungskameras in den städtischen Museen sowie im Stadthaus Olten. «Im Vordergrund stehen die Sicherheitsüberlegungen», sagt Markus Dietler, Stadtschreiber der Stadt Olten auf Anfrage dieser Zeitung. «Gemäss den Statistiken der Kantonspolizei Solothurn ist Olten objektiv gesehen aber eine sichere Stadt», betont Dietler. 

Die Überwachungskameras haben vor allem Präventionscharakter, sagt Dietler. Schon das Vorhandensein wirke sich günstig auf die objektive und subjektive Sicherheit aus. 

Weitere Kameras seien nicht in Planung, bestätigt er. «Kürzlich wurden Überwachungskameras aufgrund eines Vorstosses für den Ländiweg am Aareufer diskutiert», sagt der Stadtschreiber. Doch der Stadtrat habe bisher aus Kosten-Nutzen-Überlegungen auf solche verzichtet. 

Keine Kameras in den Solothurner Nachbarsstädten

Urs Meyer, Leiter Rechtsdienst der Stadt Solothurn sagt gegenüber dem Regionaljournal: «Wir sind offensichtlich eine friedliche Stadt, in der das nicht nötig ist.» Es gebe in der Stadt Solothurn auch politisch keine weiteren Pläne für Videokameras. Auch von der Seite der Stadtpolizei gebe es kein Bedürfnis. Stadtschreiberin der Stadt Grenchen Luzia Meister spricht über eine gute Sicherheitslage in Grenchen. «Es gibt keine gefährlichen Unterführungen, wo eine Kamera nötig wäre», sagt sie.

Auszuschliessen sind aber Überwachungskameras in Parkhäusern sowie am Bahnhof. Die werden von privaten Firmen betrieben und somit stellt die Stadt keine auf. Im Kanton Aargau werden deutlich mehr Überwachungskameras gezählt. 297 Kameras in Baden zeigt die Statistik im Journal. Zu beachten ist: Parkhauskameras werden von der Stadt bewirtschaftet und somit in die Statistik mit einkalkuliert. 

Unterschiedliche Wirkung im Kanton Aargau

Die Wirkung von Überwachungskameras ist umstritten. Urs Meyer, Leiter Rechtsdienst in Solothurn, ist der Meinung, dass Kameras den Zweck nicht erfüllen. Die meisten illegalen Handlungen würden sich in der Nacht ereignen und die Gestalten auf den Aufnahmen könnten sowieso nicht erkannt werden.

Im Kanton Aargau sind die Behörden von der Überwachung überzeugt. Man habe tatsächlich schon Täter anhand von Videoaufnahmen überführen können. In Olten hingegen konnte man durch die Aufnahmen noch keine Täter finden. (ber)

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