Krimi

Tod an der Solothurner Fasnacht: Christof Gassers «Dornach und Casagrande» zum vierten Mal im Einsatz

Der Solothurner Krimiautor Christof Gasser legt den neuesten Krimi "Solothurn tanzt mit dem Teufel" vor.

Der Solothurner Krimiautor Christof Gasser legt den neuesten Krimi "Solothurn tanzt mit dem Teufel" vor.

Krimiautor Christof Gasser legt den vierten Fall mit Ermittlerduo Dornach/Casagrande vor.

Der neueste Krimi von Christof Gasser «Solothurn tanzt mit dem Teufel» beginnt spektakulär: Ein Autounfall am Julierpass – ein totes Ehepaar. Nächste Szene: Schmutziger Donnerstag in Solothurn. Junge Leute in Flirtlaune – Staatsanwältin Angela Casagrande und Ermittler Dominik Dornach erwachen mit Alkohol-Kater, in ihrer Wohnung, aber getrennten Betten und werden zur Krummturmschanze gerufen: Ein tote junge Frau.

So rasant starten die ersten 20 Seiten im neuen Krimi von Christof Gasser «Solothurn tanzt mit dem Teufel». Vor wenigen Wochen ist dieser vierte Krimi von Gassers Protagonisten Dornach und Casagrande erschienen. Auch dieser spielt in Solothurn und in der näheren Umgebung, jedoch verwebt Gasser diesmal die Nebengeschichte um Dornachs Beziehung zu seiner Tochter Pia in einen internationalen Kontext. Pia ist mit ihrem Freund Rafik in einer UNO-Hilfsmission im Irak unterwegs und gerät prompt ins Visier von Terroristen. Und auch die Figur der Jana Cranach, die undurchsichtige, faszinierende Spionin aus Wien bekommt in diesem neuen Plot ihre Rolle. Und der titelgebende Teufel? Gibt es Verbindungen zwischen dem Unfall, insgesamt drei toten Frauen, die im horizontalen Gewerbe tätig waren, und dem Terroristenangriff im Irak? Der Teufel versteckt sich lange und seine Boshaftigkeit belastet alle Akteure bis zum dramatischen Schluss.

Schockmomente an der richtigen Stelle

Christof Gasser ist mit diesem vierten Fall ein Meisterstück gelungen. Die Krimistory ist sehr gekonnt gestrickt, Kehrtwendungen, Schockmomente und unerwartete Ereignisse kommen in der richtigen Dosis. So endet beispielsweise eine Verfolgungsjagd während des Fasnachtsumzuges in der Hauptgasse mit einem Zusammenstoss des Verfolgten mit dem Bipperlisi auf dem Bahnhofplatz.

Gassers Weltanschauung im Krimi verpackt

Christof Gasser schafft es inzwischen, früher eher störende Klischees in der Geschichte zu vermeiden. Er baut Lokalkolorit und wohldosierte Insider-Informationen so ein, dass sie nicht belehrend – auch für einen Solothurn-Kenner – wirken. Auch hält der Autor mit seiner eigenen Weltanschauung nicht hinter dem Berg – seine Haltung beispielsweise zum amerikanischen Präsidenten wird ganz klar beschrieben. Und auch etwas Kritik an der Solothurner Finanzpolitik schimmert immer wieder in den Dialogen der Polizeibeamten durch.

Viel Verständnis für die Frauenfiguren

Mit viel Zuneigung und Hingabe beschreibt er die Charaktere seiner Protagonisten und deren Beziehungen zueinander. Und man erkennt auch, dass sich der Autor mit polizeilichen Ermittlungstaktiken und den behördlichen Massnahmen in Straffällen sehr intensiv auseinandergesetzt hat.

Als Leser wähnt man sich manchmal fast als mitmachender polizeilicher Mitarbeiter in den Gängen der Schanzmühle, dem Sitz der Polizei des Kantons Solothurn. Insbesondere schafft es Gasser, dass man als Leser(in) den verschiedenen Frauenfiguren seiner Story viel Sympathie entgegenbringen kann. Ein süffig zu lesender Krimi, der mit subtiler Gesellschaftskritik nicht so schnell vergessen geht.

Christof Gasser: «Solothurn tanzt mit dem Teufel», Emons Verlag. Lesung bei Bücher Lüthy am Dienstag, 18. Februar, 20 Uhr.

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