Tierquälerei
Tote Kühe: Warum ist der Fall Boningen noch immer nicht abgeschlossen?

Nachdem Ende Mai 2016 auf einem Bauernbetrieb in Boningen 16 tote Rinder aufgefunden wurden, laufen auch gegen den Veterinärdienst Solothurn Untersuchungen. Doch bis heute gibt es keine neuen Erkenntnisse.

Nora Güdemann
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16 Kühe verhungerten qualvoll im Stall eines Boninger Bauerns, waren stark verwahrlost und litten an Hautkrankheiten. Der Tierhalter wurde wegen Tierquälerei verurteilt, doch auch die Solothurner Behörden stehen immer noch unter Beschuss. Im Oktober letzten Jahres forderte der grüne Kantonsrat Felix Lang eine «akribische» Untersuchung des Falles.

So sahen die Kühe auf dem Boninger Bauernhof aus.
12 Bilder
... alles andere als gesund.
Teilweise fehlt das Fell.
Der betroffene Bauernhof in Boningen
Die Beine sind verdreckt.

So sahen die Kühe auf dem Boninger Bauernhof aus.

zvg

Grund dafür ist die vorhergehende Kontrolle des Hofes durch das Veterinärtamt im Februar, nur ein paar Monate vor dem Auffinden der ausgemärgelten Tiere.

Der Hof sei frisch ausgemistet gewesen, lässt Lang in einem Beitrag verlauten, hätte der Veterinärdienst nicht misstrauisch werden müssen? Wurden die Tiere mit der Tierdatenbank abgeglichen? Warum ist das Veterinäramt nicht schon früher eingeschritten?

Der Einzelfall Boningen deutet laut Lang auf Mängel beim Kontrolldienstes des Veterinärdienstes hin. «Zurzeit herrscht der Eindruck von Verschleierung und möglichst schnell vergessen wollen», sagte der Kantonsrat.

Drei Verfahren sind nach der Aufdeckung des Falles in die Wege geleitet worden. Regierungsräten Esther Gassler (FDP) gab im November Auskunft über den Stand der Untersuchungen: «Die Verfahren stehen kurz vor dem Abschluss, bereits abgeschlossen ist das Verwaltungsverfahren des Veterinärdienstes.»

Fehlen würde nur noch ein externer Bericht, bevor das Resultat öffentlich bekannt gegeben wird. «Die Solothurner Regierung will im Falle Boningen nichts verschleiern», versicherte Gassler.

Doch bis heute ist der Untersuchungsbericht betreffend dem Tierdrama nicht abgeschlossen. Warum?

Peter Studer, Departementssekretär des Volkswirtschaftsdepartements Solothurn, erklärt: «Die Sichtung und Bearbeitung der Akten hat länger gedauert als gewartet.» Das Departement sei aber selbst auch sehr daran interessiert, die Untersuchung abschliessen zu können.

Laut Studer ist der Untersuchungsbericht in erster Form vorhanden. In spätestens zwei Wochen soll dieser veröffentlicht werden und Klarheit darüber bringen, warum das Veterinäramt nicht schon Monate vor dem Fall Alarm geschlagen hat.

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