Verwaltungspersonal
Mehr Personal, steigende Lohnkosten: Solothurner Staatsangestellte verdienen im Schnitt 111'000 Franken

Die kantonale Verwaltung ist in der letzten Legislatur um 184 Vollzeitpensen gewachsen. Obwohl es in den letzten fast nur Nullrunden gab, ist auch der Durchschnittslohn gestiegen.

Urs Moser
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Haupteingang des Rathauses in Solothurn.

Haupteingang des Rathauses in Solothurn.

Hanspeter Bärtschi

Der Kanton Solothurn rühmt sich gerne, über eine der schlanksten Verwaltungen im ganzen Land zu verfügen. Aber sie wächst auch hier unaufhörlich. Und nicht nur das: Obwohl das Staatspersonal eine Nullrunde nach der anderen hinnehmen muss, steigt auch der Durchschnittslohn. Er liegt heute über alle Departemente gesehen bei gut 111'000 Franken.

Die detaillierten Zahlen sind der Beantwortung einer Kleinen Anfrage von Kantonsrat Matthias Borner (SVP, Olten) zu entnehmen, Präsident der Finanzkommission. Seit Beginn der letzten Legislaturperiode 2017 wurden bis zu diesem Jahr 184,5 neue Stellen (Vollzeitpensen) geschaffen. Das entspricht einer Zunahme gegenüber dem Personalbestand von 2016 um 6 Prozent. Befristete Stellen und solche, die spezifisch aufgrund der Coronakrise geschaffen werden mussten (zum Beispiel für das Contact-Tracing), sind in den Zahlen nicht enthalten.

Durchschnittslohn steigt ebenfalls

Das Personalwachstum sei auf neue Vorgaben des Bundes, Gesetzesänderungen, neue Anforderungen, neue Aufgaben und Mengenwachstum zurückzuführen, schreibt der Regierungsrat. Die Verwaltung wächst nicht in allen Bereichen gleich stark.

Die grössten Personalaufstockungen verzeichnen das Departement des Innern (+64,4 Vollzeitpensen) und das Departement Bildung und Kultur (+48,7). Im Departement des Innern geht das zu einem grossen Teil auf die Aufstockung des Polizeikorps, im Justizvollzug und neue Sicherheitsaufgaben im Zusammenhang mit dem Bundesasylzentrum zurück.

Ein Zuwachs ist aber auch in der Gesundheitsversorgung oder im Bereich soziale Sicherheit, etwa für den Vollzug der Familien-Ergänzungsleistungen oder durch die Rücknahme externer Aufträge in der Jugend- und Gesundheitsförderung zurückzuführen. Im Bildungswesen schlägt die steigende Schülerzahl in den integrativen sonderpädagogischen Massnahmen in den heilpädagogischen Schulzentren zu Buche.

Dass mit dem Personalbestand auch die Lohnkosten steigen, versteht sich von selbst. Aber: Auch der Durchschnittslohn zeigt steigende Tendenz. Vergleichsbasis ist hier das Jahr 2014: Damals lagen die Durchschnittslöhne in den einzelnen Departements zwischen 97'355 und 126'868 Franken (inklusive 13. Monatslohn). Heute sind es zwischen 100'962 und 123'041 Franken, beim Staat verdient man also durchschnittlich zwischen gut 7700 und knapp 9500 Franken im Monat.

Justiz- und Bildungsbereich über dem Durchschnitt

Die Zunahme gegenüber 2014 ist doch spürbar, wenn man bedenkt, dass es in der ganzen Zeit nur einmal (2019) eine allgemeine Lohnerhöhung/Teuerungszulage von einem Prozent gab. Sie dürfte aber nicht oder zumindest nur zum Teil darauf zurückzuführen sein, dass generell höher eingestuftes Personal eingestellt wird: Weil es eine Neuerung bei der Erfahrungsstufen-Einteilung gab, liegt die durchschnittliche Erfahrungsstufe heute höher als 2014.

Zu bestätigen scheint sich, dass Solothurn im Landesvergleich bei den Lehrerlöhnen gut da steht. Jedenfalls weist neben den Gerichten mit vielen recht hoch eingereihten Funktionen im Justizbereich das Bildungsdepartement gegenüber den anderen Departementen klar höhere Durchschnittslöhne aus (beide 123'041 Franken).

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