Die drei landwirtschaftlichen Zentren Wallierhof, Ebenrain und Liebegg der Kantone Solothurn, Baselland und Aargau bauen ihre Zusammenarbeit aus. Die Berufsschulen haben dazu das Projekt «Landwirtschaftlicher Bildungsraum Nordwestschweiz» gestartet. In Zeiten knapper werdender Mittel «geht es darum, die Ressourcen optimal einzusetzen», erklärt Jonas Zürcher, Direktor des Bildungszentrums Wallierhof in Riedholz auf Anfrage.

Mit der intensivierten Zusammenarbeit wolle man aber «agieren statt reagieren». Der gezielte Einsatz der Finanzen sei durchaus mit ein Grund für den Schritt. Darüber hinaus mach es schlicht und einfach Sinn, nicht an jedem der drei landwirtschaftlichen Schulstandorte das Rad neu erfinden zu wollen.

Spezialisierungen nutzen

Der Wallierhof-Direktor verweist darauf, dass im Zuge der Spezialisierung ihrer Landwirtschaftsbetriebe die Bauern immer mehr auf das Wissen von Spezialisten und professionelle Methodik angewiesen seien. Die nun schrittweise geplante engere Zusammenarbeit der Schulen erlaube es, diese Angebote aufeinander abzustimmen und das Potenzial gemeinsam zu nutzen.

Als Beispiel nennt Zürcher Pläne bezüglich des Bio-Landbaus: Hier sollen den Absolventen im 3. Lehrjahr im Bereich Vertiefung gemeinsame Lehrgänge angeboten werden. Bisher besuchten Solothurner Schüler entsprechende Angebote im Kanton Bern. «Es gilt, die Spezialitäten der drei Partner zu nutzen», betont Jonas Zürcher. Am Wallierhof hätten schon bisher auch die Baselbieter die Betriebsleiterschule besucht, im neuen Ausbildungsjahr seien auch Aargauer dabei. Ebenso könnte von der Fachstelle Bienen von Solothurn und beider Basel am Wallierhof auch der Aargau profitieren.

Am Bildungs-Kernangebot an den drei Zentren Ebenrain in Sissach, Liebegg in Gränichen und Wallierhof in Riedholz soll sich nichts ändern. In einer Medienmitteilung zeigen sich die drei Direktoren überzeugt, mit dem Ausbau der Zusammenarbeit den angehenden Landwirtinnen und Landwirten zu dienen. Sie verweisen auch darauf, dass die drei Schulen bereits bisher zusammengearbeitet hätten. So in den Bereichen Obst- und Weinbau, Imkerei und Gemüsebau. Ebenso in der Grundbildung Landwirt und der höheren Berufsbildung (Betriebsleiterschule und Bäuerinnenschule).

Gemeinsames Wahlfächerangebot

Im vergangenen Schuljahr organisierten die drei Schulen zudem erstmals die Wahlfächer gemeinsam. Dabei bieten sie ein gemeinsames Angebot von insgesamt 13 Fächern an, aus denen die Lernenden deren drei auswählen. Dieses Angebot habe sich sehr bewährt, erklärt Wallierhof-Direktor Zürcher: «Die Lernenden sind so zwar etwas mehr unterwegs, für die grössere Palette an Wahlfächern nehmen sie dies aber locker in Kauf.» Diesbezüglich sei es aber noch ein Ziel, die Bildung von Fahrgemeinschaften zu fördern.

Weitere Möglichkeiten der Kooperation wollen die drei Partner in der Aus- und Weiterbildung der Land- und Hauswirtschaft sowie der Ernährung suchen. Im Bereich Ernährung starten die Zentren mit der gegenseitigen Zertifizierung der internen Gemeinschaftsgastronomie nach dem nationalen Label «Fourchette Verte».