Mammagena

«Weil wir hier fehlten»: In Solothurn soll eine neue Theaterkultur zum Leben erweckt werden

(v. l.) Schuan Tahir, Stadtcafé, Doris Schaeren und Rolf Johannsmeier sind bereit für neues Theater im Gewölbekeller.

(v. l.) Schuan Tahir, Stadtcafé, Doris Schaeren und Rolf Johannsmeier sind bereit für neues Theater im Gewölbekeller.

Das Kleintheater «Mammagena» startet im Gewölbekeller des Stadtcafés in Solothurn seine erste Saison.

Die Solothurner Theaterszene lebt und kann Ende September ihr jüngstes Kind begrüssen: Die Theaterproduktion «Mammagena». Das sind der Schauspieler und Regisseur Rolf Johannsmeier, die Schauspielerin und Sängerin Carmen Riha und die Kultur-Managerin und Musikerin Doris Schaeren. Johannsmeier, gebürtiger Dortmunder und seit vielen Jahren in der Schweiz in der Kleintheaterszene vorwiegend in Bern tätig, erzählt, wie es dazu kam, dass Solothurn neu zum Ort der Mammagena-Produktionen werden soll: «Ich lebe unweit der Solothurner Kantonsgrenze und kenne die Stadt sehr gut. Früher habe ich in Bern meine Theaterproduktionen in verschiedenen Lokalen zeigen können. Nun hat es sich ergeben, dass wir in Solothurn im Kellergewölbe des Stadtcafés einen idealen Raum für unsere Kleinkunstbühne mieten konnten. Da haben wir zugegriffen.»

Doris Schaeren ergänzt: «Ich habe lange Jahre die Theater in der Kuga, Kulturgarage Solothurn organisiert. Ich kenne Rolf Johannsmeier seit vielen Jahren. So ist eben auch der Weg nach Solothurn ein logischer Schritt gewesen.»

Epische Theaterstücke auf der Kleintheaterbühne

«Mammagena wurde eigentlich in Köln gegründet», erzählt Johannsmeier weiter. «Die ‹Spezialität› unserer Produktionen ist, epische Theaterstücke auf die Kleintheaterbühne zu bringen. Das haben wir beispielsweise mit «Faust» gemacht, mit «Der gute Mensch von Sezuan» und anderen Stücken.» Wichtig sei ihm in seinen Stückbearbeitungen auch immer das clowneske, zirkushafte und er ergänzt lachend: «Ich glaube, wir fehlten hier.»

Im Kellertheater Stadtcafé soll nun also eine für Solothurn neue Theaterkultur zum Leben erweckt werden – und dies trotz den heute eher schwierigen Bedingungen aufgrund der Coronasituation. «Wir haben genug vom Jammern», sagt dazu Doris Schaeren. «Es hiess ja immer, neue Ideen sind jetzt gefragt. Und hier ist also eine neue Idee.»

Genug Platz im Kellergewölbe

Das Kellergewölbe bietet regulär rund 40 Personen Platz, bequem sich auf einem der Stühle oder Sessel niederzulassen. «Wegen der Coronalage werden wir aber lediglich 20 Personen pro Aufführungen einlassen», sagen die Beiden. «Jeder kann sich per Maske schützen, wir stellen selbst Masken zur Verfügung. Die Abstandsregeln können wir sehr gut einhalten.

«Mammagena» plant nun ein Programm bis in den Dezember dieses Jahres: «Wir starten am kommenden Sonntag, den 27. September mit unserem ersten «Brunch Poetica», berichtet Johannsmeier. Ein Frühstück-Lese-Konzert um 11 Uhr morgens mit einer Lesung von Peter Bichsel-Texten aus «Zur Stadt Paris» und Liedern von Jacques Brél, gesungen von Carmen Riha, am Piano begleitet von Aline Müller.

Als weitere Brunch Poetica-Produktion liest dann Rolf Johannsmeier am 11.Oktober aus seinem eigenen Buch «Die Kinder von Wyla». «Aliens im Emmental» hat er diesen Lesemorgen, der wiederum mit Musik durchgeführt wird, übertitelt. «Wir möchten regelmässig alle 14 Tage einen solchen Brunch Poetica, Lesung und Brunch durchführen», ergänzt Schaeren.

Die erste, grössere Theaterproduktion von «Mammagena» startet dann am Mittwoch, 21. Oktober. «Play Fellini feat. Strindberg» ist sie betitelt. Darin verkörpern Johannsmeier, Riha und Schären Gelsomina und Zampano aus Fellinis «La Strada» ebenso wie Julie und Jean aus Strindbergs «Fräulein Julie». Nach wie vor führt über dem Gewölbekeller Schuan Tahir sein Stadtcafé. Das soll auch so bleiben, denn Tahir besorgt für das Kellertheater die Reservierungen und organisiert die Getränke bei den Brunchs. Den Keller kann man weiterhin für Anlässe mit geschlossenen Gesellschaften wie Hochzeiten, Firmenanlässe aller Art mieten.

Hinweis: Theater-Reservierungen direkt im Stadtcafé oder Tel. 032 623 81 11.

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