Härkingen/Zürich

Unterirdischer Gütertransport soll schon in 10 Jahren in Betrieb sein

Das Schweizer Tunnelprojekt: Cargo-sous-terrain.

Das Schweizer Tunnelprojekt: Cargo-sous-terrain.

Die in Olten tätige Firma Cargo sous terrain ist nach dem Bundesratsentscheid zuversichtlich, dass die Strecke des unterirdischen Gütertransport ab Härkingen bis Zürich bis in zehn Jahren gebaut sein wird.

Die Realisierung der privat finanzierten Schweizer Gütermetro Cargo sous terrain (CST) rückt einen grossen Schritt näher. Am Mittwoch hat der Bundesrat zuhanden des Parlaments seine Botschaft über unterirdische Gütertransportanlagen verabschiedet. Der Erlass soll sicherstellen, dass der Zugang zu den Anlagen allen Nutzern zu den gleichen Bedingungen zur Verfügung stehen wird.

Das Solothurner Interesse an der Umsetzung ist gross: Die erste Teilstrecke des dreispurigen Tunnels zwischen den wichtigen Logistikzentren im Mittelland und der Nordwestschweiz ist jene zwischen Härkingen/Niederbipp und Zürich. Und sie soll 2031 in Betrieb sein, wie die in Olten operative Firma CST auf Anfrage bestätigt.

Drei Hubs sind vorgesehen

Nach Aussage von Kommunikationschef Patrik Aellig sind auf Solothurner Boden insgesamt drei Hubs beziehungsweise Zugänge in den Untergrund vorgesehen. Die Namen der Gemeinden, in denen diese zu stehen kommen sollen, sind noch unter Verschluss. Es ist allerdings sehr wahrscheinlich, dass die Hubs insbesondere im Gäu zu stehen kommen.

Das Investitionsvolumen allein für die erste Teilstrecke beträgt 3 Mrd. Franken. Daran hat sich seit der Vernehmlassung der Gesetzesvorlage ebenso wenig geändert wie an der Summe von 100 Mio. Franken, die bisher für die Planung verbindlich zugesichert sind.

Zur Erinnerung: Getragen wird das Projekt von Firmen wie Coop, Migros, Post, Swisscom, Banken und Versicherungen – neu dabei ist nunmehr auch Vaudoise, wie CST ebenfalls am Mittwoch Zudem der französische Infrastrukturentwickler Meridiam.

Richtplanverfahren weitestmöglich parallel

Auch wenn die Investoren mit dem Gesetzesvorschlag, der Planung, Bau und Betrieb der unterirdischen Infrastruktur für die Güterlogistik regeln soll, grundsätzlich zufrieden sind: Nötig ist nach Dafürhalten von CST insbesondere, dass die Korridore für die Linienführung und die Räume für die Hub-Standorte präzisier definiert werden.

Konkret müssten die bundesrechtlichen Sach- und kantonalen Richtplanverfahren weitestmöglich parallel durchgeführt werden. Auf diese Weise könne der Koordinationsaufwand verringert und das Verfahren beschleunigt werden. Das sei gerade für ein privat finanziertes Unternehmen essenziell.

Nach Auskunft von Aellig steht CST denn auch bereits mit dem Kanton beziehungsweise dem Baudepartement im Austausch. Zudem fänden im Rahmen der Vorplanung auch mit den betroffenen Gemeinden Kontakte statt. Namen mag das Unternehmen zum heutigen Zeitpunkt nicht bekanntgeben.
Die CST hat ihren Rechtssitz zwar in Basel, ist operativ aber von Olten aus tätig, wo neun Mitarbeitende beschäftigt werden. Das Unternehmen ging 2017 aus einem Förderverein hervor.

490 Kilometer langes System

Wenn es nach den Investoren geht, soll Cargo sous terrain im Endausbau ein 490 Kilometer langes Tunnelsystem von Genf bis St. Gallen und von Basel nach Luzern – mit einem zusätzlichen Ast, der Bern mit Thun verbindet – umfassen.

Das geplante Netz von Cargo Sous Terrain.

Das geplante Netz von Cargo Sous Terrain.

Ein wichtiger Punkt dabei ist die Ökologie: Gemäss CST soll allein das erste Teilstück von Härkingen nach Zürich jährlich 40'000 Tonnen Kohlenstoffdioxid-Äquivalente einsparen.

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Balz Bruder

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