Regionale Wirtschaft

«Wesentlicher Einfluss auf unser Geschäft»: Solothurner Unternehmen leiden unter dem Corona-Virus

FHNW und Unternehmen sagen Geschäftsreisen und Besuche in China ab.

FHNW und Unternehmen sagen Geschäftsreisen und Besuche in China ab.

Obwohl es in der Schweiz keinen bestätigten Krankheitsfall gibt, hat das Virus auch hier bereits Folgen: nicht nur für die Spitäler. Solothurner Unternehmen und die Fachhochschule Nordwestschweiz spüren die Auswirkungen.

Viele Solothurner Firmen sind international verflochten und unterhalten Handelsbeziehungen nach Asien, insbesondere nach China. Auch die Fachhochschule Nordwestschweiz ist mit ihrem «China Centre» mit dem Land verbunden und unterhält zahlreiche Beziehungen. Mit dem heftigen Ausbruch des Corona-Virus wurden einige dieser Verbindungen plötzlich fragil, Reisen können nicht mehr stattfinden und die Sorge um das Geschäft steigt.

Im Dezember 2019 brach in der chinesischen Stadt Wuhan das Corona-Virus aus. Seither sind gemäss offiziellen Angaben rund 8000 Krankheitsfälle nachgewiesen, rund 200 Personen sind an dem Virus, das die Atemwege befällt, gestorben. Auch in Europa ist das Virus angekommen, in Frankreich, Deutschland und Finnland.

Reisesperren und Geschäftseinbussen

Obwohl es in der Schweiz bisher nur bei Verdachtsfällen blieb, hat das Corona-Virus jetzt schon wirtschaftliche Auswirkungen auf die Solothurner Unternehmen. Die Uhrenfirma Breitling mit Sitz in Grenchen hat bis auf  Weiteres eine Reisesperre für ihre Mitarbeiter von und nach China verhängt. Man beobachte die Situation genau, um schnell reagieren zu können und die Mitarbeitenden vor einer Ansteckung zu schützen, schreibt Pressesprecherin Romy Hebden auf Anfrage.

Man befürchtet zudem negative Folgen für das Geschäft: «Stand heute ist davon auszugehen, dass die Auswirkungen des Corona-Virus den Geschäftsgang der Uhrenindustrie und damit auch jenen Breitlings im ersten Quartal des laufenden Jahres beinträchtigen wird», so Hebden.

Ähnlich geht es auch der Uhrenfirma Titoni, die ebenfalls in Grenchen angesiedelt ist. Titoni ist seit 1960 im chinesischen Markt aktiv, hat dort heute gegen 600 Verkaufsstellen. Rund die Hälfte der Titoni-Uhren werden in China verkauft. CEO Daniel Schluep will mit Prognosen jedoch noch vorsichtig sein, die Konsequenzen könne man noch nicht genau abschätzen. «Einen wesentlichen Einfluss auf unser Geschäft erwarten wir mit Sicherheit», schreibt er.

Nicht klar, wie es im Frühlingssemester weitergeht

Weniger tragisch sieht die Situation für Babynahrungshersteller Bimbosan in Welschenrohr aus. Die letzten Geschäftsreisen hätten noch vor dem Ausbruch des Corona-Virus stattgefunden und im Moment sei nichts geplant, das abgesagt werden müsse, sagt Mediensprecher Christoph Hug. Es könne sogar sein, dass Bimbosan einen leichten Geschäftsanstieg erfahre, da die Produkte in China über Online-Shops verkauft werden, was in der aktuellen Situation ein Vorteil sein könnte. Genaueres kann Hug zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht sagen.

Auch die Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) mit dem Standort Olten ist von den Auswirkungen des Coronavirus betroffen. Die Fachhochschule pflegt schon seit 25 Jahren  Beziehungen zu chinesischen Unternehmen und Universitäten. Neben dem Studierenden-Austausch gibt es unter anderem auch Management-Programme für chinesische Kaderleute.

Man sei in Kontakt mit den chinesischen Partneruniversitäten und beobachte die Entwicklung mit grosser Sorgfalt, schreibt Mediensprecher Dominik Lehmann auf Anfrage. «In nächster Zeit sieht die FHNW vom Empfang von Besuchen aus China und von Reisen nach China ab.» Die Sicherheit der FHNW-Angehörigen habe dabei die oberste Priorität. Zurzeit befinde sich nur ein Student der FHNW in China, so Lehmann. Man stehe mit ihm in Kontakt. Wie es im  kommenden Frühlingssemester weiter geht, ist noch nicht klar. Man nehme jedoch regelmässig Lagebeurteilungen vor und  will bald weitere Beschlüsse fassen. Dabei halte sich die FHNW an die Empfehlungen des Aussendepartements und des Bundesamts für Gesundheit.

Autor

Alice Guldimann

Alice Guldimann

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