Ein Augenblick ist für die meisten Menschen nur ein kurzer Moment – schnell vorbei und meist nicht von besonderer Bedeutung. Die Keradonum Stiftung Hornhautbank kümmert sich um Patienten und Patientinnen, für die ein Augenblick mehr wert ist: um Menschen, die ohne Augenhornhautspende und Transplantation erblinden. 580 Menschen konnte die Stiftung in den letzten 10 Jahren zu einer Hornhauttransplantation verhelfen und ihnen damit das Sehen wieder ermöglichen.

Hilfe bei Erblindung

Das Ziel der Stiftung mit Sitz in Olten ist es, Menschen, die wegen einer Verletzung oder Erkrankung ihrer Hornhaut erblinden, möglichst schnell wieder zum Sehen zu verhelfen. Dies geschieht, indem die Patienten durch einen operativen Eingriff eine neue Hornhaut erhalten.

Keradonum wurde 2008 aus der Motivation heraus gegründet, dem Mangel an Augenhornhäuten in der Schweiz zu begegnen. Die Stiftung informiert über die Hornhautspende, motiviert Spitäler und Hausärzte in der Region zur Zusammenarbeit, entnimmt Hornhäute bei Spenderinnen und Spendern und bereitet sie im eigenen Labor für die Transplantation auf. Mittlerweile steht die Stiftung auf festen Beinen. Die Mitbegründer, die Ärzte Helga Reinshagen und Cyrill Jeger, sind mit ihrem Team noch immer motiviert an der Arbeit.

Zu wenig Hornhaut-Spender

«Dank grossen medizinischen und chirurgischen Fortschritten rechnen wir bei einer Hornhauttransplantation zwar heute mit einer Erfolgsquote von 90 Prozent», sagt Cyrill Jeger, Stiftungsratspräsident von Keradonum. «Aber die Situation ist auch zehn Jahre nach der Gründung von Keradonum noch unverändert: Der Bedarf an Augenhornhäuten ist höher als die Zahl der Hornhautspenden.» Deshalb müssen laut Jeger noch immer viele Patienten auf eine Transplantation warten: «Aus diesem Grund ist unsere Arbeit auch noch genauso wichtig wie zu Beginn.»

Die persönlichen Schicksale der Patientinnen und Patienten, die auf eine Transplantation warten müssen, gehen Helga Reinshagen, der erfahrenen Augenärztin und medizinischen Leiterin der Hornhautbank, auch nach all den Jahren ihrer Tätigkeit sehr nahe. Es erfüllt sie mit Befriedigung und Dankbarkeit, dass Keradonum bereits 580 Menschen helfen konnte, ihr Augenlicht zu erhalten. «Wir konnten mit unserem Engagement schon so viel Positives bewirken. Wir hätten dies nicht erreichen können ohne die Spenderinnen und Spender oder ihre Angehörigen, die sich zu einer Hornhautspende entschliessen. Eine Hornhaut ist ein kostbares Geschenk, das Hoffnung auf Augenlicht gibt, und deshalb ist auch jede Hornhaut, die nicht transplantiert werden kann, ein grosser Verlust», gibt Reinshagen zu bedenken.

Die Hornhautentnahme ist ein Eingriff, für den bei Keradonum qualifizierte Spezialistinnen und Spezialisten im Einsatz stehen. Im Gespräch mit den Angehörigen engagieren sich aber die Ärzte und Ärztinnen in den Spitälern der Umgebung, die mit der Stiftung zusammenarbeiten. «Dies ist keine Selbstverständlichkeit, denn die Thematisierung der Gewebespende ist ein sensibles Thema», betont Reinshagen. Die aufbereiteten Hornhäute stehen Augenkliniken in der ganzen Schweiz für ihre Patientinnen und Patienten zur Verfügung. «Augenärzte von St. Gallen bis Genf vertrauen auf die hohe Qualität der Hornhauttransplantate von Keradonum», freuen sich die Verantwortlichen. (mgt)

Das 10-Jahr-Jubiläum der Stiftung Keradonum wird am Sonntag, 16. Dezember, 16.30 Uhr, im Kunstmuseum Olten gefeiert. Beim Anlass «Spänd Liecht, s’isch liecht» auftreten wird der Slammer Kilian Ziegler. Der Eintritt ist frei.