Das hat am Mittwoch auch SP-Mann Urs Huber getan. «Mein Ziel war, für die Normalos da zu sein», sagte der abtretende Kantonsratspräsident.

«Und schön war und ist, dass man gerade da, gerade bei sogenannten alltäglichen Anlässen, spezielle Leute findet.» Ihm, dem überzeugten Niederämter, sei es ein Anliegen gewesen, diesen Teil des Kantons bekannter zu machen. «Ich bin überzeugt, nicht alle kannten diese Region. Wir kennen Barcelona und London und Spanien besser als unsere weitere Heimat.» Das sei ebenso ein Problem wie Menschen, die sich im Internet in ihren eigenen Welten bewegen, statt mit dem Nachbarn zu reden. «Dann brauchen wir keine Migranten mehr, um Probleme mit Parallelwelten zu haben.»

Die richtigen Akzente zu setzen: Das war ein weiterer Punkt, den der abtretende Präsident aufgriff. Dabei schonte er weder Parlament noch Medien. Medial komme gross raus, wer extreme Positionen vertritt. «Wir diskutieren dann aber eben häufig nicht die richtigen Themen.» Huber weiter: «Manchmal habe ich heutzutage aber schon den Eindruck, uns allen, Politikern und Medien, geht es schon schampar gut, wenn ich sehe, welche Themen welches Gewicht haben.»

Er mahnte die Politiker an: «Habt Sorge zu unserem Land: Das heisst für mich nicht: Habt Sorge um eine Fahne oder eine Hymne. Habt Sorge zu unserem Land heisst für mich vor allem eines. Habt Sorge zu den Menschen in diesem Land.» Mit Blick auf die No-Billag-Abstimmung prangerte Huber die Haltung an, nur für etwas zahlen zu wollen, das einem auch direkt etwas bringt, das man auch benötigt. «Als Prepaid-Gesellschaft wird dieses Land keine Zukunft haben.» (lfh)