2013 hatten sich die Solothurnerinnen und Solothurner überraschend deutlich zur Eindämmung der Zersiedelung geäussert: Mit fast 70 Prozent Ja-Stimmen wurde das revidierte Raumplanungsgesetz gutgeheissen.

Diesen Sonntag war jedoch kein Wille sichtbar, das neue, strengere Regime nochmals zu verschärfen. 63,84 Prozent der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger haben die Zersiedelungsinitiative der jungen Grünen abgelehnt. Nur gerade 36,16 Prozent der Solothurnerinnen und Solothurner haben der Vorlage zugestimmt. Damit liegt das Solothurner Ergebnis ziemlich genau im Schweizer Schnitt.

Mini-Gemeinden sagen Ja

Ein Ja erreichte die Initiative zwar auch in gewissen Solothurner Ortschaften, aber nur in ländlich geprägten Kleinstgemeinden: Kammersrohr stimmte Ja mit 56,25 Prozent, ebenso Hüniken (mit 50,85 Prozent) und Gänsbrunnen mit 60 Prozent. In Rohr gab es eine Pattsituation: 50 Prozent der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger sagten Ja, 50 Prozent Nein.

Interessant ist: Den höchsten Nein-Stimmenanteil kassierte die Initiative ebenfalls in kleineren, ländlich geprägten Gemeinden. Unter 20 Prozent lag der Ja-Stimmen-Anteil nämlich in Herbetswil (15,67), Zullwil (19,01) und Unterramsern (gerade einmal 13,04 Prozent Ja-Stimmen).

Städte mit vielen Ja-Stimmen

Mit kantonsweit 36,16 Prozent Ja-Stimmen konnten die Grünen und die SP zwar über das eigene Lager hinaus Stimmen gewinnen, erhielten die Parteien bei den letzten Kantonsratswahlen zusammengerechnet rund 28 Prozent. Allerdings fiel die Zustimmung ausserhalb der eigenen Reihen bescheiden aus: Wertkonservative Stimmen für die Initiative – prominent eingesetzt hatten sich der Grenchner CVP-Kantonsrat Peter Brotschi und der frühere SVP-Kantonsrat Hans Marti (Biberist) – stiessen in den eigenen Lagern offenbar auf ein eher begrenztes Echo.

Hohe Ja-Stimmenanteile verzeichnete das Volksbegehren in den Städten Solothurn (42,74 Prozent Ja), Olten (44,36) sowie Dornach (39,03). Auch in Grenchen – sonst tendenziell rechter als andere Städte – kam die Vorlage auf 39,25 Prozent Ja-Stimmen.

Auffällig hoch war der Ja-Stimmen-Anteil auch in industriell geprägten Agglomerationsgemeinden in der Region Solothurn, in denen in den vergangenen Jahren stark gebaut wurde: In Zuchwil, Biberist, Derendingen und Gerlafingen lag der Ja-Anteil jeweils um die 40 Prozent. Mehr als 40 Prozent Zustimmung erreichte die Initiative auch in Eppenberg-Wöschnau, Rodersdorf, Kleinlützel, Grindel, Wisen, Winznau, Gempen, Bärschwil, Bolken, Rüttenen und Buchegg sowie in Lüsslingen-Nennigkofen, Trimbach und Hauenstein-Ifenthal.