Wenn Städter aufs Land ziehen, sind sie mit einer neuen Umgebung und deren Traditionen konfrontiert. Das Anpassen ist nicht immer einfach. Wie auch im aktuellsten Fall in Etziken. Da störte sich ein Zuzügler am Glockengebimmel weidender Kühe. Er protestierte und entwickelte daraus einen Streit, der vor dem Friedensrichter endete. Nun weiden die Kühe im Oberdorf nachts ohne Glocken.

Wir wollten von den Online-Lesern wissen, ob Kuhglocken Nachtruhestörer seien oder ein normaler ländlicher Klang, dem man sich einfach anpassen muss. Insgesamt 547 Personen haben daran teilgenommen. Das Resultat fällt klar aus: 88% finden, das Gebimmel wird traditionell mit dem Land verbunden. Die restlichen 12% sind der Meinung, es beeinträchtige die Nachtruhe.

In der Nacht bimmelnde Kuhglocken spalten Etziken

Gewerbler haben kein Vertrauen in Polizeivorsteher.

Die User haben uns auch in verschiedenen Kommentaren ihre Meinung mitgeteilt.

«Leider ist es immer wieder dasselbe», ärgert sich Erich Müller. «Städter kommen aufs Land und schon stört sie das Landleben, Kuhglocken, Kirchenglocken, Siloballen und Mist.»

In der Stadt gehört der Pendlerstrom und dichter Verkehr zum Alltag. Das mögen nicht alle, so auch Müller. «Da ich die vielen Menschen und den Verkehr nicht mag, wohne ich auch nicht in der Stadt.»

Vorinformieren wäre angesagt

Walter Mathys wünscht sich, dass man sich vorinformiert. «Jeder Neuzuzüger in eine ländliche Gemeinde sollte unwiderruflich auf der Gemeinde mit seiner Unterschrift bestätigen, dass ihn das Kuhgeläute und das Ausführen der Gülle nicht stören. Ansonsten soll er sich eine andere Bleibe suchen.» Robert Muntwyler setzt bei der Gemeinde an. «Ländliche Gemeinden sollen sich bei jedem Zuzüger aus der Stadt zuerst erkundigen, ob er sich auch bewusst sei, was ihn auf dem Lande so alles erwarte und ob er damit auch einverstanden sei. Ansonsten wird ihm keine Wohnberechtigung erteilt.»

B. Katrin sieht das Gebimmel der Kuhglocken positiv: «Glocken gehören aufs Land. Was gibt es Schöneres, als am Abend mit Gebimmel einzuschlafen und am Morgen wieder aufzuwachen.»

Online-Leser Joshua Baumer findet es hingegen unnötig, den Kühen überhaupt Glocken anzulegen: «Im Zeitalter der Elektrozäune sind Kuhglocken nur noch Plausch, bestenfalls Nostalgie oder Tradition.» In seinem Kommentar schreibt Baumer ausserdem: «Wer sich schon mal die Zeit nahm, ohne Glocken weidende Kühe und ihr Verhalten zu beobachten und dabei feststellen konnte, wie ruhige und stille Tiere Kühe doch sind, dem wird - Tradition hin oder her - das andauernde Glockengeläut nur noch unnatürlich und penetrant vorkommen!»

«Nicht nur zum Plausch»

Auch das Tier selbst wurde in den Kommentaren erwähnt. Laut Halter Kuh. «Das sind doch alles ‹Rindli›, die den ganzen Sommer auf der Weide sind, und die haben nicht nur zum Plausch Glocken an.»

Margrit Holzhammer stellt sich folgende Frage. «Wie ist es für das Tier, dauernd diesen Lärm in den Ohren zu haben? Vielleicht haben Glocken tragende Kühe mit der Zeit einen Hörschaden? Hat schon jemand eine Kuh dazu interviewt?» (LM)