Risikopatienten

Spitäler führen Maskenpflicht für Gebärende ein – so sieht es im Kanton Solothurn aus

In einigen Schweizer Spitälern gilt Maskenpflicht für die Gebärende. (Archiv)

In einigen Schweizer Spitälern gilt Maskenpflicht für die Gebärende. (Archiv)

Der Bundesrat hat kürzlich Schwangere auf die Liste der besonders gefährdeten Personen aufgenommen. Einige Spitäler haben für Gebärende eine Maskenpflicht eingeführt. Wie geht man bei den Solothurner Spitälern damit um?

Die Geburt eines Kindes ist ein Ausnahmezustand. Für die gebärende Frau ist es die vielleicht anstrengendste Erfahrung des Lebens. Da geht es um Ängste, Aufregung und natürlich um Schmerzen. In manchen Spitälern neu auch um Schutzmasken.

Seit letztem Mittwoch gehören Schwangere zur Liste der besonders gefährdeten Personen. Laut dem Bundesamt für Gesundheit ist die Wahrscheinlichkeit eines schweren Verlaufs leicht höher. Das hat nun nicht nur arbeitsrechtliche Konsequenzen, wie ein Bericht des Newsportals Nau zeigt. Am Universitätsspital Zürich gebe es nun eine Maskenpflicht während der Geburt. Diese betrifft eben nicht nur Ärzte, Hebammen oder Pflegende im Gebärsaal, sondern effektiv auch die gebärende Frau. Diese trage die Maske, so lange es ihr möglich sei, so eine Unternehmenssprecherin.

Auch im Kantonsspital Freiburg muss die Gebärende eine Maske tragen. Während der Pressphase am Schluss der Geburt hat die Frau allerdings die Wahl, ob sie die Maske tragen will oder nicht. Das Berner Inselspital prüft noch weitere Massnahmen; im Universitätsspital Basel gilt derzeit noch keine Maskenpflicht.

Situativ Maske weglassen

Und wie sieht es im Kanton Solothurn aus? Die Solothurner Spitäler AG (soH) würde sich nach den Empfehlungen der Schweizerischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe richten, sagt Mediensprecher Gian Trionfini auf Anfrage. «Begleitende und Mitarbeitende tragen während der Geburt stets eine Schutzmaske. Wenn immer möglich auch unter Einhaltung des Abstands. In der aktiven Geburtsphase kann die Maske bei der Gebärenden situativ auch weggelassen werden.»

Abseits der Geburt gilt für die Schwangeren wie für alle anderen Patienten: die zu Zeiten von Corona in den Spitäler in Solothurn, Olten und Dornach bereitstehenden Mundschutzmasken müssen getragen werden, wenn die Abstandsregeln nicht eingehalten werden können. «Dies wird in der Regel bei einem Patientenbesuch der Fall sein, aber nicht zwingend auf dem Weg durch die Spitalgänge», so Trionfini. Man stelle hingegen fest, dass im Innern der Spitäler «quasi alle die Schutzmasken tragen».

Grundsätzlich hält der Mediensprecher fest, dass die soH alles unternommen habe, um alle Patientinnen und Patienten sowie die Mitarbeitenden vor einer möglichen Ansteckung in den Spitälern zu schützen. Dies sei nicht erst seit der neuen Regelung, dass nun auch Schwangere zu den besonders gefährdeten Personen gehören, der Fall. «Der Schutz vor Ansteckungen ist in einem Spital jederzeit von höchster Priorität, auch ohne Corona.»

Eine Person als Begleitung

Für die beiden Frauenkliniken am Bürgerspital Solothurn und im Kantonsspital Olten gelten spezielle Regelungen. «Bei der Geburt kann die Mutter von einer Person begleitet werden, zum Beispiel vom Ehemann/Partner», so Trionfini. Dies habe auch schon während dem Lockdown gegolten. Damals durfte aber – im Gegensatz zu heute – niemand bei einem Kaiserschnitt dabei sein. 

«Da es gerade nach der Geburt wichtig ist, dass zwischen dem Vater und einem neugeborenen Kind eine Bindung entstehen kann, ist nach der Verlegung der Mutter aufs Wochenbett ein Besuch des Ehemanns/Partners zeitlich unbeschränkt zwischen 14 und 20 Uhr möglich.» Das Besuchsrecht gelte nicht, falls der Ehemann Symptome einer Covid-Erkrankung oder Kontakt mit einer Covid-positiven Person hatte. Ebenfalls mitkommen dürfen Geschwisterkinder. Eine zusätzliche Besuchsperson ist hingegen nicht zugelassen.

Schwangere Mitarbeitende werden in der soH gemäss den Vorgaben geschützt. Die Massnahmen seien von der Tätigkeit abhängig, so Gian Trionfini. «Mitarbeitende der Risikogruppe mit Patientenkontakt tragen zu ihrem Schutz Maske, Schutzbrille und evtl. Überschurz. Zudem werden sie nicht auf der Screening-/Quarantäne-/Isolationsstation eingesetzt. 

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