Lommiswil

Verspätungen sind schon fast «normal» auf der Strecke Solothurn-Moutier

Bis zu zehn Minuten Verspätung hat der Zug auf der Strecke Moutier-Solothurn bei der Haltestelle Lommiswil. (Archivbild)

Bis zu zehn Minuten Verspätung hat der Zug auf der Strecke Moutier-Solothurn bei der Haltestelle Lommiswil. (Archivbild)

Der Regionalzug auf der Strecke Moutier-Solothurn verspätet sich in der letzten Zeit mehr als nur um ein paar Minuten. Das ärgert ein Leser aus Lommiswil.

Das Thema Pünktlichkeit bei der SBB ist in diesem Jahr ein grosses Thema. Immer wieder verspäten sich die Züge. Langes Warten und Verpassen der Anschlusszüge sind die Folge. Auch die Züge auf der Strecke Moutier-Solothurn haben oftmals Verspätung.

In letzter Zeit seien es an der Haltestelle Lommiswil bis zu zehn Minuten, wie uns ein Leser mitteilte. «Die zwei Minuten sind schon einkalkuliert, doch dass der Zug zehn Minuten zu spät kommt, ist nicht normal», schreibt er weiter. Die Gründe seien wetterbedingt, begründete die SBB dem Leser die Verspätungen.

Ein SBB-Zug auf BLS-Gleisen

Auf Anfrage dieser Zeitung bei der SBB heisst es, Verspätungen seien bei dem komplexen Bahnbetrieb nicht immer vermeidbar. Zudem sei Ende Oktober durch das Programm «Kundenpünktlichkeit 2.0» über die Ursachen und allfällige Massnahmen informiert worden.
Weiter kann das Bahnunternehmen nichts zu den Verspätungen auf der Strecke Solothurn-Moutier sagen, da es sich zwar um eine SBB-Zugskomposition handle, jedoch diese Strecke vom Bahnunternehmen BLS bewirtschaftet werde.

Die BLS gibt für die Verspätungen verschiedene Gründe an. Diese könnten am Fahrzeug, an der Infrastruktur oder an externen Einflüssen liegen. Zudem könne es im Herbst und Winter wegen der Steigung zu Adhäsionsproblemen kommen. Dies bedeutet, dass der Zug bei Nässe oder Laub auf Schienen weniger gut beschleunigen kann, aber auch die Bremswege länger werden. Jedoch sind der BLS auf der Strecke Solothurn-Moutier keine Verspätungen wegen Problemen auf der Infrastrukturseite bekannt.

Ueli Custer, ehemaliger Gemeinderat von Lommiswil, setzt sich mit dieser Thematik im Dorf auseinander. Nach zehnjähriger Amtszeit im Gemeinderat begleitet er das Geschehen nun als Beauftragter für den öffentlichen Verkehr. So sammelt Custer Reklamationen aus der Bevölkerung zunächst bei sich, um diese dann bei den zuständigen Stellen einzureichen.
Er wolle damit öffentlichen Druck machen. «Denn zusätzlicher Druck schadet ja nie», sagt Custer. Seit längerem seien aber keine Reklamationen mehr eingegangen, die letzten im Mai 2018.

Probleme bleiben auch nach der Tunnelsanierung

Ein grosser Schwachpunkt im komplexen System des Bahnverkehrs seien die einspurigen Strecken. «Zudem hat die SBB in Moutier Weichenverbindungen entfernt», sagt Custer. Das führe dazu, dass die Züge aus Solothurn in Crémines teilweise unnötig lange auf einen verspäteten Gegenzug warten müssen. Das Ganze sei fast eine unlösbare Sache, betont der Bahnkenner. Zudem sei die Trennung von Infrastruktur und Dienstleistung nicht unbedingt sinnvoll. «Mit bis zu drei Minuten Verspätung gegenüber dem publizierten Fahrplan muss man aber rechnen, da die meisten Haltestellen auf dieser Strecke nur auf Verlangen bedient werden», begründet er die kleinen Verspätungen.

Mit der Sanierung des Weissensteintunnels in eineinhalb Jahren werde sich das Problem aber auch nicht lösen. «Die Leute hinter dem Berg müssen sich in dieser Zeit neu arrangieren, um ins Mittelland zu kommen und es könnte schwierig werden, sie danach wieder zurückzugewinnen», sagt ein nachdenklicher Ueli Custer.

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