Weissenstein
Keine Einsprachen gegen Bikestrecke – auch Vogelschützer geben grünes Licht

Es kann gebaut werden am Weissenstein. Auch Birdlife Solothurn wird keine Einsprache gegen die regierungsrätliche Baubewilligung erheben. Jetzt könnte es schnell gehen. Läuft alles rund, beginnen die Arbeiten schon im Herbst.

Sébastian Lavoyer
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Der Weissenstein soll einen Flowtrail erhalten. (Symbolbild)

Der Weissenstein soll einen Flowtrail erhalten. (Symbolbild)

Dominik Wunderli

Solothurn bekommt einen Flowtrail am Weissenstein. Das ist seit Dienstag Abend klar. Denn nach Jägern, Förster, OL-Läuferinnen und Kletterern gibt auch Birdlife grünes Licht. Anders gesagt: Sie verzichten darauf Einsprache beim Verwaltungsgericht zu erheben, gegen die letzte Woche vom Regierungsrat erteilte Baubewilligung für die Bikestrecke. Nach fast sieben Jahren ist also klar, dass am Solothurner Hausberg bald gebaut wird.

Schon am Montag hat Konrad Stuber, Geschäftsführer der Seilbahnen Weissenstein AG, erste Abklärungen getroffen. Er hat sich mit Jérôme Hunziker, Projektmanager und Bauleiter Trails bei Flying Metal, abgesprochen. Das Unternehmen aus dem Berner Oberland, das unter anderem auf den Bau von Mountainbike-Trails spezialisiert ist, soll dereinst auch die Bikestrecke am Weissenstein bauen.

Zuerst müssen Stuber und seine Leute jedoch einige Vorbereitungen treffen. Unter anderem muss ein Konzept zum Bodenschutz erarbeitet werden. Geht es zügig und gibt es einen schönen Herbst, so Trailbauer Hunziker, «könnten wir schon dieses Jahr die eine oder andere Schaufel in die Erde stecken». Er vermutet, dass man dann wohl bei der Mittelstation beginnen würde. Hunziker: «So wäre die Chance grösser, dass wir fast ohne Pause bauen könnten.» Sofern es einen milden Winter gibt, natürlich.

Eine Wildruhezone à la Weissenstein als Lösung

Das Ziel ist klar: Nach fast sieben Jahren, die es brauchte, bis die Baubewilligung in trockenen Tüchern war, soll es jetzt zügig vorangehen. Stuber sagt:

«Wenn alles rund läuft, könnten wir schon im Sommer die Strecke eröffnen.»

Bis dahin aber gibt es noch viel zu tun. Einer der wichtigsten noch anstehenden Aufgaben: Der Aufbau eines Rangerdienstes, der die Einhaltung der vereinbarten Regelungen kontrolliert und nötigenfalls auch sanktioniert. Denn für Jäger wie für Vogelschützer war klar: Zur Kompensation der zusätzlich in die Natur getragenen Hektik braucht es Wildruhezonen. Thomas Lüthi, Vizepräsident von Birdlife Solothurn sagt:

«Bevor irgendjemand diesen Trail herunterfährt, müssen die Fahrverbote stehen und deren Durchsetzung garantiert sein.»

Dem Kanton ist mit der jetzt erteilten Baubewilligung die Quadratur des Kreises gelungen. Niemand ist komplett zufrieden, aber alle einigermassen. Zentral dabei war, dass man nicht auf eine Bilderbuch-Wildruhezone setzte, sondern auf einen Kompromiss. «Es ist eine auf den Weissenstein zugeschnittene Lösung. Für uns in diesem Fall ein legitimer Weg», sagt Stephan Schader, Leiter Nutzungsplanung beim Kanton.

Man trug allen Interessen Rechnung: Die Jäger dürfen bei Wildschäden in seltenen Ausnahmefällen Wildschweine jagen in der Wildruhezone, die Kletterer dürfen weiterhin die nicht offiziellen Routen klettern und auch die OL-Läuferinnen können alle paar Jahre am Rand des Schutzgebiet einen Wettbewerb veranstalten. Und bald dürfen auch die Biker den Berg hinunterflowen.

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