Solothurner Aare

SUP-Vermieter zu Verbot auf Aare: «Wir haben gedacht, wir machen etwas mit Zukunft für Solothurn»

Entschleunigend - für Einheimische, für Touristen, für Sportliche, für Gemütliche: Das sollten die SUPS von Outdoor Solothurn sein. Gefahren werden konnten sie nun aber nur eine Saison lang.

Entschleunigend - für Einheimische, für Touristen, für Sportliche, für Gemütliche: Das sollten die SUPS von Outdoor Solothurn sein. Gefahren werden konnten sie nun aber nur eine Saison lang.

Seit Mitte September sind Stand Up Paddles auf zwei Abschnitten der Solothurner Aare verboten. Das bedauert der Geschäftsführer der Firma, die erst diesen Sommer damit begann, SUPS für einen dieser Abschnitte zu vermieten. Andere Reaktionen aus der Leserschaft fallen deutlich heftiger aus.

Seit Mitte September ist Stand Up Paddeln auf zwei Abschnitten der Aare (Lüsslingen-Solothurn und Feldbrunnen-Flumenthal) verboten. Vor rund einem Jahr wurde man beim Kanton darüber informiert, dass in den beiden dortigen Natur- und Wasservogelreservaten nicht gepaddelt werden soll. Öffentlich bekannt war das nicht.

Erst diesen Sommer begann dann die Emmenpark AG mit Sitz in Zuchwil ihr Nebengeschäft mit den beliebten SUPS; auf einem der erwähnten Abschnitte. Unter dem Angebot «Outdoor Solothurn» wurden SUPS und Kanus vermietet. Die Idee: Stehend von Solothurn nach Luterbach paddeln. Das machten diesen Sommer auch so einige - auch etliche Privatpersonen waren mit ihren SUPS unterwegs.

, sagt Markus Balsiger, Geschäftsführer der Emmenpark AG, am Telefon. 

Kurz nach der Eröffnung des Angebots sei man darüber informiert worden, dass das Paddeln eigentlich verboten sei, berichtet Balsiger. Bis Mitte September erhielt man dann eine Sonderbewilligung vom Kanton, um zumindest die eine Saison SUPS vermieten zu können. «Für uns war das natürlich eine riesige Investition.» Bei den Leuten sei das Angebot auch gut angekommen - «Einheimische aber auch Touristen fanden das richtig cool.» Nur: Bei einer solchen Investition rechne man schon mit zwei oder drei Jahren Laufzeit, damit das Geschäft auch rentiere. Nun ist nach einer Saison Schluss.

Vorwurf: Lobbyismus

Das schlägt auf Social Media grosse Wellen. In der Facebook Gruppe «Du bisch vo Solothurn wenn» gab es Dutzende Kommentare zum Thema. Wobei fast ausschliesslich Empörung geäussert wurde, Unverständnis über das Verbot von SUPS, wenn doch beispielsweise Gummiboote in den Abschnitten fahren dürfen. «Eine Frechheit» und «hirnlos» sei das Verbot. Einige Userinnen und User gehen gar so weit, dem Kanton Lobbyismus für das Jagdgesetz vorzuwerfen, und Erpressung mit dem Verbot.

Balsiger von der Emmenpark hingegen wirkt gar nicht zornig, auch nicht niedergeschlagen. «Es wäre wirklich sehr schade, wenn es auf der Aare keine Stand Up Paddles mehr gebe. Wir haben wirklich gedacht, wir machen etwas mit Zukunft für Solothurn», sagt er zwar.

Gespräch mit dem Kanton suchen

Aber existenziell sei das für die Emmenpark AG, die auch Gastronomiebetriebe und Eventlokale führt, nicht. Und: Ganz die Hoffnung aufgegeben, dass man auf der Aare auch in den Schutzgebieten unter gewissen Umständen wieder paddeln kann, hat man nicht. «Wir warten einmal ab, bis sich die Wogen etwas geglättet haben», so Balsiger. Dann würde man wieder das Gespräch mit dem Kanton suchen.

Je nach Abstimmungsergebnis über das neue Jagdgesetz am 27. September sieht die Situation nämlich anders aus; je nachdem hätte der Kanton allenfalls die Möglichkeit, das Verbot teilweise zu lockern. Ob und wie er das dann auch tun würde, ist aber ebenso offen. 

Und wenn das ganzjährige Verbot auf den beiden Abschnitten bestehen bleibt? «Wir putzen die SUPS jetzt mal und lassen sie schön trocknen», so Balsiger. Könne man sie nicht mehr vermieten, würde man sie im Frühling dann wohl verkaufen. (nka)

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