Corona im Kanton Solothurn

Über 1'000 Fälle: Steigende Fallzahlen stellen Contact Tracing Team vor Herausforderungen

Büro eines Contact-Tracing Teams in Solothurn.

Büro eines Contact-Tracing Teams in Solothurn.

Steigende Fallzahlen stellen den Kanton vor Herausforderungen, das Contact Tracing funktioniert aber noch.

Jetzt sind es über Tausend: Die Anzahl der positiv auf Covid-19 getesteten Personen im Kanton Solothurn ist über das Wochenende auf 1029 gestiegen, das sind 43 Personen mehr als am Freitag. Sechs Personen befanden sich gestern Montag im Spital.

Wie in anderen Kantonen auch stellen die steigenden Fallzahlen das Contact Tracing Team vor «Herausforderungen», schreibt das Gesundheitsamt auf Anfrage. Das Team werde deshalb laufend personell angepasst, ausserdem würden Prozesse überprüft und optimiert, so die Behörde weiter.

Momentan sind im kantonalen Kernteam 10 Personen angestellt, die jeden Tag aufgeteilt in zwei Schichten im Einsatz sind. Für den Fall, dass die Kapazität des Kernteams nicht mehr ausreicht, steht ein Reservepool mit 10 weiteren Personen zur Verfügung, die das Team unterstützen könnten.

Betroffene werden innerhalb eines Tages informiert

Damit das Contact Tracing seinen Zweck erfüllt und Infektionsketten unterbrochen werden können, müssen Personen, die mit dem Coronavirus in Kontakt gekommen sind, schnell informiert werden. Dies funktioniere im Kanton nach wie vor, so das Gesundheitsamt. «Grundsätzlich werden sämtliche Fälle von positiv getesteten Personen so rasch als möglich innerhalb von Stunden, aber sicher am gleichen Tag, abgearbeitet.»

Kontaktiert würden die Betroffenen nach wie vor telefonisch, damit sie sich möglichst schnell in Quarantäne begeben könnten, so das Amt. «Zudem können so erste allfällige Fragen unterstützend beantwortet werden.» Das Besprochene wird den Betroffenen anschliessend noch einmal per Mail oder SMS schriftlich übermittelt.

Bisher bliebt das kantonale Contact Tracing Team davon verschont, gleich mehrere 100 Personen an einem Tag kontaktieren zu müssen. Passiert ist das etwa im Kanton Bern. Dort mussten an einem Wochenende über 1'500 Personen kontaktiert werden, nachdem sie in Bars und Clubs der Hauptstadt gefeiert hatten.

Ob das an den Schutzkonzepten im Kanton Solothurn liegt, kann laut dem Gesundheitsamt noch nicht abschliessend beurteilt werden. Dafür sei es noch zu früh, so die Behörde. Bei Grossveranstaltungen im Kanton werde weiter auf strenge Schutzmassnahmen wie die Maskenpflicht oder die Sitzpflicht geachtet.

Noch keine Angaben zur «Winterstrategie»

Weiter wurde am Wochenende bekannt, dass das Bundesamt für Gesundheit BAG zusammen mit den Kantonen dabei ist, eine «Winterstrategie» zu erarbeiten. Das BAG bestätigte einen entsprechenden Bericht der «NZZ am Sonntag». Der Inhalt dieser Strategie solle in den nächsten Wochen kommuniziert werden. Laut der Zeitung werden im Rahmen der Strategie auch Massnahmen wie Lockdowns in besonders betroffenen Gebieten geprüft.

Konkrete Angaben zu der Strategie und deren Bedeutung für den Kanton macht das Gesundheitsamt noch keine. Man bringe sich aber im Rahmen der bestehenden Gefässe, also etwa der Konferenz der Gesundheitsdirektoren (GDK) oder dem Austausch zwischen den Kantonsärzten und dem BAG, regelmässig ein, um die «Interessen und Anliegen» des Kantons zu vertreten.

Autor

Rebekka Balzarini

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